Annegret Droste plant eine Ausstellungsserie in der ehemaligen Synagoge. / Foto: privat

Ein Kaleidoskop aus 16 Jahren: Schüler der Kunsttreppe mögen Werke zur Verfügung stellen

  • VonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Schlüchtern - Seit mehr als 16 Jahren gibt es die „Kunsttreppe 34“ von Annegret Droste in Schlüchtern. Jetzt sind alle aktuellen und ehemaligen Schülerinnen und Schüler der Kunsttherapeutin eingeladen, ihre Werke in verschiedenen Ausstellungen zu zeigen.

Die 77-Jährige ist überzeugt, dass in vielen Wohnungen in Schlüchtern und den umliegenden Orten Kunstwerke hängen, die in den vergangenen 16 Jahren in der Kunsttreppe entstanden sind.

Dorthin, in die Obertorstraße 34, lädt die pensionierte Kunsttherapeutin seit 13. Oktober 2001 ein, der individuellen künstlerischen Lust und Laune freien Lauf zu lassen. „Die Entschuldigung ,Ich kann nicht malen‘ gilt hier nicht“, war mal als Überschrift über einen Artikel in den KN über ihr Atelier zu lesen. Und diese Maxime gilt nach wie vor.

„Jeder kommt, wenn er motiviert ist, und macht, worauf er Lust hat“, erklärt Annegret Droste ihr Credo. Auch deshalb gilt sie vielen als „Ermöglicherin“. Denn sie ermöglicht es Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, sich kreativ auszudrücken. Im Schnitt zählt Droste 15 bis 18 Kinder pro Woche und 8 bis 10 Erwachsene, die regelmäßig zu ihr kommen. Inna Kirchner, die seit sechs Jahren in der Kunsttreppe ein- und ausgeht, sagt: „Man hat bei Annegret Zeit, sich in alle künstlerischen Richtungen zu entfalten.“ Kirchner gefällt besonders die kreative Arbeitsatmosphäre, die ihr die unmittelbare Auseinandersetzung mit ihrer Mentorin erlaubt.

Und im Ergebnis gibt es kein gut oder schlecht: „Alles, was in diesen 16 Jahren rausgegangen ist, ist gut und gelungen“, sagt Droste voller Überzeugung. Was also gäbe es Besseres, als diese Ergebnisse künstlerischen Schaffens gebündelt an einem Ort zu zeigen? Deshalb bittet Annegret Droste die Eltern ehemaliger Kursteilnehmer und die Erwachsenen, die in der Kunsttreppe künstlerisch tätig waren, ihre Werke – Malerei oder Skulptur – für eine der drei Ausstellungen zur Verfügung zu stellen, die von Anfang März bis Ende Mai in der Synagoge zu sehen sein werden.

Sie bittet darum, sich zunächst telefonisch oder per E-Mail mit ihr ((0 66 61) 91 62 75 oder (0162) 3 31 62 10; agodro@gmx.de) oder Inna Kirchner ((0 66 61) 7 12 92; ani.tech@web.de) in Verbindung zu setzen und die Werke erst kurz vor den Ausstellungen in der Synagoge vorbeizubringen. Nach Ende der Ausstellungen gehen die Werke natürlich wieder zurück an ihre Besitzer.

Die Ausstellungsreihe, die mit einer Werkschau von Annegret Droste abschließt, markiert auch einen Wendepunkt in der Geschichte der Kunsttreppe. Die 77-Jährige sieht das Atelier vor einer Neuorientierung, denn sie stehe in einem Alter, in dem sie nicht mehr ausreichend die Kraft habe, Sechsjährige auf ihrem künstlerischen Weg zu begleiten. Sie wünscht sich eine Nachfolgerin. Verheißungsvolle Ansätze habe es schon gegeben, diese hätten sich aber zunächst nicht konkretisiert. Die Kunsttherapeutin kann sich nun vorstellen, dass sich künftig bis zu sechs Künstler das Atelier (und die Miete) teilen und gemeinsam, aber individuell und zeitautonom künstlerisch tätig sind.

Vorerst wird sie aber ihre Türen wie in den zurückliegenden 16 Jahren für künstlerisch ambitionierte Menschen offen halten. Gleichzeitig gilt: Der Wandel ist eingeläutet. / ag

Ausstellungsserie in der Synagoge Schlüchtern:

Freitag, 16. Februar, bis Sonntag, 4. März: Malerei und mehr von Kindern und Jugendlichen

Freitag, 9. März, bis Sonntag, 25. März: Erwachsene mit Schwerpunkt Skulptur und Malerei

Freitag, 13. April, bis Sonntag, 29. April: Malerei von Erwachsenen

Mittwoch, 9. Mai, bis Montag, 21. Mai: „Künstlerische Aussagen“ von Annegret Droste.

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