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Enkelin soll tödlichen Verkehrsunfall verursacht haben - Trickbetrüger bringen Seniorin um 50.000 Euro

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Das Blaulicht auf einem Fahrzeug der Polizei leuchtet
Das Blaulicht auf einem Fahrzeug der Polizei leuchtet. © Monika Skolimowska/zb/dpa/Symbolbild

Eine Seniorin aus Gelnhausen ist von Trickbetrügern um 50.000 Euro gebracht worden. Eine Unbekannte hatte sich als Enkelin der Frau ausgegeben, die angeblich einen Verkehrsunfall verursacht hatte.

Gelnhausen - Wie die Polizei Südosthessen berichtet, wurde die Seniorin von einer ihr unbekannten Frau, die sich als ihre Enkelin ausgab, telefonisch kontaktiert. „Kurz darauf übernahm eine angebliche Polizistin das Telefonat und gab an, dass die Enkelin einen Verkehrsunfall verschuldet hätte, bei dem ein Beteiligter gestorben sei“, schreibt die Polizei in einer Mitteilung.

Für die Freilassung der Enkelin benötige man eine Kaution in Höhe von 50.000 Euro - so die Geschichte der Betrüger. Den Betrag sollte die Seniorin bis zu einer gewissen Uhrzeit bei der Staatsanwaltschaft einreichen. Da die Geschädigte allerdings keine Möglichkeit hatte, zum Treffpunkt nach Hanau (Main-Kinzig-Kreis) zu kommen, wurde eine Geldabholerin zu der Seniorin nach Gelnhausen geschickt.

Main-Kinzig-Kreis: Trickbetrüger bringen Seniorin um 50.000 Euro

„Die Übergabe der geforderten Summe erfolgte zwischen 13 und 14.30 Uhr an der evangelischen Kirche in der Kirchgasse“, heißt es von der Polizei. Die Abholerin wird als eine 1,45 Meter große Frau mit kurzen, schwarzen Haaren beschrieben. Sie war mit einer dunklen Jeans sowie mit einem hellen Pullover bekleidet und soll eine schwarze Mund-Nasen-Bedeckung getragen haben.

Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen in dem Fall aufgenommen und hofft auf Zeugen. Diese werden gebeten, sich unter der Nummer (06051) 8270.

Polizist Stefan Adelmann warnt vor den Maschen der Betrüger

Von einem Paar aus Schlitz (Vogelsberg) erbeuteten dreiste Trickbetrüger zuletzt 35.000 Euro. Im Zusammenhang mit diesen Vorfällen warnt Stefan Adelmann von der Kriminalpolizeilichen Beratungsstelle: „Die Polizei fragt nicht nach vorhandenem Vermögen und holt dieses zu keinen Umständen zu einem vereinbarten Treffen persönlich bei Ihnen ab. Seien Sie bei entsprechenden Anrufen misstrauisch und scheuen Sie sich nicht davor, die örtliche Polizeidienststelle oder die 110 zu wählen.“

Informationen, wie man sich gegen Trickbetrug oder andere Straftaten schützen kann, gibt es im Internet zum Beispiel unter „www.polizei-beratung.de“ oder bei den örtlich zuständigen kriminalpolizeilichen Beratungsstellen. (akh)

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