Foto: Dietmar Kelkel

Gesucht: Eine neue Mitte für die Stadt Schlüchtern

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
    schließen

Schlüchtern - Wie soll Schlüchtern ohne Langer und mit dem Neubau der Kreissparkasse aussehen? Darüber informierten sich am Samstag im ehemaligen Kaufhaus Langer interessierte Bürger, Anwohner und Kommunalpolitiker.

Von Dietmar Kelkel

Unter dem Motto „Frag doch mal die Stadt“ referierten das Architektenbüro Reith, Wehner und Storch, das Ingenieurbüro Dr. Lars Kützing, Bauunternehmer Peter Jökel, Thomas Maus, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse, Städteplaner Olaf Bäumer, Bürgermeister Matthias Möller und die Digital PR Managerin Heike Fauser über die geplante Neugestaltung des Langer Areals, den Abriss und Neubau der Kreissparkasse und das Thema Baustellenkommunikation.

Architekt Olaf Bäumer und Bauunternehmer Peter Jökel berichteten, dass der Abbruch der Sparkasse in der Zeit von Mai bis November 2020 erfolge und der Neubau schon im November 2022 an die Kreissparkasse übergeben werden solle. Das Kopfgebäude für den Ankermieter Kreissparkasse sei sechsgeschossig mit vier Vollgeschossen in Naturstein.

Mietvertrag über 25 Jahre

Das Erdgeschoss habe eine Glasfassade ebenso wie das Haus 2. Insgesamt entstünden auf der 7500 Quadratmeter großen Fläche auch 14 bis 16 Wohneinheiten. Thomas Maus teilte mit, dass bei der Planung auf einen Autoschalter verzichtete werde, dafür aber zehn Stehplätze für Kurzparker vor dem Sparkasseneingang entstünden. Maus betonte: „Wir bekennen uns zum Standort Schlüchtern und wollen unseren Teil zur Belebung der Innenstadt beitragen.“

Der Mietvertrag über 25 Jahre sei bereits unterschrieben. Peter Jökel hatte eigens ein Modell von Schlüchterns Neuer Mitte im Maßstab 1:200 anfertigen lassen, das zeige, wie sich Langer Areal und Sparkasse zu einem harmonischen Gesamtbild zusammenfügten. „Die Visualisierung des Kopfgebäudes war nicht vorteilhaft. Wir hoffen mit dem maßstabgetreuen Modell Kritiker von der gestuften, standortgerechten Kubatur, der Durchwegung und Vernetzung mit der Innenstadt und der Aufwertung des öffentlichen Raumes überzeugen zu können“, betonte Jökel.

„Herzensangelegenheit in der Heimatstadt“

„Für meinen Bruder Stefan und mich ist es eine Herzensangelegenheit, in unserer Heimatstadt tätig zu werden. Wir werden im Dialog mit den Bürgern bleiben“, versprach er. Und Bürgermeister Matthias Möller meinte: „Das Projekt in seiner jetzigen Form ist genau das, was wir in der Neuen Mitte benötigen. Wir sind absolut überzeugt davon.“

Dr. Lars Kützing und Michael Trost vom Ingenieurbüro BCI Mainz werden den Rückbau des Langer Areals als Bauoberleitung begleiten. Die Erarbeitung einer Baustellenlogistik sei bereits fertiggestellt, so Kützing. Ein Schallschutzgutachten sei genehmigt. Die Baustelleneinrüstung und Entkernung sei für Anfang April 2020 vorgesehen. Der Abbruch erfolge Ende 2020/Anfang 2021, im März 2021 sei das Gebäude niedergelegt, erklärte Kützing. Eine Abrissbirne käme nicht zum Einsatz. Mit Kran und Longfrontbagger würden die Gebäudeteile abgetragen und zu einer Brecheranlage im Gewerbegebiet transportiert, um die Staub- und Lärmbelästigung für die Anwohner zu verringern.

Dreigeteilter Veranstaltungssaal

Die Pläne für das Kultur- und Begegnungszentrum erläuterte Stephan Storch vom Fuldaer Architektenbüro Reith, Wehner und Storch. Neben der Einrichtung einer Kindertagesstätte, einer Kinder-Erlebniswelt, des Integrationszentrums sowie einer Bücherei finde die Europaakademie dort eine Bleibe. Der dreigeteilte Veranstaltungssaal mit flexibler Bestuhlung sei 150 Quadratmeter groß. „Das Kulturkino könnte dort verortet werden“, erklärte der Architekt. Es moderierte Heike Fauser von Ballcom. Das Frankfurter Unternehmen wird für die Baustellenkommunikation sorgen, hieß es.

Das könnte Sie auch interessieren