Das Symbolbild zeigt eine Prügel-Szene
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Nach einem Fastnachtsabend ist eine Auseinandersetzung im Main-Kinzig-Kreis eskaliert (Symbolbild).

Mann war alkoholisiert

Nach Faschingsabend brennt Sicherung durch - 33-Jähriger prügelt auf Paar ein

Schmerzhaft endete ein lustiger Faschingsabend in Aufenau. Zwischen einem 33-Jährigen und einem Pärchen kam es vor dem dortigen Kulturhaus zu einer körperlichen Auseinandersetzung. Jetzt stand der Mann vor Gericht.

Wächtersbach/Fulda - Der 33-Jährige wurde vor dem Amtsgericht Gelnhausen wegen zwei Fällen von Körperverletzung und Beleidigung zu einer Geldstrafe von 2500 Euro (100 Tagessätze à 25 Euro) verurteilt.

Der Beschuldigte aus der Stadt Wächtersbach hatte mit Arbeitskollegen an einem Januar-Samstag dieses Jahres im Kulturhaus eine Karnevalssitzung besucht. In den frühen Morgenstunden des Sonntags stellte sich für ihn dann die Frage, wie er von Aufenau nach Hause in die Wächtersbacher Kernstadt zurückkommt. Laufen war für ihn keine Option. Deswegen sprach er ein Pärchen – ein 47-Jähriger aus Grebenhain und eine 37-Jährige aus Fulda – auf der Veranstaltung an, ob sie ihn im Auto mitnehmen würden. Beide waren dem 33-Jährigen bis zu diesem Zeitpunkt unbekannt.

Angeklagter sollte nach Fastnachtsveranstaltung mitfahren dürfen - für zehn Euro

Daraus entspann sich eine längere Diskussion. Schließlich sollte der 33-Jährige zwar mitfahren dürfen, wenn er dafür zehn Euro bezahle. Doch er hatte kein Geld dabei, wollte erst nach Fahrtende an der eigenen Haustür bezahlen. Das missfiel wiederum der Frau aus Fulda, sodass sie von dem Transportangebot wieder Abstand nehmen wollte.

Das brachte für den alkoholisierten Angeklagten wohl das sprichwörtliche Fass zum Überlaufen: Er schubste den Grebenhainer zu Boden, kniete sich auf ihn und prügelte auf Oberkörper und Kopf ein. Anschließend bekam auch die Frau aus Fulda etwas ab. Auch sie ging er körperlich an, spuckte ihr ins Gesicht und überschüttete sie mit derbsten Ausdrücken.

Opfer war acht Wochen lang krankgeschrieben

Für beide Opfer hatten die Attacken nicht unerhebliche Folgen: Der Grebenhainer erlitt Schürfwunden und Prellungen, war acht Wochen krankgeschrieben. Die Fuldaerin hatte in der Folge mit psychischen Problemen zu kämpfen. Der Angeklagte räumte die Beleidigungen gegenüber der Frau ein. Da sei „eine Sicherung bei ihm durchgebrannt“. Körperliche Attacken wies er hingegen weit von sich. Er sei „kein gewalttätiger Typ“.

Dem stand sein Vorstrafenregister gegenüber, wonach er in der Vergangenheit nicht nur wegen Beförderungserschleichung, Fahrens ohne Fahrerlaubnis und Drogenbesitzes verurteilt worden war, sondern auch wegen Widerstandes gegen Polizeibeamte.

Staatsanwaltschaft forderte höhere Geldstrafe

Richter Thomas Russell schenkte den Beteuerungen des Angeklagten keinen Glauben. Er verurteilte den Mann auch wegen der Körperverletzung zu der Geldstrafe von 2500 Euro. Es sei absolut nicht verständlich, was in dieser Nacht passiert ist. Offenbar habe der Wächtersbacher ein Problem mit Alkohol. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft Hanau hatte sogar eine Geldstrafe von 3600 Euro gefordert. (ls)

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