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Hanau engagiert Opferbeauftragte für Angehörige des Anschlags

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Hanau - Nach dem rassistischen Anschlag mit insgesamt elf Toten in Hanau will die Stadt den Angehörigen von Todesopfern und Verletzten mit Fachleuten helfen. Die Stadt hat zwei Opferbeauftragte ernannt, die den betroffenen Menschen helfen und beistehen sollen, wie Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) am Freitag sagte.

Die Vorsitzende des Hanauer Ärztevereins und die designierte Leiterin des städtischen Gesundheitsamtes werden das Team bilden. „Mir geht es darum, dass mit den Menschen gesprochen wird und mitgefühlt wird. Die Experten wissen, was zu tun und was zu unterlassen ist. Sie werden tätig sein, so lange es erforderlich ist. Ob wir es danach institutionalisieren, weiß ich noch nicht“, sagte Kaminsky. Es gebe aber auch darüber hinaus verdienstvolle Vereinsstrukturen in Hanau, die Hilfe leisteten, etwa den Weißen Ring.

Zudem teilte die Stadt mit, dass am Freitag ein Bürgertelefon (06181) 277570 eingerichtet werden soll. Es gebe aber auch bereits ein Opfertelefon der Bundesregierung (0800 0009546).

Kaminsky dankte für die vielen Zeichen der Nächstenliebe und Solidaritätsbekundungen, die die Stadt aus der ganzen Welt seit den Anschlägen erreicht hätten. „Das ist schon was Besonderes.“ Angesichts der Diskussion um Fremdenfeindlichkeit in Deutschland betonte Kaminsky: „Die in Hanau ermordet wurden, waren keine Fremden. Es waren Mitbürger.“ Die auf Rassismus fußende Tat sei „mitnichten ein Hanau-spezifisches Problem“. Es sei nun die Aufgabe, zu klären, woher dieser Rassismus komme und was dagegen zu tun sei. / dpa

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