Foto: Next Energy

„Grünes Licht“ für Solarpark in Bad Soden

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Bad Soden-Salmünster - Ohne weitere Aussprache haben die Stadtverordneten am Montag einem Projekt der Brachttaler Firma Next Energy GmbH einmütig zugestimmt, wonach diese auf deren Grundstück Am Rotenrain unweit des Gewerbegebiets Rauher Berg in Salmünster eine großflächige Photovoltaikanlage errichten darf.

Geschäftsführer Torsten Eurich stellte das Erneuerbare-Energien-Projekt vor, das nach Fertigstellung der zweitgrößte Solarpark im Main-Kinzig-Kreis werden soll. Auf der Grundstücksfläche von insgesamt etwa drei Hektar sollen rund 8600 Photovoltaik-Module in Reihen aufgestellt werden. Somit würde die Hälfte der Grundstücksfläche für die Sonnenstrom-Gewinnung genutzt: etwa 15.000 Quadratmeter.

Laut Torsten Eurich werde die Stromproduktion Am Rotenrain „geräusch- und emissionsfrei“ sowie die Vermarktung der dort gewonnenen Energie subventionsfrei vonstatten gehen. Die Anlage soll nach ihrer Inbetriebnahme etwa 25 Jahre lang laufen und dabei voraussichtlich circa 67 Millionen Kilowattstunden Sonnenstrom liefern.

Versorgung von 1000 Haushalten

Pro Jahr würden dadurch circa 2200 Tonnen an Treibhausgasen „eingespart“, wenn in gleicher Größenordnung fossile Brennstoffe verstromt würden. Mit der geschätzten Jahresleistung von 2,7 Millionen Kilowattstunden könnten rund 1000 Haushalte durchschnittlicher Größe versorgt werden.

Der geschäftsführende Gesellschafter von Next Energy verwies auf mehr als zwei Jahrzehnte Erfahrung als Dienstleister bei erneuerbaren Energien sowie speziell bei Solarstromanlagen und Stromspeichern. Im Main-Kinzig-Kreis habe sein Unternehmen schon etliche frühere Mülldeponien zu Standorten von Freiflächen-Photovoltaik gemacht.

Tierbeweidung denkbar

Hierzu zähle die ehemalige Deponie in Gelnhausen-Hailer, wo der Aufbau noch nicht abgeschlossen sei, oder die einstige Erddeponie in Hohenzell. Das jüngste Projekt stehe in Nidderau ganz im Westen des Landkreises. Der kreisweit größte Solarpark befinde sich in Bruchköbel, wo eine Fläche von sieben Hektar (70.000 Quadratmeter) zur Verfügung stehe.

Neben einer Anlage in Neuberg sei auch ein Solarpark auf eine alten Militärgelände bei Gelnhausen in Betrieb, der von eigens angesiedeltem Damwild beweidet und dadurch gepflegt werde. Auch in Salmünster sei statt maschineller Pflege eine Tierbeweidung denkbar, etwa durch Schafhaltung.

Next Energy übernimmt Kosten

Die auf 20 Jahre gerechneten Gewerbesteuereinnahmen betragen laut Eurich bei jetzigem Preisniveau 245.000 Euro, bei drei Prozent Strompreisaufschlag etwa 429.000 Euro und bei sechs Prozent Steigerung bis zu 533.000 Euro.

Nach dem Votum der Stadtverordneten wird nun ein vorhabenbezogener Bebauungsplan „Freiflächenphotovoltaik Salmünster“ aufgestellt. Die Kosten übernimmt Next Energy. / hgs

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