Die Projektmanagerin der Main-Kinzig-Kliniken, Sigrid Rück, Landrat Thorsten Stolz und Geschäftsführer Dieter Bartsch (rechts) in einem der neuen Patientenzimmer, die im Grundsatz für zwei Betten ausgelegt sind.
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Die Projektmanagerin der Main-Kinzig-Kliniken, Sigrid Rück, Landrat Thorsten Stolz und Geschäftsführer Dieter Bartsch (rechts) in einem der neuen Patientenzimmer, die im Grundsatz für zwei Betten ausgelegt sind.

Neue Maßstäbe

Gelnhausen: Erweiterungsbau der Main-Kinzig-Kliniken nimmt bald den Betrieb auf

  • Hanns-Georg Szczepanek
    vonHanns-Georg Szczepanek
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In normalen Zeiten hätte es zumindest einen Tag der offenen Tür für alle Interessierten gegeben. In Zeiten von Corona gab es gestern lediglich eine Pressekonferenz zur bevorstehenden Fertigstellung des Erweiterungsbaus am Standort Gelnhausen der kreiseigenen Main-Kinzig-Kliniken. 

Gelnhausen - Deren Aufsichtratschef, Landrat Thorsten Stolz (SPD), bezeichnete die Erweiterung des Klinikangebots als „einen „Meilenstein in der Klinikgeschichte und in der medizinischen Versorgung der Region“. Mit der Ausstattung in dem Neubau „setzen wir neue Maßstäbe“, sagte Stolz. Derzeit seien letzte Arbeiten und die Abnahme der Einrichtungen im Gange. Laut Klinikgeschäftsführer Dieter Bartsch werden die Teile des Erweiterungsbaus ab August sukzessive in Betrieb genommen.

Den Anfang machen das Erdgeschoss und die erste Etage. Ebenerdig finden sich hinter dem neuen Haupteingang das Empfangsportal mit Anmeldung, deutlich größerer Notaufnahme, mehr Untersuchungsräumen (Radiologie, Urologie, Anästhesiologie) sowie der Liegendkranken-Anfahrt. Im ersten Stock sind Arztzimmer und Sekretariate, Bereitschafts- und Besprechungsräume angesiedelt.

Main-Kinzig-Kliniken: Bis zu 29 Intensivplätze

Im zweiten Obergeschoss soll im kommenden Jahr die erweiterte Intensivstation eröffnen, die 18 Betten in zumeist Einzelzimmern vorsieht. Damit erhöhe sich die Zahl der möglichen Intensivplätze auf bis zu 29. Weil jeweils zwei Zimmer in der neuen Intensivstation einen gemeinsamen Vorraum haben, kann dieser zur Schleuse und somit die Räume zu Isolierzimmern umfunktioniert werden. Auf derselben Etage befindet sich auch ein Büro und ein Besprechungsraum.

Aufenthaltszimmer für Patienten und Besucher auf einer der beiden neuen Stationen im Erweiterungsbau.

In Stockwerk drei und vier sind die beiden neuen Pflegestationen mit insgesamt 60 Betten, Versorgungs- und Aufenthaltsräumen sowie Stationszimmern vorgesehen. Letztere sind geräumig und halten zwei PC-Arbeitsplätze vor. Direkt angegliedert sind speziell für den Nachtdienst kleine Zusatzräume mit je einem Bett, wenn etwa Patienten mit Demenzerkrankungen einer besonderen Überwachung bedürfen. Im Untergeschoss sind Werkstätten, Umkleiden, Technik- und Archivräume sowie die Bettenaufbereitung untergebracht.

Dem geplanten Parkhaus steht möglicherweise ein Standortwechsel bevor

Die Innenarchitekten haben auf eine freundlich-helle Atmosphäre mittels „lichtdurchflutete Optik“ geachtet. Deshalb sind die Fenster auch meist bodentief. Hierdurch können Patienten außerdem vom Bett aus besser nach draußen sehen. Barrierefrei ist das Gebäude ohnehin, dennoch verraten Details wie Blindenschrift an Handläufen eine filigrane Planung. Fast schon heimelig erscheinen die Böden in Holzdesign.

Außenansicht des Erweiterungsbaus. Rechts ein Stück der grundsanierten Kinder- und Frauenklinik. Das Gebäude entstand in den 1930er Jahren.

Das auf dem Klinikgelände geplante neue Parkhaus befindet sich laut Bartsch derzeit „in Parkposition“, weil hierzu noch weitere Abstimmungen erforderlich seien. Es werde im bereits avisierten Areal verwirklicht, womöglich aber nicht am ursprünglich favorisierten Standort.

Ein betont riesengroßes Lob und entsprechenden Dank sprachen Bartsch und Stolz den Mitarbeitern der Kliniken aus, die während der Bauphase, vor allem aber seit Beginn der Corona-Krise „enorm viel geleistet haben“. Denn zusätzlich zum Klinikalltag hätten sie einen „völlig neuen Alltag“ organisieren müssen. Hierbei habe sich aber niemand von seinen Aufgaben entfernt, sondern viele seien regelrecht über sich hinausgewachsen.

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