Fotos: Vital-Zentrum Ruppert

Hilfsmittel-Ausschreibungen in der Orthopädie-Technik abgeschafft

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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SCHLÜCHTERN/BAD SODEN-SALMÜNSTER - Der Patient und die Qualität stehen wieder im Vordergrund: Die Ausschreibungen für orthopädische Hilfsmittel sind seit Ende des vergangenen Jahres Geschichte. Jetzt können sich die Patienten wieder selbst ihre Versorger aussuchen und werden von ihrer Krankenkasse nicht mehr zwangsweise auf den Gewinner einer Ausschreibung verwiesen.

„Das verspricht höhere Qualität und bessere regionale Versorgung“, betont Axel Ruppert vom Vital-Zentrum Ruppert. Und auch Axel Ruppel, Orthopädie-Meister und Inhaber des Schlüchterner Vital-Zentrums Ruppert, sagt: „Das ist ein großer Erfolg für alle Patienten“. Seit Kurzem können Patienten wieder selbst wählen, wer sie mit orthopädischen Hilfsmitteln versorgen soll. Das hat die Bundesregierung im Terminservice- und Versorgungsgesetz beschlossen, das am 1. Dezember wirksam wurde.

Davon betroffen sind einige orthopädische Hilfsmittel wie zum Beispiel Rollstühle, Anti-Dekubitusmatratzen, Gehhilfen, Pflegebetten oder Badewannenlifter.

Probleme bei Beratung, Reparaturen und bei Notdiensten

Bislang wurden diese Hilfsmittel von verschiedenen Krankenkassen ausgeschrieben und dann an den günstigsten Anbieter gegeben. Ruppert: „Das hatte oftmals zur Folge, dass einem Patienten zum Beispiel ein Pflegebett von einem weit entfernten, teilweise bundesweit agierendem Anbieter geliefert wurde. Diese Entfernung bringt Probleme bei der Beratung, Reparaturen und besonders bei Notdiensten mit sich.“ Man müsse auch bedenken, dass die Betroffenen meist unerwartet ein Pflegefall werden. „Da ist es zusätzlicher Stress für die Patienten und Angehörigen, wenn sie erst schauen müssen, woher sie welches Hilfsmittel bekommen.“ Da wolle man nicht lange auf die Hilfsmittel warten, gerade wenn es um Entlassungen aus dem Krankenhaus geht. Das war bei Lieferungen über die Ausschreibungsgewinner aber durchaus der Fall.

„Jetzt herrscht endlich wieder Wahlfreiheit“

Das ist mit dem neuen Gesetz passé. „Jetzt herrscht endlich wieder Wahlfreiheit“, betont Ruppert. „Die Patienten können sich aussuchen, wer sie mit Hilfsmitteln versorgen soll. Das führt ganz sicher zu einer Qualitätssteigerung. Außerdem wird somit eine wohnortnahe Versorgung wieder möglich.“ Der Patient kann wieder zu seinem lokalen Sanitätshaus gehen und wird nicht gezwungen, das billigste Angebot anzunehmen. Dort kann er sich die Gerätschaften auch direkt anschauen, zum Beispiel in der Ausstellung des Vital-Zentrums Ruppert in der Schlüchterner Gartenstraße.

Mehr als 20 Millionen Hilfsmittel-Versorgungen pro Jahr

Und dass diese Gesetzesänderung große Bedeutung hat, zeigt eine Zahl für Deutschland, die beachtlich ist: Es geht um mehr als 20 Millionen Hilfsmittel-Versorgungen pro Jahr. „Tendenz steigend“, sagt Ruppert und meint damit den demografischen Wandel.

Auch der Präsident des Bundesinnungsverbands für Orthopädie-Technik Klaus-Jürgen Lotz feiert das als Erfolg. In einer Pressemitteilung sagte er: „Damit ist der unwürdige Preiskampf auf dem Rücken der Patientinnen und Patienten hoffentlich vorbei. Die Politik hat sich klar für die Qualität der Versorgung positioniert.“

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