Verfassungsfeinden Grundrechte entziehen? CDU-Mann Tauber tritt heftige Debatte los
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Peter Tauber war einst Generalsekretär der CDU - jetzt will er seine politische Laufbahn beenden.

Bundestagsmandat

Peter Tauber (CDU) zieht sich zurück: Diskussion um Nachfolge hat begonnen - „In Partei geht das Kribbeln los“

Seine Mitarbeiter in Berlin und im Wahlkreis wissen schon seit einer Woche Bescheid, mit den Parteifreunden in den Landkreisen Wetterau und Main-Kinzig hat Peter Tauber am Wochenende Dutzende Telefongespräche geführt und danach einen Brief an die CDU-Mitglieder im Wahlkreis 175 verschickt. Der Botschaft in Kurzform: Der Abgeordnete tritt nicht mehr an.  

Schlüchtern/Gelnhausen - „Persönliche und familiäre Gründe haben mich nach reiflicher Überlegung zu dieser Entscheidung bewogen“, heißt es in dem Schreiben Taubers an die Mitglieder. Mit Blick auf seine persönliche Lebensperspektive habe er nach „reiflicher Überlegung“ aber diese Entscheidung getroffen, sagt der 46-Jährige.

Dabei habe nicht nur seine gesundheitliche Situation, sondern auch die Vorstellung, noch einmal neue berufliche Herausforderungen zu suchen und anzunehmen, eine Rolle gespielt, so Tauber. Der Gelnhausener litt 2017 unter einer schweren Darmerkrankung und hatte sich einer Notoperation unterziehen müssen. Seither ist Tauber noch nicht vollständig genesen.

Günter Franz (CDU) nach Tauber-Rückzug: „In der Partei geht das Kribbeln los“

Schlüchterns CDU-Stadtverbandsvorsitzender Heiko Kirchner kann die Entscheidung nachvollziehen, bedauert aber, „mit Peter einen sehr guten und kurzen Kontakt verloren zu haben“. Tauber habe ihn am Sonntag angerufen und über seinen Entschluss informiert. „Er wollte sich bei allen Stadt- und Gemeindeverbänden persönlich melden. Das finde ich sehr gut. Das zeugt von Größe.“

Wer sein Buch gelesen habe, wisse über die gesundheitliche Situation Taubers Bescheid. Die Doppelbelastung als Staatssekretär und Bundestagsabgeordneter könne man nicht mit „Zipperlein“ bestehen, meint Kirchner. Einen Wunschkandidaten als Nachfolger für Tauber als CDU-Wahlkreiskandidaten könne er aus dem Stand nicht benennen, aber „sein Nachfolger wird es schwer haben“, ist Kirchner sicher.

„Ich respektiere Peter Taubers Entscheidung und habe Hochachtung vor ihm, dass er seine Gründe so offen kommuniziert“, sagt Günter Frenz als Vorsitzender der CDU Sinntal. In einem Telefongespräch habe Tauber ihn über das geplante Ende seiner politischen Karriere informiert, bevor das offizielle Schreiben die Parteifreunde erreichte. „Ich war überrascht. Bei einem jungen Menschen, der in so einer Liga spielt, erwartet man das nicht. Peter hat erreicht, was sich junge Politiker erhoffen. Aber jeder muss für seinen Lebensweg die für ihn richtigen Entscheidungen treffen. Dass Peter dies getan hat, spricht für ihn“, so Frenz.

Der Sinntaler freut sich, dass Tauber der CDU in der Kommunalpolitik erhalten bleibe. Tauber sei als Abgeordneter „nicht nur Berliner“ gewesen, sondern habe die große Politik und die Basis stets vereinbart. Dass Tauber nun seine politische Karriere auf Bundesebene beende, nennt Frenz „einen Verlust für die CDU“. Den damit verbundenen Neuanfang und die Frage, wer auf Tauber nachfolgen soll, beschreibt Frenz so: „In der Partei geht jetzt das Kribbeln los. Wir haben diesen Wahlkreis gewonnen, und es braucht weiterhin eine Person, die in der Lage ist, ihn weiter für uns zu gewinnen.“ Wer das sein könnte, dazu möchte sich Frenz noch nicht äußern. Aber: „So mancher scharrt bestimmt schon mit den Hufen.“

Kreisvorsitzende Leikert spricht von „grundlegend geänderter Situation“

Die CDU-Kreisvorsitzende Dr. Katja Leikert, die einst über Tauber den Weg in die Politik gefunden hat, bestätigt eine „grundlegend geänderte Situation“ in der CDU Main-Kinzig. Im Moment sortiere sich erst einmal alles neu, daher sei völlig offen, wer für die Nachfolge „seinen Hut in den Ring werfen wird“, so Taubers Abgeordnetenkollegin im Bundestag. Die Entscheidung über die Personalie träfen am Ende die Delegierten der CDU-Stadt- und Gemeindeverbände im Wahlkreis 175, zu dem neben dem östlichen Teil des Main-Kinzig-Kreises große Teile des Altkreises Büdingen und Schotten zählen. Details zum Nominierungsparteitag stimme Leikert derzeit mit den CDU-Kreisvorsitzenden Wetterau (Lucia Puttrich) und Vogelsberg (Dr. Jens Mischak) ab.

In der Partei werden inzwischen viele Namen für die Tauber-Nachfolge gehandelt. Welche, das lesen Sie in der Mittwochausgabe der Kinzigtal Nachrichten und im E-Paper.

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