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Eine 53-Jährige wurde vor Gericht verurteilt, weil ihre Schafe in einem verwahrlosten Zustand waren. (Symbolbild)

Weide in Gelnhausen

Entzündungen, Eiter, Parasiten im Körper: Mehrere Schafe verwahrlost - Geldstrafe für 53-jährige Halterin

Wegen eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz ist eine 53-Jährige vor dem Amtsgericht Gelnhausen zu einer Geldstrafe von 450 Euro (30 Tagessätze à 15 Euro) verurteilt worden.

Gelnhausen - Die Frau aus dem Main-Spessart-Kreis hatte auf einer großen Wald- und Wiesenfläche im Altkreis Gelnhausen zehn Schafe gehalten. Dafür hatte sie vom Staat Förderzuschüsse beantragt. Als das Veterinäramt in diesem Zusammenhang den Zustand und die Pflege der Tiere kontrollieren wollte, tauchten plötzlich Probleme auf.

Nur sieben Schafe konnten vor Ort eingefangen und in Augenschein genommen werden. Schon zu diesem Zeitpunkt fielen Ungereimtheiten bei der Kennzeichnung der Vierbeiner auf. Also bestand das Veterinäramt darauf, zeitgleich alle zehn Tiere an einer Stelle sehen zu wollen. Ein Vorhaben, das trotz mehrerer Versuche und diverser Tricks nicht gelang. (Lesen Sie hier: Landwirt aus Eichenzell vor Gericht - Rinder verenden)

Gelnhausen: Frau verurteilt - Schafe mit Eiter und von Parasiten befallen

Als dann einige Zeit später ein 29-Jähriger aus Bad Orb der Halterin die Schafe abkaufte, gab es dasselbe Problem: Sieben Tieren wurde er problemlos habhaft. Die restlichen ließen keinen Menschen näher als rund 30 Meter an sich heran. Da diese schließlich eine Gefahr für den Verkehr auf einer nahen Landstraße darstellten, mussten sie erschossen werden.

Ihre Kadaver wurden schließlich seziert und von einer Gutachterin untersucht. Diese stellte zwar einen guten Ernährungsstatus fest, allerdings sei deren Zustand insgesamt beklagenswert gewesen. Klauen und Hörner waren teilweise ausgebrochen, Entzündungen und Eiter, Parasiten im Körper, sehr viel mehr Fell als nötig, erklärte sie vor Gericht. Ein solcher Fall sei ihr noch nie untergekommen, so die 63-Jährige. Die Tiere hätten keine regelmäßige Pflege bekommen und hätten unter Schmerzen gelitten. 

Die Angeklagte selbst war vor Gericht nicht erschienen, lediglich ihr Verteidiger. Der telefonierte ihr dann hinterher und brachte in Erfahrung: Wegen eines umgestürzten Baumes sei ihr der Fahrweg versperrt und sie habe deshalb nicht kommen können.

53-jährige Schafhalterin vor Gericht verurteilt - Verwahrloste Tiere

Der Anwalt beteuerte, dass seine Mandantin einiges unternommen habe, um aller Tiere habhaft zu werden. Die Bemühungen seien aber vergeblich gewesen, weil die besagten drei verwildert waren. Der Rechtsbeistand gab zu bedenken, dass der Frau wegen dieser Sache bereits 20.000 Euro an Fördergeldern gestrichen worden seien. Seiner Ansicht nach sei der Fall im Grenzbereich des Strafbaren, eine Verwarnung mit sogenanntem Strafvorbehalt daher ausreichend.

Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft sah hingegen die Anklagevorwürfe weitgehend bestätigt. Die Frau sei ihrer Fürsorgepflicht für die Tiere nicht nachgekommen und habe nicht alle Möglichkeiten zu deren Einfangen ausgeschöpft. Die Anklägerin forderte wegen der Tiermisshandlung durch Unterlassen eine Geldstrafe von 1800 Euro.

Richter Russell blieb mit 450 Euro deutlich darunter. Die Beschuldigte habe zwar einiges unternommen, es wäre aber mehr möglich gewesen. Die Tiere hätten erheblich gelitten. (ls)

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