Knaus Tabbert, einer der größten drei Hersteller von Reisemobilen ist an die Börse gegangen.
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Knaus Tabbert, einer der größten drei Hersteller von Reisemobilen, ist an die Börse gegangen.

Erlös für neue Marke?

Knaus Tabbert geht an die Börse - Unternehmen muss Abstriche machen

Die Knaus Tabbert AG, einer der drei größten Hersteller von Reisemobilen, Caravans und Kastenwagen in Europa, ist Mittwoch im Segment Prime Standard an die Frankfurter Börse gegangen.

  • Knaus Tabbert ist heute an die Börse gegangen.
  • Das Unternehmen mit Sitz in Mottgers ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen.
  • Der Börsengang verlief allerdings schwächer als erwartet.

Update vom 23. September, 15.30 Uhr: Die Aktie der Knaus Tabbert AG hat heute im Segment Prime Standard an der Frankfurter Wertpapierbörse ihren Einstand gefeiert. Der Ausgabepreis lag bei 58 Euro und damit am unteren Ende der Preisspanne von 58 bis 75 Euro. Wie die Frankfurter Börse mitteilt, notierten die Aktien des Freizeitmobilherstellers zum Handelsstart bei 58 Euro. Gegen Mittag wurde sie leichter mit 57,30 Euro gehandelt.

Knaus Tabbert ist am Mittwoch an die Börse gegangen.

Wie die FAZ schreibt, habe der Wohnmobil- und Caravanhersteller mit Hauptsitz in Jandelsbrunne damit Abstriche machen müssen. Nicht nur habe das Unternehmen die Aktien am unteren Ende der Preisspanne ausgegeben, sondern angesichts einer schwachen Nachfrage das Volumen der Emission um fast ein Fünftel reduziert. Statt bis zu 4,945 Millionen Anteilsscheine seien maximal vier Millionen verkauft worden.

Das Angebotsvolumen belief sich auf ungefähr 232 Millionen Euro, was einem Börsenwert von 602 Millionen Euro entspricht. Knaus Tabbert selbst hatte sich aus dem Börsengang 20 Millionen Euro frisches Kapital erhofft, das unter anderem in den Bau einer Fabrik für Kastenwagen in Ungarn, wo die Marke Weinsberg vom Band läuft, investiert werden soll. Wohnwagen der Premiummarke Tabbert werden in Mottgers produziert.

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Die Erstmeldung vom 3. September 2020 zum Börsengang von Knaus Tabbert:

Mottgers, Jandelsbrunn - „Mit Blick auf das schnelle Wachstum aufgrund der anhaltenden und steigenden Nachfrage in der gesamten Branche will Knaus Tabbert mit dem Börsengang seine Aktionärsbasis erweitern“, heißt es in einer Pressemitteilung des Unternehmens.

Das Angebot werde bestehende Aktien aus dem Besitz der derzeitigen Aktionäre HTP Investments 1 BV, Catalina Capital Partners B.V. und Palatium Beteiligungsgesellschaft mbH umfassen. „Hinzu kommen neu ausgegebene Aktien aus einer Kapitalerhöhung mit einem erwarteten Emissionserlös von rund 20 Millionen Euro, um die Investitionspläne von Knaus Tabbert zu beschleunigen“, heißt es.

Knaus Tabbert geht an die Börse

Das endgültige Platzierungsvolumen stehe noch nicht fest. Nach dem Börsengang werde der angestrebte Streubesitz voraussichtlich bei rund 50 Prozent liegen.

Knaus Tabbert

Knaus Tabbert stellt Freizeitmobile her. Der Hauptsitz der Firma liegt im niederbayerischen Jandelsbrunn, ein weiterer Standort ist in Mottgers. Auf dem Markt für Freizeitfahrzeuge gehört das Unternehmen zu den drei größten europäischen Herstellern und erwirtschaftet rund zwei Drittel seines Umsatzes in Deutschland.

In den vergangenen Jahren ist Knaus Tabbert stark gewachsen, lautet es in der Pressemitteilung. Das Unternehmen erzielte im Jahr 2019 einen Umsatz von 780,4 Millionen Euro und produzierte mit rund 3000 Mitarbeitern mehr als 26.000 Freizeitmobile.

„Unabhängiges, individuelles und komfortables Reisen wird immer beliebter“, sagt Wolfgang Speck, Vorstandsvorsitzender der Knaus Tabbert AG. „Gerade in der jüngeren Generation werden Aktivitäten und Urlaub im Wohnmobil immer populärer“, führt er aus. Das Unternehmen, das mit dem Lkw-Hersteller MAN Reisemobile baut, habe in den letzten Jahren an der Kapazitätsgrenze produziert, „und alle Zeichen stehen auf weiteres Wachstum“. Mit dem Börsengang wolle das Unternehmen seine „hervorragende Position“ weiter verbessern.

Erlös soll für neue Produktion und eventuelle neue Marke eingesetzt werden

Die beiden Unternehmer Wim de Pundert (63) und Klaas Meertens (63) halten laut Pressemitteilung über ihre Holdingunternehmen zusammen rund 97 Prozent an der Knaus Tabbert AG. „Diese Aktionäre haben ihre Kontrollbeteiligung an Knaus Tabbert im Jahr 2009 erworben.“ Die beiden Hauptaktionäre haben laut Mitteilung erklärt, das weitere Wachstum des Unternehmens durch ihr Engagement im Aufsichtsrat aktiv unterstützen zu wollen.

Die Knaus Tabbert AG plane, den erwarteten Erlös von rund 20 Millionen Euro aus dem Börsengang für den Ausbau der Produktionsanlagen, insbesondere für die ab Herbst 2021 geplante Produktion in Ungarn, einzusetzen. Darüber hinaus wolle das Unternehmen möglicherweise eine neue Marke einführen. (lea)

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