Archivfoto: Verlag Naumann, Gelnhausen

Erlebnispark Steinau: Inhaber Theo Zwermann macht Coronakrise zu schaffen

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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steinau - „Zwar hatten wir schon das ein oder andere Jahr, in dem wetterbedingt weniger Besucher als erwartet in den Erlebnispark gekommen sind, dass wir aber überhaupt nicht die Tore öffnen konnten und gar keine Besucher hatten, das gab es noch nie.“ Eigentlich wollte Theo Zwermann, der Inhaber des Erlebnisparks in Steinau, dieser Tage den Park für die Saison 2020 öffnen. Wegen der Coronakrise muss aber auch der Erlebnispark in Steinau geschlossen bleiben.

Obwohl Theo Michael Zwermann größtes Verständnis für den Schutz der Gesundheit der Menschen hat, treffen ihn die Regelungen hart. Rund 60.000 Euro an Lohnkosten stehen pro Monat auf der Soll-Seite, die Kosten für Sozialleistungen, für Versicherungen oder für Überprüfungen der Fahrgeschäfte noch gar nicht eingeschlossen. In den Monaten seit der Schließung im Oktober 2019 hat er verschiedene Investitionen zur Verbesserung der Infrastruktur getätigt.

Dicke Null auf der Haben-Seite

„Und auf der Haben-Seite nun eine dicke Null“, merkt Zwermann zu einer Entwicklung an, die ihm finanziell schwer zu schaffen macht. Während die Mitarbeiter in diesen Tagen weiter ihrer gewohnten Arbeit nachgehen, den Park säubern, Blumen pflanzen, Wege ausbessern oder den einen oder anderen umgefallenen Zaun wieder aufstellen, ist der Parkinhaber damit beschäftigt, Bittschreiben und Hilfeersuchen an verschiedene Stellen zu verschicken oder Anträge für finanzielle Unterstützung von der öffentlichen Hand zu stellen.

„Ich habe dem hessischen Ministerpräsidenten, den Ministern, dem Landrat, den heimischen Bundestagsabgeordneten, den Regierungspräsidien und dem Arbeitsamt geschrieben, um unserer Situation, die denen anderer Parke natürlich ähnelt, zu schildern“, so Zwermann. „Wir brauchen Hilfe, wir brauchen einen Schutzschirm“, schildert er. Und dieser müsse sofort aufgespannt werden: „Hoffentlich führt die deutsche Gründlichkeit beim Bearbeiten nicht dazu, dass die bereitgestellten Hilfsmittel zu spät ankommen“, sind seine Bedenken. Rund 130.000 Besucher zählt der Betrieb pro Jahr.

Kurzarbeit trotz einer Menge Arbeit

„Bis Ende April halten wir noch durch“, sagt Zwermann. Allerdings muss er im April für seine Mitarbeiter Kurzarbeit beantragen, obwohl bei einem Erlebnispark auch in den kommenden Wochen Arbeiten anfallen, die unbedingt erledigt werden müssen: Tiere füttern, Blumen gießen oder die Fahrgeschäfte instandhalten, damit sie am Eröffnungstag intakt sind. Und hierfür braucht es Personal. In dem Park gibt es 14 Fahrgeschäfte, 40 eigenmotorische Spiel- und Spaßstationen sowie weitere Attraktionen und 30 Grillhütten, zehn Grillplätze und 15 Picknick-Pavillons.

Inhaber hofft auf Öffnung Anfang Mai

Sollte Anfang Mai geöffnet werden, dann geht es für Theo Zwermann „glücklich weiter“, wie er formuliert. Wenn aber der Park im Mai und Juni noch geschlossen bleiben muss, dann wird es „unlustig“. Denn dies könnte ihn an die Existenzgrenze bringen. Wenn der Erlebnispark aber erst im Juli öffne, „dann können wir das Jahr 2020 gleich vollkommen vergessen.“ Theo Zwermann will aber den Teufel nicht an die Wand malen, setzt auf das Prinzip Hoffnung und bleibt optimistisch für das 26. Jahr des Erlebnisparks Steinau. / kor

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