Fotos: Vorstand NABU-Ortsgruppe Sinntal

Von Fuchswelpen und Biodiversität – Rückblick auf erstes Jahr der NABU-Ortsgruppe Sinntal

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Sinntal - „Das erste Jahr der NABU-Ortsgruppe Sinntal war geprägt von Aktivität und Vielseitigkeit“, berichtet Barbara Merx aus dem Vorstand in einer Pressenotiz. In vielen Projekten hätten sich die Mitglieder und Helfer engagiert. Neu seien Schaukästen mit Infos zu aktuellen Themen in Weichersbach, Hirschwaldstraße 12, sowie in Sterbfritz, Ortsausgang alte Oberzeller Straße im alten Buch.

Merx blickt in ihrem Jahresbericht auf verschiedene Einsätze zurück: Als Erstes nennt sie die Aktion mit den Wendehalsnistkästen. Der Landschaftspflegeverband habe dafür 20 der besonders großen Kästen zur Verfügung gestellt. Sie wurden an geeigneten Stellen angebracht, um dem kleinsten Specht und Zugvogel neue Wohnungen zu bieten. Oft dauere es einige Jahre, bis sich die Vögel dort etablieren.

Bei Schwarzenfels sei das fast ausgestorbene Braunkehlchen entdeckt und wildbiologisch bestätigt worden. „Letzteres bedeutet, dass die Vögel nicht nur durch unsere Region ziehen, sondern hier auch nisten“, erläutert sie. Landwirte hätten sich bereiterklärt, die Brutgegend zu schützen und dort nicht zu mähen, fügt Merx hinzu.

Und: „Unsere NABU-Gruppe wird sich weiter für den Schutz dieser Lebensräume einsetzen. Schon im zweiten Jahr wurde die Goldammer-Kartierung erfolgreich durchgeführt. Noch gibt es hier viele Goldammern, auch die Feldlerche ist gut vertreten.“

Vortrag über den Waldkauz

Merx erinnert an den Vortrag des Wildbiologen Joachim Jenrich aus der Rhön. Er referierte über Eulenvögel, besonders über den Waldkauz. Blühflächen seien in Sterbfritz, Altengronau, Schwarzenfels und Neuengronau ehrenamtlich und auf eigene Kosten angelegt worden. Sie dienen dem Insektenschutz sowie als Deckung für Bodenbrüter und Junghasen.

In Schwarzenfels, Sterbfritz und Breunings habe die Gruppe Kitzrettungsaktionen mit Hilfe von Jägern, NABU, Drohneneinsatz und Suchtrupps organisiert. Zwei Laserlicht-Geräusch-Vergrämer wurden für die nächste Saison angeschafft. Merx dankte den Spendern.

In der Wildtierpflegestation in Sterbfritz seien 34 Tierwaisenkinder betreut und ausgewildert worden, berichtet Merx, darunter Wildkatze, Fuchswelpen, Eichhörnchen, Marderkinder, Igel und Siebenschläfer. Bei Hunderten von Anrufen sei geholfen und beraten worden.

Nabu will sich für Feuersalamander einsetzen

Die Mitglieder besichtigten Biberteiche, beobachteten Fledermäuse und waren bei Pflanzaktionen von Obstbäumen dabei.

Merx weist auf den Feuersalamander hin. Noch gebe es die gefährdeten Tiere in der Region. „Leider werden sie oft tot gefahren. Unsere Ortsgruppe will sich, wie bei der Krötenwanderung, für eine sichere Straßenüberquerung einsetzen“, sagt sie. Das vom Land Hessen durch Termine mit der Landesbetriebsleitung und dem Forstamt unterstützte Kreuzotterprojekt sei erfolgreich etabliert worden. Einen Vortrag zur Biodiversität habe Diplomingenieurin Dorothee Dernbach gehalten. / lq

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