Fotos: Elisabeth Schmitt

Hessischer Spessart präsentiert sich bei Fachtagung der Akademie für den ländlichen Raum

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Bad Soden-Salmünster - Der hessische Spessart hat einiges zu bieten, wie jetzt die Fachtagung der Akademie für den ländlichen Raum Hessen, zeigte. Bei Exkursionen, Workshops im Spessart-Forum und einer Podiumsdiskussion lernten die Besucher viele Beispiele kennen.

In der Kurstadt an der Salz und am nördlichen Rand des Spessarts wurde mit dieser Fachtagung unter dem Thema „Weil Heimat auch in Zukunft lebendig ist“ gleichzeitig für Hessen der „Tag der Regionen“ eröffnet, der mit zahlreichen Aktionen in ganz Deutschland bis zum 13. Oktober auf regionales Wirtschaften aufmerksam macht. Die Fachtagung richtete sich an alle Akteure im ländlichen Raum Hessens, ob aus der Politik, der Verwaltung, aus Verbänden oder Vereinen.

Das Thema der Veranstaltung stimme ihn zuversichtlich, so Mathias Trümner vom Hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz bei der Eröffnung. Zum Glück habe das Wort „Heimat“ seine ideologische Bedeutung abgelegt und stehe für die Landschaft, die Umgebung und das Zusammenleben. Im ländlichen Raum finde die Zukunft statt, zum Beispiel bei der Energiewende, als einem Aspekt. Er sei in vielen Bereichen ganz vorne und unersetzbar.

Vier zeitgleiche Exkursionen

Der ländliche und der städtische Raum hätten viele Gemeinsamkeiten, meinte Katrin Hess, Leiterin des Amtes für Umwelt, Naturschutz und ländlicher Raum des Kreises. Zudem sei der Main-Kinzig-Kreis in seiner besonderen Lage landschaftlich äußerst attraktiv. Diese Lage bringe Herausforderungen und besonders interessante Aufgaben mit sich.

In vier zeitgleichen Exkursionen lernten die Teilnehmer besondere Orte der Region kennen. Dabei ging es unter anderem um multifunktionale und generationenübergreifende Einrichtungen in Birstein und in Salmünster, um Direktvermarktung an verschiedenen Orten sowie die Rettung und Belebung eines historischen Anwesens durch bürgerschaftliches Engagement. Eine Gruppe wanderte zum Wildpark in Bad Soden, um den Einstieg in einen der neuen Wanderwege „Spessartspuren“ kennen zu lernen und besuchte danach den Generationenpark am Kurpark.

Frische Milch und Eis aus dem Regiomaten

Nach einem Mittagsimbiss mit Gespräch zwischen den Bürgermeistern Dominik Brasch (Bad Soden-Salmünster) und Rainer Schreiber (Joßgrund), der auch Vorsitzender von Spessart-regional ist, wurden in Workshops Themen zur Zukunft des ländlichen Raumes bearbeitet. Dabei ging es um Diversifizierung der Landwirtschaft, um Daseinsvorsorge und belebte Ortskerne, Möglichkeiten und Grenzen ehrenamtlichen Engagements sowie „Spessart regional – wie gelingt gute Zusammenarbeit.“

Der Landwirt Achim Gerth aus Diebach am Haag, einem Stadtteil von Büdingen, berichtete über den Erfolg seines Regiomaten an dem es neben frische Milch auch andere regionale Produkte und Eis gibt. Carola Carius aus Cölbe-Schönstadt stellte den in ihrem Dorf geplanten Dorfladen auf Genossenschaftsbasis vor und Dr. Hans Unbehauen berichtete von dem Gemeinnützigen Verein „Miteinander – Füreinander oberes Fuldatal“.

Ministerin Priska Hinz verpasst Teilnahme

Wie Regionalmangement gelingen kann und mit wie vielen Partnern man eventuell zusammen arbeiten muss, erzählte Regionalmanagerin Sabine Jennert von SPESSARTregional. Moderiert wurde der Nachmittag von Stefan Grothe. Es wurde deutlich, dass vieles nur mit mehr Einsatz gelingen kann, dass Ehrenamtliche auch professionelle und kommunale Unterstützung brauchen und dass fachliche Begleitung unumgänglich ist.

Vermisst wurde die angekündigte Hessische Ministerin Priska Hinz. Sie weilte auf der Agrarministerkonferenz, die offenbar länger dauerte als geplant und ein Besuch in der Kurstadt nicht mehr möglich war. Auch Vizelandrätin Susanne Simmler musste kurzfristig andere Termine wahrnehmen. lis

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