Oberstudienrätin Heide Buhmann (Mitte) im Kreise von Kollegen der Kinzig-Schule in Schlüchtern.
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Oberstudienrätin Heide Buhmann (Mitte) im Kreise von Kollegen.

Abschied von Kinzig-Schule

Oberstudienrätin Heide Buhmann: Schlüchtern war ein Glücksfall für sie

Ihren Abschied von der Kinzig-Schule feierte Heide Buhmann im Biergarten der Waldgaststätte Acisbrunnen, der mit seiner locker-luftigen Atmosphäre einen passenden Rahmen für diesen besonderen Anlass bot. Ihre Kollegen, darunter auch Ehemalige, ließen die vergangenen 30 Jahre zusammen mit ihr Revue passieren.

Schlüchtern - Ihr ehemaliger Chef, der langjährige Schulleiter der Beruflichen Schulen, Kaspar Krucker, den Buhmann noch heute als „ihren Fels in der Brandung“ bezeichnet, ließ es sich nicht nehmen, das Wort zu ergreifen. In seiner humorvollen Laudatio würdigte er die starke selbstständige Persönlichkeit Buhmanns und ihr unermüdliches Engagement.

„So ein Juwel kann man doch nicht gehen lassen, auch wenn die Zeiten sehr schwierig waren. Dass sie ein pädagogisches Naturtalent ist, hab’ ich natürlich gleich erkannt.“ Und er habe daraus den Vorteil gezogen, täglich zehn Minuten länger Tennis spielen zu können, da sie für ihr pädagogisches Geschick eigentlich keinen Schulleiter gebraucht habe, wie er schmunzelnd anfügte.

„Man darf träumen – ich glaube sogar, man muss es“, sagte Heide Buhmann in ihrer Ansprache an die Kollegen. Ein buntes gesellschaftliches Miteinander aller Gruppen und Herkünfte sei das, wofür die Kinzig-Schule stehe, betonte die Oberstudienrätin. Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen in ihren besonderen Fähigkeiten und Qualifikationen fördern und zu unterstützen – dafür kam der Pädagogin ihre Erfahrungen als Geschäftsführerin eines Buchverlags und eine engagierte Arbeit im Kulturangebot für den Bergwinkel zugute.

Oberstudienrätin Heide Buhmann wird verabschiedet - Sie hat „gerne Verantwortung übernommen“

„Du hast gerne Verantwortung für den gesellschaftswissenschaftlichen Arbeitsbereich übernommen“, stellte der Schulleiter der Kinzig-Schule, Karsten Günder, heraus. Was sie in der Schule tat, floss auch in ihre Freizeit ein – und umgekehrt. Sie brachte Kunst und Kultur an die Kinzig-Schule. „Nicht nur du hast allen Grund zur Wehmut, auch wir werden sehen müssen, wie wir auch zukünftig unsere Angebote mit Kultur und Lokalkolorit ergänzen“, sagte Günder bei der Überreichung der Ruhestandsurkunde.

Es ging Heide Buhmann nicht allein um Deutsch oder Geschichte, vielmehr um die Entwicklung von mündigen, umfänglich gebildeten Menschen. „Viele deiner Lernleistungen waren mit Literatur, Kunst und Lokalkolorit versehen: Was ist im Bergwinkel passiert? Gibt es noch Zeitzeugen? Kann man des Geschehene sichtbar machen? Und wenn wir heute auf die Kernkompetenzen schauen, lagst du damit schon immer richtig.“

Heide Buhmann gestaltete Entstehung und den Aufbau der neuen Schulform an Kinzig-Schule mit

Der Weg in die Schule war für die gebürtige Niedersächsin zunächst steinig und holprig. Denn nach dem Referendariat war für die studierte Gymnasiallehrerin erst einmal Schluss – der Staat hatte kein Geld für Neueinstellungen. Ungewissheit und eine Zeit des Wartens folgten, in der Buhmann jedoch nicht untätig blieb. Schon während ihres Studiums in Marburg hatte sie zusammen mit ihrem späteren Ehemann Hanspeter Haeseler einen Buchverlag mit Biografien von Künstlern und Musikern, Romanen und Noten gegründet und sich damit ein solides zweites Standbein aufgebaut.

Neben Kaspar Krucker dankte Heide Buhmann auch ihrem Kollegen Klaus Mehlhorn von der GEW-Ortsgruppe, stellvertretend für alle anderen Kollegen, für sein Engagement, durch das sie nach drei Jahren unsicherer Verträge schließlich doch den Staatsdienst an der Kinzig-Schule antreten konnte. Daraus sind 30 Jahre geworden. Bis zum Schluss hielt sie der Schule die Treue. Schlüchtern entpuppte sich als Glücksfall für sie. Wovon viele Lehrer träumen, daran konnte sie mitwirken: Heide Buhmann gestaltete die Entstehung und den Aufbau der neuen Schulform Berufliches Gymnasium an der Kinzig-Schule mit. (kat)

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