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Gundhelm wird 850 Jahre alt

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Von: Redaktion Fuldaer Zeitung

Gundhelm - Die 2017 anstehende 850-Jahr-Feier von Gundhelm und die Gründung eines Fördervereins waren die Themen eines Informationsabends, zu dem der Ortsbeirat Gundhelm eingeladen hatte.

Zwei in einem – oder nicht? Und was meinen die Gundhelmer überhaupt? Der Ortsbeirat hatte die 2017 anstehende 850-Jahr-Feier bereits in seiner vorherigen Sitzung angesprochen. Ebenso, dass zur Belebung und Unterhaltung des neuen Dorfgemeinschaftshauses ein Verein gegründet werden könnte. Um die Meinung der Bürger zu erfahren, hatte der Ortsbeirat deshalb am Freitagabend in den kleinen Saal des Dorfgemeinschaftshauses eingeladen. In Vertretung des verhinderten Ortsvorstehers Hans Siemon leitete Karl-Ernst Kohlhepp die Versammlung. Gut 50 von den rund 600 Einwohnern waren gekommen, die etwa 25 der 180 Haushalte repräsentierten. Wie Kohlhepp sagte, gelte es, Zukunft zu gestalten. Zum einen sollen bei dem Infoabend Ideen gesammelt werden, wie das Dorfgemeinschaftshaus belebt werden kann, und mit welchem bürgerschaftlichen Engagement man bereit ist, sich für das Bürgerhaus und den Ort einzusetzen. Zum anderen müsse entschieden werden, ob das Dorfjubiläum gefeiert wird, und wenn ja in welchem Rahmen. Dass das Gemeinschaftshaus für Veranstaltungen zur Verfügung steht, darüber sei man froh, doch es sei klar, dass die Stadt nichts mehr in die Ausstattung investiere, so Kohlhepp. Für das Jubiläum müsse nicht unbedingt ein weiterer Verein gegründet werden, aber angesichts der immensen Arbeit sollte das ganze Dorf dahinter stehen. Ob das der Fall sein werde, könne angesichts der Anwesenden – nicht einmal zehn Prozent der Bürgerschaft waren gekommen – nicht festgestellt werden. Da es im Ort keine Gaststätte mehr gibt, schlug ein Gundhelmer die gaststättenähnliche Nutzung des Bürgerhaus-Foyers als Treffpunkt für die Einwohner vor, was ein Verein übernehmen könne. Hausmeister Oliver Zimmermann sah Probleme, da das Dorfgemeinschaftshaus an zwei Tagen von Dauernutzern und fast jedes zweite Wochenende mit Festveranstaltungen belegt sei. Ein Treff könne deshalb nur montags stattfinden. Außerdem fehlten für größere Anlässe Stühle und Tische. In der gemeinsamen Diskussion der beiden Hauptfragen – Fest und Bürgerhaus – versuchte Karl-Ernst Kohlhepp das Augenmerk auf einen Dorf- und Kulturverein zu richten, der nicht nur für das Bürgerhaus und das Jubiläum da sein, sondern mit kreativen Ideen die ganze Dorfgemeinschaft beleben und festigen könne. Eine Abstimmung ergab ein eindeutiges Votum für die Gründung eines Dorfvereins und auch für die Ausrichtung der 850-Jahr-Feier. Der Ortsbeirat wurde beauftragt, nochmals "den Rest der Gundhelmer" anzusprechen, um eine generelle Meinung zu erhalten. Gleichzeitig soll herausgefunden werden, wer seinen Hof für einen stehenden Festzug zur Verfügung stellt oder in welcher Form das Gundhelmer Jubiläum "anders" als üblich gefeiert werden könnte. Bezüglich des Fördervereins kontaktiert der Ortsbeirat Vereinsvorstände. Hintergrund: Gundhelm, was so viel wie "Streitbarer Beschützer" heißt, wird erstmals 1167 in einer Urkunde des Würzburger Bischofs Herold genannt, in der die Besitztümer des Klosters Schlüchtern aufgeschrieben sind. Wie der örtliche Chronist und Heimatgeschichtler Heinrich Wissenbach bei der Infoveranstaltung sagte, sei Gundhelm vermutlich viel älter. Angenommen wird, dass Gundhelm (Gunthelmes in der Urkunde) seinen Namen dem Führer einer fränkischen Siedlergruppe aus der karolingischen Zeit (900-1100) verdankt, die sich am Oberlauf des Schwarzbaches niedergelassen hatte. 1167 werden noch Wallroth, Kressenbach, Breitenbach und Hohenzell, die Steinauer Stadtteile Marjoß und Bellings sowie der Sinntaler Ortsteil Oberzell erstmalig urkundlich erwähnt, sodass auch dort Jubiläen anstehen. / d

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