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Zweiter Jahrestag: Gedenken an Anschlagsopfer in Hanau - „Rassismus ist ein Gift“

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In Hanau wird an diesem Samstag den Opfern des rassistischen Anschlags vor zwei Jahren gedacht. Deutschlandweit werden dazu Kundgebungen stattfinden - auch in Fulda.

Update von 13.42 Uhr: Am zweiten Jahrestag des rassistischen Anschlags von Hanau mit neun Toten haben Vertreter des Bundes und des Landes Hessen sowie der Stadt Hanau zu gemeinsamem Handeln gegen Rassismus, Hass und Hetze in Deutschland aufgerufen.

„Dieser Anschlag kam nicht aus dem Nichts. Und er geschah auch alles andere als zufällig“, sagte Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) am Samstag bei der zentralen Gedenkveranstaltung auf dem Hanauer Hauptfriedhof. Nährboden sei „ein Klima der Menschenverachtung, das gewaltbereite Extremisten anstachelt und im schlimmsten Fall zur Tat schreiten lässt“, so die Ministerin.

Hanau: Gedenken an Anschlagsopfer zum zweiten Jahrestag - „Rassismus ist ein Gift“

Gemeinsam mit Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU), dem Hanauer Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) sowie weiteren Vertretern aus Politik und von Religionsgemeinschaften erinnerte Faeser an die Anschlagsopfer und sicherte den Hinterbliebenen ihre Unterstützung zu.

Gedenkstunde für Anschlagsopfer von Hanau.
Angehörige legen Blumen auf ein Grab bei der Gedenkstunde für die Anschlagsopfer von Hanau. © Boris Roessler/dpa

Auch Bouffier sagte, Rassismus sei ein Gift, das manchmal unbedacht, manchmal schleichend und immer öfter auch ganz offen zutage trete. „Wir müssen deshalb wachsam sein, wir dürfen nicht gleichgültig bleiben. Wir müssen Rassisten widersprechen und schon gar kein Verständnis zeigen.“

Hanau: Gedenken zum zweiten Jahrestag des Anschlags - Kundgebungen geplant

Lesen Sie hier die Erstmeldung vom 19. Februar, 11.06 Uhr:

Hanau - Zwei Jahre nach dem rassistischen Anschlag mit neun Toten in Hanau (Main-Kinzig-Kreis) wird am Samstag in zahlreichen Städten der Opfer gedacht. Zu einer zentralen Gedenkstunde auf dem Hanauer Hauptfriedhof werden Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD), Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und der Hanauer Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) erwartet. Neben Hinterbliebenen sind auch Vertreter von Religionsgemeinschaften unter den rund 100 geladenen Gästen.

Ein 43-jähriger Deutscher hatte am 19. Februar 2020 in Hanau neun Menschen aus rassistischen Motiven ermordet. Danach tötete der psychisch kranke Rechtsextremist seine Mutter und nahm sich selbst das Leben. Die Tat löste bundesweit Entsetzen aus.

Gedenken an den rassistischen Anschlag von Hanau
Fotos und Bilder der Opfer des rassistischen Anschlags von Hanau 2020. © Arne Dedert/dpa

Mit ihrer Aufarbeitung befasst sich derzeit ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss des hessischen Landtags, der insbesondere der Frage nachgeht, ob es vor, während oder nach dem Anschlag zu Behördenversagen kam.

Auch in anderen Städten in Hessen und Deutschland wollen Menschen an die Opfer erinnern und für politische Konsequenzen eintreten.

Bundesweit ist eine Vielzahl von Demonstrationen, Kundgebungen und Aktionen geplant, darunter in Hessen neben Hanau auch in Fulda, Frankfurt, Wiesbaden, Offenbach und Dietzenbach sowie in Gießen, Marburg, Wetzlar und Wächtersbach. Außerhalb Hessens soll es Veranstaltungen unter anderem in Hamburg, Bremen, Hannover, Leipzig, Magdeburg, Stuttgart und München geben. In Fulda soll auf dem Bahnhofsvorplatz um 15 Uhr eine Kundgebung stattfinden. (dpa)

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