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500 Jahre altes Gebäude in Steinau für 35.000 Euro versteigert

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Steinau - Es ist wohl das älteste Gebäude von Steinau: das Anwesen „Brüder-Grimm-Straße 31“ im Herzen der Stadt, das zuletzt einige Jahre ein Privat-Museum beherbergte. Fast 500 Jahre Vergangenheit liegt hinter diesen Mauern. Nun soll ihnen auch eine große Zukunft bevorstehen.

Von Ulrich Schwind

In einer Zwangsversteigerung stand die Gebäude- und Freifläche zum Verkauf. Mehrere Interessenten gaben ihre Gebote ab. Letztlich erhielt die Wahl-Steinauerin Rosemarie Erbert-Müller für 35.000 Euro den Zuschlag. Sie setzte sich gegen drei Herren durch. Anschließend versprach sie gegenüber den Kinzigtal Nachrichten, aus dem Anwesen ein „Schmuckstück und Aushängeschild“ zu machen.

Fachmann schätzt Wert auf 100 Euro

Die Realität sieht derzeit noch völlig anders aus. Dem Betrachter bietet sich zwar ein einigermaßen ansehnlicher Anblick von außen. Allerdings hat ein Sachverständiger in einem Gutachten zahlreiche Schäden und dringende Modernisierungen ausgemacht. Am schwersten wiegt dabei der festgestellte Hausschwamm und das Auftreten von Holzschädlingen. Weitere größere Mängel: provisorische Abstützungen von Hauptträgern einer Decke in unsachgemäßer Ausführung, Feuchtigkeitseinwirkungen im Obergeschoss und lockere Ziegel, die abzustürzen drohen.

Letztlich kam der Fachmann auf einen geschätzten Wert von lediglich 100 Euro für das gesamte Ensemble aus zweistöckigem Haus plus dem rückwärtigen Nebengebäude. Wegen der beklagenswerten Bausubstanz hatte die Stadt Steinau im Vorfeld von einem Kauf Abstand genommen. „Das Haus ist in einem sehr schlechten Zustand. Wir wissen, was auf uns zukommt“, gibt sich Rosemarie Erbert-Müller keinen Illusionen hin. Dennoch hatte sie sich am Versteigerungstag frühmorgens mit ihrem Ehemann Heinrich Becker auf den Weg ins Amtsgericht gemacht, um mitzusteigern.

Nicht das erste Projekt der Eheleute

Schließlich erhielt Rosemarie Erbert-Müller unter 14 weiteren Interessierten den endgültigen Zuschlag. Einer der ersten Gratulanten war quasi ein Nachbar: Jürgen Heil besitzt selbst ein altes Gebäude in der Brüder-Grimm-Straße und hat diesem zu neuem Glanz verholfen. „Ich finde es wunderbar, wenn die Steinauer zusammenhalten, um so die schöne Altstadt zu erhalten“, freute er sich.

Hierbei ist er bei Rosemarie Erbert-Müller an der richtigen Adresse. Zusammen mit ihrem Mann hat sie schon mehrere historische Bauten in Steinau erworben und diese renoviert. Hauptinitiator ist dabei ihr Mann, von Beruf Architekt. Vorzeigeobjekt der Eheleute ist das sogenannte „Spielmännche-Haus“ an einer Engstelle in der Brüder-Grimm-Straße 17, das heute eine Vinothek und Weinbar beherbergt.

Den ausführlichen Bericht lesen Sie in der Samstagausgabe der Kinzigtal Nachrichten sowie im E-Paper.

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