Der Regisseur Uwe Boll kann die Kritik zu seinem Film über das Attentat von Hanau nicht verstehen.
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Der Regisseur Uwe Boll kann die Kritik zu seinem Film über das Attentat von Hanau nicht verstehen.

Heftige Kritik

Regisseur Uwe Boll will umstrittenen Film über Hanau-Attentat im Februar veröffentlichen

Regisseur Uwe Boll will seinen Film über das Attentat von Hanau im Februar kommenden Jahres veröffentlichen - trotz der Kritik von Angehörigen der Opfer.

Hanau - Die Nachbearbeitung des Films über das Attentat von Hanau habe länger gedauert als gedacht, sagte Uwe Boll gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Sein Filmprojekt „Hanau - Deutschland im Winter“ hatte beim Bekanntwerden für heftige Kritik von Angehörigen der Opfer und von Vertretern der Stadt Hanau gesorgt, darunter auch der Hanauer Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD).

Die Kritiker hatten Boll in einem gemeinsamen Offenen Brief nahegelegt, die Dreharbeiten sofort einzustellen. Sollte er das Projekt doch umsetzen, fordere man ihn auf, „die Persönlichkeitsrechte der Angehörigen, deren Pietätsempfinden und die fortwirkende Menschenwürde der Verstorbenen zu beachten“. Andernfalls wurden auch juristische Schritte angekündigt. (Lesen Sie auch: Hanau: Ein Jahr nach Anschlag sind viele Fragen offen - Podcast mit Angehörigen)

Hanau-Attentat: Uwe Boll will Film veröffentlichen - trotz heftiger Kritik

Boll kann die Empörung nicht nachvollziehen. Ihm sei es in dem Projekt darum gegangen, ein „Psychogramm“ des Täters zu zeichnen, sagte er. Im Mittelpunkt stehe die Frage, wie es zu dessen Radikalisierung gekommen sei. Angesichts aktueller gesellschaftlicher Entwicklungen halte er es für wichtig, sich damit auseinanderzusetzen. Er sei auch an die Opfer-Angehörigen herangetreten und habe das Gespräch gesucht, doch diese wollten von dem Film „nichts wissen“, sagte Boll. „Ich will nicht, dass die denken, ich wolle das Andenken der Toten in den Schmutz ziehen.“

Rückendeckung bekommt Boll von dem Politikwissenschaftler Florian Hartleb, der nach eigenen Angaben Gelegenheit hatte, den Film vorab anzuschauen. Hartleb selbst hatte unter anderem im Auftrag der Stadt München ein Gutachten zu dem Anschlag im Olympia-Einkaufszentrum erstellt und ein Buch mit dem Titel „Einsame Wölfe: Der neue Terrorismus rechter Einzeltäter“ verfasst. (Lesen Sie auch: Vater von Hanau-Attentäter wegen Beleidigung zu Geldstrafe verurteilt)

Film über Hanau-Attentat: Politikwissenschaftler stärkt Uwe Boll den Rücken

Die Kritik an Bolls Film über das Attentat von Hanau teile er nicht, erklärte Hartleb - im Gegenteil: „Uwe Boll hat sich große Verdienste erworben. Er hat sich ganz offenbar tief in die Materie eingearbeitet, mit einem Ergebnis, das erschaudern lässt, aber eben auch das Phänomen verständlich macht. Terrorismus spiegelt in extremer Ausformung wider, wie es um das gesellschaftliche Stimmungsbild und etwaige Schieflagen bestellt ist“, sagte Hartleb. (dpa, lio)

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