Der Eingang des Firmengebäudes Woco in Salmünster. (Archiv)
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Der Eingang des Firmengebäudes Woco in Salmünster. (Archiv)

Verhandlungen beendet

Umstrukturierung bei der Firma Woco: Einige Mitarbeiter werden noch im Dezember gekündigt

  • Hanns-Georg Szczepanek
    vonHanns-Georg Szczepanek
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Mitte Oktober hatte die Firma Woco bekanntgegeben, dass eine Umstrukturierung nötig werde, bei welcher – wie schon 2019 – ein Personalabbau unumgänglich sein werde. Zu Wochenbeginn haben Geschäftsleitung und Betriebsrat nun zu Ende verhandelt und sich auf einen Sozialplan geeinigt.

Bad Soden-Salmünster - Noch im Lauf des Dezembers wird es nach Auskunft der Arbeitnehmervertretung zu 61 betriebsbedingten Kündigungen kommen. Diese betroffen wohl nahezu ausschließlich den Stammsitz in Bad Soden-Salmünster. Das Werk in Steinau als reine Produktionsstätte sei außen vor. In Steinau sind den Angaben zufolge derzeit 51 Menschen beschäftigt, am Stammsitz 652 Personen. Die Kündigungen werden je nach individueller Kündigungsfrist im Verlauf des ersten Halbjahrs 2021 wirksam. (Lesen Sie hier: Luftfiltersystem der Firma Woco soll in Schule im Main-Kinzig-Kreis im Kampf gegen das Coronavirus getestet werden).

Weitere 21 Mitarbeiter erhalten eine Änderungskündigung. Sie bleiben also im Unternehmen, werden aber mit anderen Aufgaben betraut und eventuell an anderer Stelle eingesetzt. Zu diesem Personenkreis zählt laut Betriebsratsvorsitzendem Uwe Rüffer zum Beispiel auch manche Führungskraft, die durch den Wegfall ihres bisherigen Tätigkeitsbereichs in anderer Funktion beschäftigt werden kann, aber eben ohne Führungsaufgaben. Der ausgehandelte Interessenausgleich umfasse auch eine gestaffeltes System zur Minderung von Einbußen.

61 Mitarbeiter werden bei der Firma Woco noch im Dezember gekündigt

Laut Rüffer werden verschiedene Logistiktätigkeiten, die das Unternehmen bislang in eigener Regie organisiert hat, an einen externen Dienstleister ausgelagert. Um wen es sich dabei handelt, könne derzeit noch nicht mitgeteilt werden, denn die entsprechenden Verhandlungen seien noch nicht abgeschlossen. Fest stehe jedoch, dass dieses Arbeitsfeld im Lauf des kommenden Jahres von der externen Firma übernommen werde. Im Kern gehe es dabei um das Kommissionieren und den Versand von Produkten nach Deutschland, Europa und nach Übersee sowie das Umpacken von eintreffenden Ladungen aus aller Welt. Hierzu gehört auch das Behältermanagement, das sowohl im Handel als auch im produzierenden Gewerbe wichtig ist. Im Behältermanagement wird der Einsatz geeigneter Ladungsträger geplant, gesteuert und überwacht.

Nach Angaben des Woco-Betriebsratschefs gingen der Einigung fünf Verhandlungstage im Oktober und November voraus. Bei zwei weiteren Terminen habe sich die Arbeitnehmervertretung mit ihren Rechtsbeiständen beraten. Die sogenannte Massenentlassungsanzeige sei am Mittwoch von der Arbeitsagentur in Hanau bestätigt, am gestrigen Donnerstag seien die vom Personalabbau betroffenen Mitarbeiter informiert worden. Für den 8. Dezember ist eine (Online-)Betriebsversammlung anberaumt.

Kündigung bei Firma Woco betreffen nahezu ausschließlich Stammsitz in Bad Soden-Salmünster

Der Sozialplan sieht die Abfederung finanzieller Härten mittels Abfindungen vor. Die 61 von Kündigung betroffenen Beschäftigten können auch in eine Auffanggesellschaft wechseln, wenn sie dies wünschen. Diese Gesellschaft wird ebenso wie im Jahr 2019 zusammen mit der Transfergesellschaft Refugio (Plochingen) eingerichtet. Infoveranstaltungen hierfür sind für den 9. und 10. Dezember vorgesehen. In der Auffanggesellschaft können sich die Arbeitnehmer maximal zwölf Monate qualifizieren, einem Profiling unterziehen, das Stärken und Schwächen aufzeigt, und an einem Bewerbungstraining zur Vermittlung in neue Jobs teilnehmen.

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