Fotos: Sabine Schuchardt

Erster Prozesstag: Anklageschrift zum „Augenstecher-Prozess“ verlesen

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Hanau / Schlüchtern - Erneut steht ein mindestens 26 Jahre alter Angeklagter aus Eritrea vor Gericht. Der Mann muss sich wegen versuchten Mordes und Messerstiche in Hals und Augen eines zur Tatzeit 18 Jahre alten Somaliers in einem Haus in Schlüchtern vor dem Landgericht Hanau verantworten. Am ersten Prozesstag am Montag wurde die Anklageschrift verlesen und das weitere Vorgehen besprochen.

Der Bundesgerichtshof forderte eine Strafe von neun Jahren und sechs Monaten. / Archivfoto: Andreas Ungermann

Der Bundesgerichtshof beanstandete im Wesentlichen, dass das Landgericht, damals unter dem Vorsitz von Gerichtspräsidentin Susanne Wetzel, von einem durchgehenden Tötungsvorsatz des Angeklagten abgesehen habe. Das sei nicht hinreichend belegt.

Der Fall erregte wegen der brutalen Herangehensweise großes Aufsehen. Der Angeklagte soll unter anderem sein Opfer mit einem Messer zweimal in den Hals gestochen, beide Ohrmuscheln abgetrennt, mit einem Messer beide Augenlider abgeschnitten und mit einem Kugelschreiber in beide Augäpfel gestochen haben.

Das Verfahren wird am 22. Oktober fortgesetzt. Dann werden Aussagen des Opfers erwartet, der dauerhaft durch die Verstümmelungen gezeichnet ist und dessen Sehkraft auf einem Auge lediglich noch fünf Prozent beträgt, auf dem anderen 20 Prozent. Möglicherweise ergeben sich durch diese Aussage neue Erkenntnisse hinsichtlich der Motive des Angeklagten. / sab

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