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Hessentag 2028 in Schlüchtern? Viele Themen beim Neujahrsempfang

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Von: Hanns-Georg Szczepanek

Das Publikum in der Stadthalle beim Neujahrsempfang der Stadt Schlüchtern am Sonntag.
Das Publikum in der Stadthalle beim Neujahrsempfang der Stadt Schlüchtern am Sonntag. © Hanns Szczepanek

Von Klimaschutzprojekten in Stadt und Wald über praktische Tipps zum Energiesparen und Effizienzsteigerung, Gebäudesanierungen oder persönliches Verhalten bis hin zur aktuellen Stadtentwicklung reichte der thematische Bogen, der am Sonntagvormittag beim Neujahrsempfang der Stadt Schlüchtern gespannt wurde.

Schlüchtern - Der von Live-Klaviermusik begleitete Imagefilm „Leben. Wohnen Arbeiten.“ in Schlüchtern stimmte die etwa 300 Gäste auf ein gut 100-minütiges Vortragsprogramm ein, bei dem Fachinformationen über Klimaschutz, Energieeffizienz und Stadtentwicklung zwar im Mittelpunkt standen, zugleich aber aufzeigten, wie diese Themen einander bedingen und sie oftmals ineinandergreifen.

Kinzigtal: Kommt der Hessentag 2028 nach Schlüchtern?

Bürgermeister Matthias Möller (parteilos) erinnerte daran, dass sich seit dem zuletzt 2020 veranstalteten Neujahrsempfang viel verändert habe: von den Folgen der Corona-Pandemie im Bildungswesen oder bei der Kinderbetreuung über den stationären Handel bis hin zu der durch den Angriffskrieg gegen die Ukraine ausgelösten Flüchtlingswelle und der Energiekrise.

Mit großen Sorgenfalten blickt Möller dabei nach Berlin, weil manche Entscheidung dort „nicht mehr nachvollziehbar“ sei. Auf der Bundesebene brauche es mehr krisenfeste Politiker mit Lebenserfahrung und weniger solche, die in der Bevölkerung Ängste schürten oder aber den Bürgern vorschreiben wollten, „wie oft sie duschen sollten“.

Mit vernehmbarem Stolz berichtete Möller hingegen von der Entwicklung der Stadt Schlüchtern. Zwar habe es sogar Wetten gegeben, dass sich die Bergwinkelstadt an der Gestaltung der Neuen Mitte verheben werde und er mit diesem Vorhaben scheitere, doch „wir haben gezeigt, dass wir das schaffen“.

Das einstige Langer-Areal sei nach dem Erwerb seitens der Stadt entwickelt und „mit kleinem Gewinn“ veräußert worden. Er freue sich, dass die Werner-Gruppe (Fulda) im Herbst mit den Bauarbeiten zwischen Obertor- und Lotichiusstraße beginnen wolle. Dort entstehe klimaschutzgerecht auch eine „grüne Oase“ mit großem Aufenthaltswert. Das Kultur- und Begegnungszentrum werde „ein würdiger Nachfolger“ für Langer sein.

Ebenso in Einklang gebracht würden Ökonomie und Ökologie bei der Entwicklung des ehemaligen Vogt-Geländes am Höbäckerweg. Das Konzept dazu sei auf einen „Frequenzbringer für die Innenstadt“ ausgelegt.

Bürgermeister Möller will noch mehr „Lust auf Schlüchtern“ machen

Solche Kraftakte sowie das Lösen auch von gesellschaftlichen Problemen könnten in einer Kleinstadt nur bewältigt werden, wenn „alle an einem Strang in die gleiche Richtung ziehen“, betonte Möller. Deshalb wolle er gern noch mehr „Lust auf Schlüchtern“ machen, denn „Schlüchtern sind wir alle“. Dies schaffe und bewahre Identität und stärke das Heimatgefühl, erklärte der Rathauschef. Dieses Heimatgefühl sei nicht immer einfach zu beschreiben, denn es rücke erst dann so richtig ins Bewusstsein, „wenn etwas wegbricht“. Dies sei während der Pandemie deutlich zu spüren gewesen, als der Kalte Markt zwei Jahre in Folge ausfallen musste.

Für das Jahr 2023 stellte Möller einen „Abend des Ehrenamts“ in Aussicht und gab als Ziel aus, dass nach Fertigstellung der städtischen Baustellen eine Bewerbung um den Hessentag 2028 zumindest erwogen werden könnte.

Axel Ruppert stellte als Vorsitzender des Gewerbevereins Wito das lokale Klimapakt-Projekt „Zukunftswald“ vor, das im Vorjahr mit dem Umweltpreis Main-Kinzig ausgezeichnet und Ende 2022 um zwei weitere Flächen erweitert worden ist. Vertreter der Nassauischen Heimstätte präsentierten vor Eröffnung des kalten Buffets Klimaschutzprojekte in Schlüchtern im Zuge der „Lebendigen Zentren“ sowie ein digitales Stadtmodell.

Für die musikalische Gestaltung sorgten gewohnt routiniert die Bigband Route 66 der Stadtkapelle sowie am Flügel Dr. Frank Kleespies.

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