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Zwei Jahre nach Anschlag von Hanau: Landtagspräsident erinnert an die Opfer

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Eine Gedenktafel erinnert an die Opfer des Anschlags von Hanau.
Eine Gedenktafel erinnert an die Opfer des Anschlags von Hanau. © Boris Roessler/dpa

Hessens Landtagspräsident Boris Rhein (CDU) hat als Konsequenz aus dem rassistischen Anschlag in Hanau vor zwei Jahren gefordert, rechtsextremistisches Gedankengut mit aller Konsequenz zu bekämpfen.

Wiesbaden/Hanau - Rechtsextremistisches Gedankengut sei die „Ursache für Antisemitismus, Verachtung und Gewalt“, erklärte Rhein am Freitag in Wiesbaden. „In unserer Gesellschaft darf kein Platz sein für Hass, Hetze und Rassismus. Wir müssen deshalb jeden Tag die Stimme erheben gegen Angriffe auf unsere Gesellschaft, unseren Rechtsstaat und unsere Demokratie.“

Der Landtagspräsident erinnerte an die Opfer des Anschlags von Hanau: „Unser Mitgefühl gilt den Familien und Angehörigen der neun Menschen, die am 19. Februar 2020 aus rassistischen Motiven ermordet wurden.“

Hanau: Zwei Jahre nach Anschlag - Landespräsident erinnert an Opfer

Mitgefühl allein reiche jedoch nicht. Die Aufarbeitung der Tat durch einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss des hessischen Landtages sei deshalb von besonderer Bedeutung. Die Angehörigen hätten den Anspruch und das Recht auf vollständige Aufklärung sowie die kritische Beleuchtung der Tatumstände, betonte Rhein, der am Samstag an der zentralen Gedenkstunde auf dem Hanauer Hauptfriedhof teilnehmen wird. Vor einem Jahr fand dort eine Gedenkfeier mit Bundespräsident Steinmeier statt.

Auch mehrere Landtagsfraktionen mahnten, jede Form von rassistischer Menschenfeindlichkeit müsse schon im Ansatz bekämpft werden. „Diejenigen, die in Staat und Politik Verantwortung tragen, haben auch die Verpflichtung, für Klarheit zu sorgen über das, was in jener Nacht in Hanau wirklich geschah“, betonte der SPD-Fraktionschef Günter Rudolph. „Denn Klarheit über das Geschehene ist die Voraussetzung für dessen Aufarbeitung.“

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„Es ist unsere Pflicht, durch die gründliche und gewissenhafte Arbeit des Untersuchungsausschusses, den Angehörigen der Opfer Respekt und Ehre zu erweisen“, erklärte Grünen-Fraktionschef Mathias Wagner. Die Vorsitzende der CDU-Fraktion, Ines Claus, wies zudem auf die finanzielle Unterstützung durch das Land für die Angehörigen hin.

Am 19. Februar 2020 hatte ein 43-jähriger Deutscher in Hanau neun Menschen aus rassistischen Motiven erschossen. Danach tötete der psychisch kranke Rechtsextremist seine Mutter und nahm sich selbst das Leben. (dpa)

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