Archivfoto: Steffen Vetter

Kein Netz in Degenfeld: Kurz vor Weihnachten plötzlich „analog“

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Vollmerz - Schnell eine Rechnung überweisen. Die E-Mails checken. Auf dem Smartphone nachschauen, wie das Wetter der kommenden Tage wird. Und dann den Fernseher einschalten – oder doch auf dem Computer eine Serie streamen? Das Internet ist für viele eine Selbstverständlichkeit. Doch was ist, wenn das Netz plötzlich weg ist?

Von unserem Redaktionsmitglied Tim Bachmann

„Eine Katastrophe!“, findet Carola Fischer vom Vollmerzer Seminarhaus „Kuckucksnest“. Seit Mittwochnachmittag ist das „Kuckucksnest“ in der Ramholzer Straße von der digitalen Welt abgeschnitten. Das Internet ist tot. Und auch das Telefon. Anscheinend gibt es ein Problem mit der Leitung. Denn betroffen ist nicht nur das Seminarhaus, sondern auch einige weitere Degenfelder teilen das analoge Schicksal. Bürger. Unternehmer. Ein Teil von Vollmerz ist lahmgelegt. Was nun? Was tun?

„Für uns als Betrieb ist das ganz schwierig“, sagt Fischer. Schließlich kämen inzwischen die meisten Anfragen und Buchungen per E-Mail rein. Und auch das Bezahlen im ländlichen Degenfeld laufe oft „digital“. „Wir können ja nicht für jede Überweisung nach Schlüchtern zur Bank fahren“, sagt die Geschäftsfrau.

Baggerschaden im Zuführungsnetz

Anbieter M-Net wurde informiert, ebenso die Telekom, die das „Netz“ bereitstellt. Fischer mutmaßte bereits am Freitag, dass wohl bei Bauarbeiten ein Problem aufgetaucht sein könnte. Hannes Lindhuber, Pressesprecher von M-Net, kann genau diese Vermutung bestätigen: „Es gab wohl einen Baggerschaden im Zuführungsnetz.“

Laut Lindhuber hätten sich etwa zehn M-Net-Kunden am Mittwochnachmittag gemeldet. Am Donnerstagvormittag habe das Unternehmen mit der Telekom dann in Kontakt gestanden: „Uns wurde versichert, dass der Schaden bis Dienstagabend um 19 Uhr vonseiten der Telekom behoben sein soll“, berichtet Lindhuber.

Sache der Tiefbauer

Gute Nachrichten also für die momentan „analogen“ Degenfelder, sollten sie denn wirklich heute wieder „online“ sein. Lindhuber: „Das ist natürlich ärgerlich. Aber vom Zeitablauf her ist das normal. Gegen einen Baggerschaden ist man etwas machtlos.“ Das sei jetzt Sache der Tiefbauer. „Es ist bedauerlich und unglücklich, dass unsere Kunden ohne Internet und Telefon dasitzen. Aber es ist leider nicht zu ändern“, sagt der M-Net-Pressesprecher.

„In der Tat scheint die Störung mit den aktuellen Bauarbeiten zusammenzuhängen. Beim Setzen von Leitpfosten durch die Stadt Schlüchtern wurde ein Kabel beschädigt“, berichtet Telekom-Pressesprecherin Anne Geelen. „Die Kollegen waren bereits am Freitag vor Ort, mussten aber feststellen, dass aufwendigere Tiefbauarbeiten notwendig sind.“

Unklar, wie schnell Schaden behoben wird

Am Vormittag soll damit begonnen werden. „Vor Ort kann dann erst festgestellt werden, ob das Kabel nur an einer Stelle oder womöglich an mehreren Stellen beschädigt wurde. Erst dann ist auch klar, wie schnell der Schaden behoben werden kann“, stellt die Telekom-Pressesprecherin klar.

„Ich frage mich manchmal, wie das früher ging“, scherzt Carola Fischer über die Zeit, als noch nicht jeder Winkelzug unserer Welt mit dem „world wide web“ verbunden war. So lange ist das noch gar nicht her.

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