Der Kreistag des Main-Kinzig-Keises bei einer Corona-konformen Sitzung am 25. September 2020 in Meerholz.
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Der Kreistag des Main-Kinzig-Keises bei einer Corona-konformen Sitzung am 25. September 2020 in Meerholz.

SPD trotz Verlusten vorn

Kommunalwahl Hessen: Im Kreistag im Main-Kinzig-Kreis sind die Grünen die Wahlsieger

  • Hanns-Georg Szczepanek
    vonHanns-Georg Szczepanek
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Kommunalwahl in Hessen: Im Main-Kinzig-Kreis bei der Kreistagswahl sind Bündnis90/Die Grünen und die Freien Wähler (FW) die Gewinner. Die Ökopartei legte um 7,3 Prozentpunkte am meisten zu, gefolgt von den FW, die um 1,9 Punkte wächst.

Kinzigtal - Die Freien Wähler verdoppeln bei der Kommunalwahl in Hessen durch ihren Erfolg die Anzahl der Mandate von zuletzt drei auf künftig sechs. Die Fraktion der Grünen wächst von bisher acht auf 14 Sitze.  Neu im Kreistag des Main-Kinzig-Kreises ist eine Vertreterin der stark satirisch orientierten Wählergruppe „Die Partei“. In der Bürgervertretung des Landkreises nicht mehr vertreten sind die rechtsradikalen Parteien „Die Republikaner“ und die NPD als „Kommunale Allianz“.

Kommunalwahl Hessen: Im Kreistag im Main-Kinzig-Kreis sind die Grünen die Wahlsieger

Klare Verliererin ist die AfD Main-Kinzig, die von den Wählern um mehr als fünf Prozentpunkte in den einstelligen Prozentbereich verwiesen worden sind. Sie verlieren damit drei Sitze und zugleich ihren Status als drittgrößte Fraktion. Diesen Platz nehmen nun die Grünen als bisher viertstärkste Kraft ein.

Knapp drei Prozentpunkte haben auch die Sozialdemokraten verloren, allerdings hat die SPD den ersten Platz als stärkste politische Kraft auf Kreisebene mehr oder weniger mühelos verteidigt. Daher stehen die Chancen für Sinntals Bürgermeister Carsten Ullrich (SPD) gut, weiterhin den Vorsitz im Kreistag zu führen.

Kommunalwahl Hessen: Wird im Main-Kinzig-Kreis die große Koalition weitergeführt?

Ob die große Koalition aus SPD und CDU weitergeführt werden wird, hängt von Sondierungsgesprächen in den kommenden Tagen und Wochen ab. Denn rechnerisch ist eine Neuauflage des Dreierbündnisses aus SPD, Grünen und FW möglich, das von 2011 bis 2016 im Kreistag über die absolute Mehrheit verfügt hatte.

So sieht das vorläufige Endergebnis der Kreistagswahl im Main-Kinzig-Kreis aus.

Die SPD, die nach bewährten Gepflogenheiten als stärkste Fraktion jeweils zu derlei Sondierungsgesprächen mit in Frage kommenden Partnern einlädt, könnte auch ein anderes Dreierbündnis bilden, denn nach dem gegenwärtigen Stand des Wahlergebnisses könnte zum Beispiel die FDP an die Stelle der Freien Wähler treten.

Die CDU hingegen müsste zumindest ein Viererbündnis mit Grünen, FDP und FW bilden, um „gegen“ oder zumindest ohne die SPD eine mehrheitsfähige Koalition zu bilden. Ein Bündnis mit der Rechtsaußenpartei AfD haben die beiden erneut größten Fraktionen schon vor längerer Zeit grundsätzlich ausgeschlossen. 

Kommunalwahl Hessen: CDU-Spitzenkandidat Winfried Ottmann zeigt sich enttäuscht

Vizelandrätin Susanne Simmler, die zusammen mit Landrat Thorsten Stolz den SPD-Wahlvorschlag angeführt hat, zeigt sich froh darüber, dass ihre Partei nach wie vor auf Platz eins im Kinzigtal steht. Dies dürfe fraglos als Unterstützung für die bisherige Kreispolitik gewertet werden, zumal die SPD „in Bund und Land zurzeit eher Gegenwind als Rückenwind spürt“.

Als Spitzenkandidat der CDU fungierte der Dritte im hauptamtlichen Kreisausschuss, Winfried Ottmann. Der Salmünsterer macht aus seiner Enttäuschung keinen Hehl, denn „wir haben uns mehr erwartet“. Wäre schon vor der Maskenaffäre in der Union und den Impfstoffproblemen gewählt worden, hätte die Kreis-CDU „ganz sicher besser abgeschnitten“.

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