Glasfaseranschlüsse werden im Main-Kinzig-Kreis mit einer Millionen Euro vom Land Hessen gefördert.
+
Glasfaseranschlüsse werden im Main-Kinzig-Kreis mit einer Millionen Euro vom Land Hessen gefördert.

Schnelles Internet

Glasfaseranschluss im Main-Kinzig-Kreis: Eine Millionen Euro als Förderung

  • Hanns-Georg Szczepanek
    vonHanns-Georg Szczepanek
    schließen

Die Verantwortlichen im Main-Kinzig-Kreis freuen sich über weiteres Fördergeld für den Breitbandausbau in Höhe von 1,03 Millionen Euro. Damit sollen in erster Linie 64 Weiler und Höfe in entlegenen Teilen des Landkreises mittels Glasfaserkabel ans Netz angeschlossen werden, damit auch diese von einer sukzessive verbesserten Anbindung des ländlichen Raums profitieren können. 

Main-Kinzig-Kreis - Digital-Staatsminister Professor Dr. Kristina Sinemus (parteilos) erklärte in der Runde, die Verteilung des teils über die EU vermittelten Geldes in den ländlichen Raum sei ihr „ein Herzensanliegen“. Lob verteilte Sinemus an den Main-Kinzig-Kreis, der „unheimlich aktiv und sehr engagiert“ in Sachen Breitbandausbau sei. Bei mehr als 96 Prozent der Haushalte werde bereits eine Versorgung von 50 Mbit pro Sekunde erreicht, bei knapp zwei Dritteln 400 Mbit. In Richtung von Landrat Thorsten Stolz (SPD) und Kreisbeigeordnetem Winfried Ottmann (CDU) sagte die Ministerin, es sei „bemerkenswert und vorbildlich“, wie die Verantwortlichen den Breitbandausbau im Kreisgebiet vorantrieben.

Glasfaseranschluss im Main-Kinzig-Kreis: Eine Millionen Euro als Förderung

Dies belege auch die Vielzahl der Projekte. Dabei nannte sie den Spatenstich zur Glasfaseranbindung von 160 Gewerbegebieten im vergangenen Sommer (wir berichteten) oder eine vor Kurzem unterzeichnete Absichtserklärung, um vier Privatschulen und sechs Krankenhäuser anzubinden. Die Anbindung der öffentlichen Schulen sei abgeschlossen.

In den 64 Höfen und Weilern, bei denen die Bandbreite von 30 Mbit/Sekunde nicht erreicht werde und die Bedarf angemeldet sowie einen Eigenanteil übernehmen wollen, soll das Glasfaserkabel bis in die Gebäude verlegt werden. Hiezu sind rund 28 Kilometer Leitungstiefbau notwendig. Weil die Anbindung entlegener Haushalte für diese wirtschaftlich oft nicht realisierbar ist, unterstützt sie das Land Hessen dabei. (Lesen Sie hier: Auch in Schlitz werden Glasfaseranschlüsse verlegt)

Glasfaseraufbau: Langfristige Stabilisierung der Einwohnerzahlen im ländlichen Raum

Und: „Gerade die Corona-Pandemie beweist, wie notwendig eine leistungsfähige digitale Infrastruktur in der Fläche ist“, sagte Sinemus. Hierdurch könnten moderne Betriebe weiterhin in ihrer Region bleiben oder sich auch Start-Ups im ländlichen Raum ansiedeln. Ottmann verwies auf eine im Sommer besuchte Zimmerei in Flörsbachtal, die mit Auftraggebern und Architekten umfangreiche Daten austausche, um „millimetergenau produzieren zu können“. Dieser Datenverkehr und somit die Arbeit an sich sei ohne den Breitbandausbau mittels Glasfaser „fast nicht möglich“.

Ottmann dankte ebenso wie Landrat Stolz dem Land Hessen, dass es den Ausbau des Digitalnetzes im Kinzigtal immer wieder unterstütze. Stolz rechnete vor, dass das Fördergeld pro Weiler oder Hof einen Betrag von 15.000 Euro bedeute. Dieses Geld könne manch einer zu diesem Zweck allein gar nicht aufbringen. Bei den Investitionen in die digitale Infrastruktur dürfe sich nicht nur auf Ballungsräume konzentriert, sondern auch die Fläche im Blick behalten werden. Denn nach den „teils verheerenden Prognosen“ vor zehn Jahren zum demografischen Wandel sei es inzwischen gelungen, die Einwohnerzahlen im ländlichen Raum zumindest zu stabilisieren. Die kreiseigene Breitband-GmbH sei „klein, aber schlagkräftig“.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema