Repro der „alten, alten“ Kreissparkasse in Schlüchtern
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Diese Zeichnung zeigt die „alte, alte“ Kreissparkasse im Herzen Schlüchterns.

Fragen der BBB zu Abrissarbeiten

Wird die Sparkasse nun doch niedriger?

  • Tim Bachmann
    vonTim Bachmann
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Dass sich in Schlüchterns „Neuer Mitte“ etwas tut, kann man dieser Tage in vielfältiger Weise erfahren: Als Autofahrer, der sich an neue Verkehrsführungen gewöhnen muss, oder als Spaziergänger, der schon von Weitem Baugerüste und Absperrungen sehen kann. Und hören kann man natürlich auch, dass hier fleißig gewerkelt wird.

Schlüchtern - Das ehemalige Langer-Gebäude und die alte Kreissparkasse werden peu à peu dem Erdboden gleichgemacht – bis zum Jahresende. Vorerst finden die Arbeiten jedoch im Innern der Gebäude statt.

Wie die „Neue Mitte“ später einmal aussehen soll, ist auf Plänen an den Bauzäunen zu sehen. Und die Firma Jökel, die das Kreissparkassen-Areal erworben hat, gab schon im Februar 2019 bekannt, wie das Gelände bespielt werden soll. Doch die geplante Bauhöhe der „neuen Kreissparkasse“ ließ Kritik aufkommen. Bis zum heutigen Tage: „Wir sind nach wie vor dafür, dass das Bauwerk, welches jetzt neu geplant ist, sich dem Stadtbild der Stadt Schlüchtern anpasst“, so der Fraktionssprecher der Bürger-Bewegung Bergwinkel (BBB), Hans Konrad Neuroth. Nun soll laut Neuroth vorgesehen sein, dass das Bauvorhaben doch etwas anders dimensioniert werde als bislang geschildert. Angeblich sehe der neue Plan eine zwei Meter niedrigere Bebauung vor. Und auch an eine Eingrünung sei gedacht worden, so Neuroth. Vernehmlich hätten sich am Donnerstag Jökels und Stadtverantwortliche getroffen, um dies zu besprechen. Jedoch wollen weder die Firma Jökel noch die Stadtverwaltung sich hierzu äußern. 

So soll das Kreissparkassen-Gebäude aussehen.

In keinem Aspekt an Stadt angepasst

Das alte Gebäude, das Anfang der 1970er Jahre geplant und errichtet wurde, habe sich in keinem Aspekt in die Stadt eingepasst, so Neuroth. Derartige Fehler sollten nicht wiederholt werden, fordert er.

„Wir wünschen uns, dass mindestens eine fünfgeschossige noch besser eine viergeschossige Bauhöhe umgesetzt wird“, sagt Neuroth. Seine Fraktion begrüße es freilich, dass die Kreissparkasse als Ankermieter mindestens die nächsten 25 Jahre in Schlüchtern ihren Standort behalte, womit Fusionierungs-Pläne mit der Kreissparkasse Gelnhausen vom Tisch seien und Schlüchterns „Neue Mitte“ gestärkt werde. Auch, dass „die traditionsreiche Schlüchterner Firma Jökel Verantwortung für diese Liegenschaft übernommen hat“, sei erfreulich, so Neuroth.

Da die Arbeiten im einige Meter weiter stehenden Langer-Gebäude bereits im Gange sind, fragt Neuroth, ob überhaupt schon eine „rechtsverbindliche, endgültige und auflagenfreie Abrissgenehmigung von der zuständigen Behörde erteilt“ worden sei.

Forderung geeigneter Lärmschutzmaßnahmen für die Dauer des Abrisses

Seitens der Stadtverwaltung heißt es hierzu, dass es sich bei den Arbeiten auf dem Gelände um Baustelleneinrichtungen handele, die genehmigungsfrei vonstatten gehen können. Es seien schlicht „Entrümpelungen und Rückbauten, die keiner Genehmigung unterliegen und auch nicht in die statisch-konstruktive Eigenart des Gebäudes eingreifen“. Ebenfalls seien die entfernten Asphalteinbauten in den Ein- und Ausfahrten des Parkhauses genehmigungsfrei und die fachgerechte Entsorgung sichergestellt.

Für den eigentlichen Abbruch des Gebäudes sei eine Genehmigung beim Regierungspräsidium Darmstadt (RP) beantragt. Dieses habe gestern geschrieben, dass die Unterlagen vollständig eingegangen seien und eine Stellungnahme zur Bauaufsicht abgegeben werden könne. Die Verwaltung rechnet damit, dass die Genehmigung in den kommenden drei Wochen eintrifft.

In der Abbruchgenehmigung werden Auflagen und Hinweise des RP enthalten sein, wie mit den anfallenden Abfallschlüsseln umgegangen werden muss, Hinweise zur Abbruchstatik und zum Natur- und Artenschutz, heißt es aus der Stadtverwaltung. Das Artenschutzgutachten sei diese Woche vonstatten gegangen. Ergebnis: Keine relevanten Tiere angetroffen.

Neuroth fordert unterdessen, geeignete Lärmschutzmaßnahmen für die Dauer des Abrisses zu veranlassen. Entsprechende Beschwerden habe es laut Neuroth „bedauerlicherweise schon gegeben“. Dem widerspricht die Stadtverwaltung: „Das Servicetelefon der Stadt, die Ordnungsbehörde sowie bei der Polizeistation Schlüchtern sind keine Beschwerden zu verzeichnen (Stand gestern, 12 Uhr).“ Der Erste Stadtrat Reinhold Baier (CDU) sei einmal wöchentlich vor Ort und versichere sich über den reibungslosen Ablauf der Arbeiten.

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