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Bares für Rares (ZDF): Kind macht Fluss-Fund - Brosche bringt Familie aus Main-Kinzig-Kreis 1000 Euro

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Von: Sebastian Reichert

Krasse Geschichte um einen Fluss-Fund eines Kindes in der ZDF-Trödel-Show „Bares für Rares“ mit Moderator Horst Lichter. Eine Brosche bringt einer Familie aus dem Main-Kinzig-Kreis 1000 Euro.

Köln - In der neuen Folge der ZDF-Trödelshow „Bares für Rares“, die am 18. Januar 2023 ausgestrahlt wurde, hatten Monika und Volker Römer aus Rodenbach aus dem Main-Kinzig-Kreis  eine bezaubernde Brosche mit einer unglaublichen Finder-Geschichte mit in das Walzwerk in Pulheim bei Köln gebracht.

„Von der Expertise erhoffen wir uns Aufklärung darüber, ob es wertvolle Steine sind oder ob es sich nur um Modeschmuck handelt“, erklärte der Verkäufer aus Hessen. „Wirklich sehr hübsch. Die Farben sind sehr schön“, zeigte sich Moderator Horst Lichter gleich begeistert von dem Schmuckstück.

Bares für Rares (ZDF): Kind macht Fluss-Fund - Brosche bringt Familie 1000 Euro

„Das ist außergewöhnlich. Es scheint alt zu sein.“ Doch wie kamen Monika und Volker Römer in den Besitz der Brosche? Die Geschichte, die sie bei „Bares für Rares“ erzählten, klang sehr verrückt - und wurde am Ende dann im Händlerraum noch verrückter (lesen Sie auch hier: Bares für Rares (ZDF): Experte verschätzt sich bei Design-Klassiker aus der DDR doppelt).

„Eigentlich hat es mein Vater gefunden“, erzählte Monika Römer, wie das Schmuckstück in den Besitz der Familie kam. Er entdeckte die Brosche in einem Fluss, im Main an einem Brückenpfeiler. Den Fluss-Fund zur Polizei gebracht, meinten die Beamten, dass es vielleicht nur Modeschmuck und damit nichts wert sei.

Nichtsdestotz holte der Vater von Monika Römer seinen Fluss-Fund nach einem Jahr wieder bei der Polizei ab, nachdem sich dort in dieser Zeit nicht der vorherige Besitzer gemeldet hatte. Das Ganze trug sich sogar schon vor 70 Jahren zu, in den 1950er Jahren. Der Vater der Verkäuferin war damals noch ein Kind - zwölf Jahre alt.

Danach klärte Expertin Wendela Horz aus Speyer (Rheinland-Pfalz) über die rechtliche Lage bei Fundsachen auf. Auf dem Bürgersteig gefundenes Bargeld oder Fundsachen im Wert von bis zu zehn Euro darf man behalten, wenn einem die Eigentümerin oder der Eigentümer nicht bekannt sind (lesen Sie auch hier: Hotel-Manager aus Fulda verehrt den Kaiser - und bekommt bei Bares für Rares Lob für Rückzieher).

Alle höherwertigen Fundsachen - also selbst ein 20-Euro-Schein - muss man als Finder beim nächsten Bürgeramt oder bei der Polizei anzeigen. Sonst wäre es Unterschlagung. Wenn sich in einer bestimmten Frist - aktuell sind es sechs Monate - niemand meldet, gehört die Sache in der Regel dem Finder.

Bei allen Fundstücken kann der ursprüngliche Eigentümer oder die Eigentümerin noch drei Jahre die Herausgabe verlangen. Ehrliche Finder haben Sie in der Regel Anspruch auf einen Finderlohn. Bei Fundsachen bis zu einem Wert von 500 Euro sind das fünf Prozent, für Beträge darüber drei Prozent (lesen Sie auch hier: Ehepaar aus dem Kinzigtal bei Bares für Rares - ein „tolles Erlebnis“).

Für den Fluss-Fund sprang für die Familie aus Hessen am Ende aber viel mehr heraus. Expertin Wendela Horz erklärte, dass die „wunderschöne Brosche“ etwa in den 1910er Jahren entstanden sei. „Ein sehr schönes Beispiel der Belle Époque.“ In der Mitte sitzt laut der gelernten Goldschmiedin und geprüften Diamantgraduiererin eine große, echte Diamantrose - immerhin von 0,60 bis 0,70 Karat.

Krasse Geschichte um einen Fluss-Fund eines Kindes in der ZDF-Show „Bares für Rares“. Eine Brosche bringt einer Familie aus dem Main-Kinzig-Kreis 1000 Euro.
Krasse Geschichte um einen Fluss-Fund eines Kindes in der ZDF-Show „Bares für Rares“. Eine Brosche bringt einer Familie aus dem Main-Kinzig-Kreis 1000 Euro. © ZDF

Weiter enthalten: eingeschliffene Saphire, winzige Diamantrosen, die auf Kryolithglas (auch Opalglas genannt) aufgesetzt sind. Der Unterbau besteht aus 585er Gold. Die Oberfläche ist in Platin gearbeitet. Zudem gibt es noch einen Clou: Die komplette Broschierung ist mit einer Schraube lösbar. Damit ist das Schmuckstück auch als Anhänger verwendbar.

„Sehr schöne Gestaltung, sehr guter Zustand, tolle Größe - ich bin begeistert“, erklärte Juwelierin Wendela Horz. Während die Verkäufer einen Wunschpreis von 300 Euro nannten, bezifferte die Expertin den Wert auf 1000 Euro. „Toll! Das hätte ich nicht gedacht“, zeigte sich Monika Römer begeistert.

Im „Bares für Rares“-Händlerraum, in dem Elisabeth Nüdling aus Fulda - die zuletzt bei einem Negligé-Collier in der ZDF-Trödelshow völlig aus dem Häuschen war - dieses Mal nicht dabei war, sprang der Funke auch sofort über. „Einzigartig schön!“, sagte Wolfgang Pauritsch aus Oberstaufen. Den Zuschlag für den Fluss-Fund bekam Elke Velten aus Köln - für 1000 Euro!

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