Einst Bananensplit, heute Brunnen-Becher. Und: Klaus Schreiber backt neuerdings auch solche Brötchen.
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Einst Bananensplit, heute Brunnen-Becher. Und: Klaus Schreiber backt neuerdings auch solche Brötchen.

Gewerbetreibende zeigen Humor

In Jossgrund gibt es nun Eis und Brötchen passend zum „Phallus-Brunnen“

Der ungewöhnlich geformte Brunnen, der in Oberndorf gebaut wurde, ist derzeit nicht nur im Jossgrund Thema. Zahlreiche überregionale Medien berichteten über das kuriose Wasserspiel. Das örtliche Eiscafé „Jossagalerie“ hat einen neuen Eisbecher im Angebot, die Brotmanufaktur von Klaus Schreiber lockt mit einem „Brunnen-Brötchen“ neue Kunden.

  • Nachdem zahlreiche Medien über den „Phallus-Brunnen“ in Jossgrund-Oberndorf berichtet haben, wurde die Gewerbetreibenden nun kreativ.
  • Im örtlichen Eiscafé gibt es einen neuen Eisbecher und die Brotmanufraktur lockt mit „Brunnen-Brötchen“.
  • Der Bürgermeister der Nachbargemeinde Flörsbachtal denkt über ein weibliches Pendant nach.

Jossgrund-Oberndorf - Einheimische wie Besucher haben so ihren Spaß an dem Brunnen auf dem Franz-Korn-Platz in Oberndorf. „Es wurde im Dorf bereits mit verschiedenen Ideen jongliert. So bin auch ich dann auf die Idee gekommen, diesen Eisbecher anzubieten“, erklärt der Betreiber des Eiscafés in Oberndorf, Antonio Lorusso. Auf der Karte steht das neue Angebot noch nicht – zum einen aus Zeitgründen, aber auch, da die individuellen Karten der Eisdiele in der Pandemie-Zeit nicht ausgeteilt werden.

Im Grunde ist das auch nicht nötig, denn was der Becher enthält, ist selbsterklärend: Zwei Kugeln Vanilleeis, in deren Mitte liegt eine Banane, die die ganze Länge des Tellers benötigt. Alles ist mit Schokosoße und -raspeln bedeckt und sieht – ganz formunabhängig – köstlich aus.

„Es ist nicht schlimm, dass die Kreation nicht auf einer Karte zu finden ist“, sagt Lorusso. Denn: „Wir sind die einzige Eisdiele vor Ort, jeder kennt uns und jeder kennt jeden bei uns. Das Eis wird sich schnell herumsprechen.“ Erste Reaktionen zeigen auf jeden Fall, dass die Gäste Lust auf mehr haben. „Besonders bei den weiblichen Gästen ist das Eis sehr beliebt“, grinst Lorusso.

Brunnen-Brötchen war spontane Eingebung von Bäcker Klaus Schreiber

Ähnlich sieht es in der Backwerkstatt von Klaus Schreiber aus. „Das Brunnen-Brötchen war eine spontane Eingebung“, erzählt der Inhaber. Er hatte den Brunnen selbst gesehen und die amüsierten Reaktionen der Bürger verfolgt – dadurch ist ihm die Idee für das neue Angebot gekommen. „Bei mir gibt es oft individuelles Gebäck, zum Beispiel gab es zur WM schwarz-rot-goldene Brötchen“, erzählt er.

„Ursprünglich waren die Brunnen-Brötchen für eine Party mit Freunden vorgesehen. Aber die ganze Sache hat sich, auch durch die Sozialen Medien, etwas verselbstständigt.“ Deshalb hat Schreiber bereits jede Menge Bestellungen von Kunden entgegengenommen, die sich über die Brunnen-Brötchen-Kreation freuen.

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Pfarrer Daniel Göller stört der Medien-Rummel um den Brunnen nicht

Pfarrer Daniel Göller, der Quasi-Nachbar des wohlgeformten Brunnens unterhalb der katholischen Pfarrkirche, hat im Gespräch mit Christopher Gemming von der Feuerwehr Oberndorf bereits über ein Brunnen-Gebäck gefachsimpelt. „Das ist sicher ein Verkaufsrenner“, sagt Göller augenzwinkernd.

Ihn stört der Rummel um den besonderen Brunnen nach wie vor nicht – im Gegenteil: „Am Sonntag ist ja Kiergottesdienst auf dem Festplatz in Oberndorf. Wenn wir diesen Rummel geahnt hätten, hätten wir die Messe auf dem Franz-Korn-Platz gehalten“, lacht er herzlich.

Bürgermeister aus der Nachbargemeinde Flörsbachtal denkt über weibliches Pendant zum Brunnen nach

Gäbe es Corona nicht, hätte er noch kurzfristig versucht, Brunnen-Gebäck anfertigen zu lassen: „500 Stück in Form des Brunnens verkauft, und wir hätten etwas für die Messdiener-Kasse gehabt. Das wäre ein super Gag gewesen“, sagt der Pfarrer. Auf diesen Scherz muss nun zwar verzichtet werden, doch es kann davon ausgegangen werden, dass sich die Jossgrunder in den nächsten Tagen noch manches einfallen lassen, damit die ungewöhnliche Form des Brunnens nicht so schnell in Vergessenheit gerät.

Bürgermeister Frank Soer aus der Nachbargemeinde Flörsbachtal hat sich ebenfalls zu Wort gemeldet: „Wir befinden uns ja auch in der Dorfentwicklung, so wie Jossgrund, und beplanen derzeit einige Freiflächen. Wir haben im Spaß darüber gesprochen, vielleicht das weibliche Pendant zum Oberndorfer Brunnen bauen zu lassen.“ (rim, dg)

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