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Hanau ordnet Tragen von Masken an: Stadt geht mit scharfen Regeln gegen Virus vor

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Hanau - Die Stadt Hanau geht in der Corona-Krise nicht zum ersten Mal mit schärferen Regelungen als andere Städte vor. Nun soll eine Pflicht und keine Empfehlung zum Tragen eines Gesichtsschutzes kommen.

Nach den angekündigten Öffnungen im Einzelhandel hat Hanau wegen der Corona-Infektionsgefahr für das Betreten von Geschäften eine Maskenpflicht angeordnet.

„Die dringende Empfehlung der Bundes- und Landesregierung, sich mit einem Mund-Nasen-Schutz verantwortungsbewusst und rücksichtsvoll in der Öffentlichkeit zu verhalten, haben wir dahingehend erweitert, dass ab Montag in Hanau jeder, der ein Ladengeschäft betritt, eine solche Behelfs- oder Alltagsmaske tragen muss“, teilte Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) mit. Diese Maskenpflicht solle auch im Öffentlichen Personennahverkehr gelten.

Unterschiedlichen Materialien und vielfältige Formen

„Hanau hat bereits vor mehr als zwei Wochen mit Nachdruck darum gebeten, überall dort, wo der Mindestabstand nicht einzuhalten ist, eine Alltagsmaske zu tragen“, sagte Kaminsky. Dadurch komme das Thema für die Hanauer jetzt nicht überraschend.

„Mit der Maskenpflicht kann die schrittweise Öffnung von Geschäften liberaler gestaltet werden. Möglicherweise wird sie außerdem dazu beitragen, dass die Bürgerinnen und Bürger schrittweise ins normale Leben zurückkehren können.“

Die Alltagsmasken könnten „aus ganz unterschiedlichen Materialien und in vielfältigen Formen selbst hergestellt werden, ohne dafür Geld ausgeben zu müssen“, sagte Kaminsky weiter.

Menschen, die überhaupt keine Möglichkeit haben, sich eine zu organisieren, können sich beim Bürgertelefon melden. Hanau hatte bereits Anfang April Veranstaltungen bis Ende Juni gestrichen und zuvor auch schon Hamsterkäufen den Kampf angesagt.

Landkreis Fulda zunächst gegen Mundschutzpflicht

Auf Kritik stieß die Ankündigung beim Hessischen Städtetag und bei der Landesärztekammer. Dass weitere Städte im Bundesland strenger vorgehen als es die Empfehlungen der Landesregierung vorsehen, ist beim Hessischen Städtetag nicht bekannt.

„So lange es nicht genügend wirksame Masken und Schutzkleidung für medizinisches Personal gibt, entbehrt eine Verpflichtung zum Tragen eines Mundschutzes jeglicher Grundlage“, kritisierte der Präsident der Landesärztekammer, Edgar Pinkowski.

Der Landkreis Fulda hatte sich zuletzt gegen eine Mundschutzpflicht ausgesprochen, das Tragen eines Mundschutzes allerdings empfohlen. Die Stadt Jena in Thüringen war eine der ersten Kommunen, die sich vor zwei Wochen für eine Maskenpflicht entschieden hatte. Seit sieben Tagen in Folge gibt es in der Stadt keine neuen Corona-Infektionen. / dpa

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