Archivfoto: Elisabeth Schmitt

Kinderpornographisches Material heruntergeladen? Katholischer Pfarrer aus dem Kinzigtal suspendiert

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
    schließen

Steinau/Bad Soden-Salmünster - Der bisherige katholische Pfarrer für Marborn und Romsthal ist vom Bistum Fulda von allen Aufgaben suspendiert worden. Anlass sind staatsanwaltliche Ermittlungen wegen des Herunterladens von kinderpornographischem Material.

Dies verkündete Generalvikar Christof Steinert am Sonntag im Gottesdienst in Steinau-Marborn. Auf Anfrage unserer Zeitung erklärte das Bistum am Sonntagabend, die Staatsanwaltschaft Hanau habe die Diözese über ein Ermittlungsverfahren informiert, bei dem es um den Verdacht des „Verschaffens und Besitzes kinder- und jugendpornographischer Schriften“ geht.

Hierauf habe Bischof Dr. Michael Gerber den Priester mit sofortiger Wirkung von allen Ämtern beurlaubt und ihm jede priesterlichen Tätigkeit untersagt. Ein zum Ermittlungsgegenstand passenden konkreten Vorfall oder Verdachtsfälle innerhalb der Kirchengemeinde würden dem Pfarrer nicht vorgeworfen, hieß es aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen.

Früher schon Anschuldigung wegen sexueller Beleidigung

Der Mann war seit 2007 Pfarradministrator in Marborn. Schon früher gab es nach Bistumsangaben die Anschuldigung sexueller Beleidigung gegen ihn, für die er von der Staatsanwaltschaft 2004 mit einer Geldstrafe zur Bewährung belegt worden sei. Nach Einholung eines psychologischen Gutachtens und angeordneter Therapie wurde der Pfarrer unter Auflagen in Marborn eingesetzt.

Im Herbst 2019 habe Bischof Gerber, ohne dass es laut dem Bistum konkrete neuere Hinweise gegeben hätte, „im Rahmen der Begleitung (...) ein erneutes psychologisches Gutachten beauftragt“, um die auf dem Hintergrund des ersten Gutachtens getroffenen Regelungen zu überprüfen.

Auch kirchenrechtliches Verfahren folgt

Umso erschütterter sei der Bischof nun, dass es „nicht einmal im Kontext der Vorbereitungen dieses Gutachtens einen Hinweis des Pfarrers auf das laufende Verfahren der Staatsanwaltschaft bzw. die damit verbundenen Anschuldigungen gab“. / hgs

Das könnte Sie auch interessieren