Die neu gegründete Wählergruppe „Wir für Steinau“ hat bei der Kommunalwahl in der Grimmstadt auf Anhieb 30 Prozent erhalten.
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Die neu gegründete Wählergruppe „Wir für Steinau“ hat bei der Kommunalwahl in der Grimmstadt auf Anhieb 30 Prozent erhalten.

GWL gewinnt in Bad Soden

Kommunalwahl im Kinzigtal: Neu gegründete Wählergruppe in Steinau Wahlsieger, CDU und SPD verlieren in Sinntal

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  • Walter Kreuzer
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Kommunalwahl im Main-Kinzig-Kreis: Während in Schlüchtern die SPD stärkste Kraft im Stadtparlament bleibt, hat die neu gegründete Wählergruppe „Wir für Steinau“ (WFS) in der Grimmstadt auf Anhieb 27,4 Prozent erhalten.

Schlüchtern - Die SPD hat in Schlüchtern vor der CDU die meisten Stimmen bei der Wahl zur Stadtverordnetenversammlung eingefahren. 31,5 Prozent der Schlüchterner Wählerinnen und Wähler setzten bei der Kommunalwahl 2021 ihr Kreuz bei der SPD. Die Christdemokraten erhielten 25,3 Prozent der Stimmen.

Kommunalwahl in Steinau an der Straße: „Wir für Steinau“ auf Anhieb in Grimmstadt ganz vorn

Im Trendergebnis hatte die WFS sogar die „Bürger gestalten mit“ (BGM) hinter sich gelassen. Dass diese letztlich den Spieß umdrehen und ihre Verluste auf 10 Prozentpunkte begrenzen konnte, liegt an einem Punkt: Die WFS hatte Kandidaten fast ausschließlich aus der Innenstadt auf ihrem Wahlvorschlag, viele Ortschaften wurden nicht mit eigenen Leuten abgedeckt. Ein Manko, das auch an der fehlenden Zeit zwischen Gründung und Einreichung der Liste gelegen haben dürfte. Die Kandidaten der „Bürger gestalten mit“ kamen dagegen aus fast allen Stadtteilen, was viele Wähler zum Kumulieren oder Panaschieren veranlasst haben dürfte.

WFS-Spitzenkandidat Jens Knobeloch kündigt an, „in jenen Stadtteilen Interessenten gewinnen“ zu wollen, wo es bislang Schwächen gibt. Potenzial sieht er etwa in Ulmbach und Sarrod, wo es für seine Liste kaum etwas zu holen gab, während sie in der Innenstadt mit 40,6 Prozent die BGM und die SPD klar hinter sich gelassen hat. Mit Seidenroth liegt die WFS in einem zweiten Ort vor der BGM.

Diesen Erfolg begründet Knobeloch mit „unserem guten Wahlkampf“. Mit der Aufteilung in Fachbereiche wie Kultur, Soziales, Wirtschaft oder Finanzen „waren wir sehr breit aufgestellt“. Zudem hätten die Bürger „frischen Wind“ in der Stadtpolitik haben wollen und die „Zeit für einen Wechsel“ gesehen.

Die BGM verliert stark, bleibt aber vorne.

An dieser Einschätzung ist einiges dran. Allerdings hat die BGM letztlich die Position als stärkste Kraft doch noch behauptet – mit Siegen in sechs Stadtteilen. Seinen Beitrag dazu geleistet hat Stadtverordnetenvorsteher Ludwig Bathon. Der Marborner wurde von Listenplatz 21 auf Rang 3 nach vorne kumuliert. Ähnlich verhält es sich mit Rudolf Bös, der 14 Plätze auf den fünften Rang gutmachte.

In die andere Richtung ging es dagegen mit Anja Schultheis. Die Stadtverordnete aus Seidenroth stand auf dem Wahlvorschlag der BGM auf Platz 2, landete letztlich aber abgeschlagen auf Rang 15. Fraktionschef Tobias Betz (Listenplatz 3) traf es mit Platz 6 und dem Wiedereinzug ins Stadtparlament nicht ganz so hart.

Gewählte

BGM: Arnold Lifka, Frank Amend, Ludwig Bathon, Marcus Pauli, Rudolf Bös, Tobias Betz, Ralph Braun, Holger Seemann, Ernst Schultheis, Volker Ries

WFS: Jens Knobeloch, Michael Fuchs, Thomas Düdder, Dominique Genc, Florian Melcher-Eurich, Ralf Kolb, Laura Fuchs, Manuel Auermann, Dietmar Broj

SPD: Holger Frischkorn, Elena Frischkorn, Sebastian Stein, Sandra Heiliger, Dr. Christina Weimann, Claudia Kaul, Hans-Joachim Knobeloch

UBL: Alexander Happ, Tim Schätzke, Liane Heid, Thomas Hummel, Ewald Mattheis

Unter dem Strich zeigte sich am Mittwoch Spitzenkandidat Frank Amend „nicht so geknickt wie am Sonntag. Es ist erfreulich, dass wir wieder stärkste Fraktion geworden sind. Ich denke, die Verluste halten sich in Grenzen.“ Den Erfolg der WFS erklärt er damit, dass auf deren Liste „viele bekannte Steinauer Leute“ kandidiert hätten. Er habe keine Probleme mit einer Zusammenarbeit: „Mir geht es um Steinau und nicht um Parteipolitik.“ Die BGM werde nach einem „ungeschriebenen Gesetz“ wohl auch künftig den Ersten Stadtrat – aktuell Arnold Lifka, der als einziger Kandidat mehr als 3000 Stimmen auf sich vereinigte – und den Stadtverordnetenvorsteher stellen.

SPD-Spitzenmann Holger Frischkorn macht keinen Hehl aus seiner Enttäuschung. Bei diesem Ergebnis „blutet das rote Herz“, meinte er. Ein bis zwei Sitze mehr hatte er erwartet, sind es doch nur sieben geworden statt der 13 vor fünf Jahren. Von denen waren zuletzt aber nur noch elf besetzt. Das WFS-Ergebnis nennt er „beachtlich“ und er weist auf die vielen „neuen Gesichter in den Gremien“ hin: „Der Wähler hat darauf geachtet, die für ihn richtigen Personen zu wählen. Wir haben in der Fraktion eine gute Mischung mit neuen Leuten.“

„Wir sind eigentlich zufrieden. Ich finde es nur schade, dass unsere neuen Kandidaten es nicht direkt in die Stadtverordnetenversammlung geschafft haben“, fasst Tim Schätzke, Spitzenkandidat der UBL, das Ergebnis zusammen.

Kommunalwahl in Sinntal: SPD gewinnt sechs Wahlbezirke - BWG hält Anzahl der Sitze

Zugelegt – das hat in Sinntal nur die Bürgerliche Wählergemeinschaft (BWG) bei der Kommunalwahl in der Gemeinde. Federn gelassen haben CDU und SPD. Die eine mehr, die andere weniger. Was die Listenplätze der Kandidaten betrifft, lässt sich eins sagen: Da ist Bewegung drin.

Spannend machten es die Sinntaler allemal. Am Dienstagnachmittag stand die Anzeige des digitalen „Votemanagers“ still – und das seit fast 24 Stunden. Kandidaten für die Gemeindevertretung und Sinntaler Bürger warteten auf der Internetseite noch auf den größten Batzen, die Auszähl- Ergebnisse der drei Briefwahl-Bezirke. Denn erst dann ist das vorläufige amtliche Endergebnis belastbar. Wer profitiert vom Kumulieren und Panaschieren, wer nicht? Das war lange Zeit die Frage. Um 15.29 Uhr war es dann geschafft.

Zugelegt – das hat in Sinntal nur die Bürgerliche Wählergemeinschaft (BWG) bei der Kommunalwahl in der Gemeinde. Federn gelassen haben CDU und SPD.

Den Angaben zufolge verbessert die BWG ihr Ergebnis aus dem Jahr 2016 um 6,9 Prozentpunkte auf 40,4 Prozent und verfügt nun über 10 Sitze in der Gemeindevertretung – genauso viele wie bisher. Denn statt 31 Sitzen wie im Jahr 2016 wurden diesmal nur noch 25 Sitze vergeben, nachdem zuvor in der Wahlperiode diese Verkleinerung beschlossen worden war.

Gewählte

SPD: Carsten Ullrich (Mandatsverzicht wahrscheinlich), Ernst Heinbuch, Oliver Habekost, Alfred Appel, Helmut Nickolai, Eugen Schüßler, Florian Ziegler, Maximilian Roth, Helga Baier

CDU: Günter Frenz, Margot Klement, Klaus Zeller, Marco Gärtner, Lukas Henke, Olaf Maienschein

BWG: Mike Richter, Stefan Euler, Frank Kohlhepp, Thomas Fuß, Gerald Blum, Wilhelm Merx, Hendrik Müller, Brigitte Hartmann, Oliver Baier, Stefanie Bold

Die meisten Stimmen verloren hat die CDU Sinntal: Von 29,7 Prozent bei der vergangenen Wahl rutschten die Christdemokraten diesmal auf 24,8 Prozent ab. Das ist ein Minus von 4,9 Prozentpunkten. Sie zählen nun 6 Sitze, vorher waren es 9. Für die SPD Sinntal ist es besser gelaufen, aber auch nicht ohne Einbußen. Ihre Verluste liegen bei 2 Prozentpunkten. Das vorläufige Endergebnis beläuft sich auf 34,8 Prozent. Statt 12 sind es nur noch 9 Sitze in der Gemeindevertretung für die Sozialdemokraten.

Kommunalwahl in Bad Soden-Salmünster: GWL schließt zur etwas stärkeren CDU auf

Die Gemeinsame Wählerliste Bad Soden-Salmünster (GWL) ist die Siegerin der Stadtverordnetenwahl in der Kurstadt. Sie gewann als einzige der drei Fraktionen Stimmenanteile dazu, auch wenn sie am Ende Platz eins erneut der CDU überlassen musste.

Die Gemeinsame Wählerliste Bad Soden-Salmünster (GWL) ist die Siegerin der Stadtverordnetenwahl in der Kurstadt. Sie gewann als einzige der drei Fraktionen Stimmenanteile dazu, auch wenn sie am Ende Platz eins erneut der CDU überlassen musste.

Das Trendergebnis vom Sonntagabend hat sich damit zwar bestätigt, doch nach der Auszählung der Stimmzettel mit gehäuften und quer über die drei Wahlvorschläge verteilten Stimmen haben die Christdemokraten die GWL auf deren „Durchmarsch“ auf Platz eins dann doch noch abgefangen. Nicht mehr angetreten war bei dieser Wahl die FDP, die vor fünf Jahren 4,1 Prozent der Wählerstimmen erhielt. Deren einziger Mandatsträger Marc Jacob kandidierte diesmal als Gast auf der CDU-Liste, schaffte es aber nicht mehr in das Gremium.

Gewählte

CDU: Johannes Wiegelmann, Jürgen Franz, Erwin Faulstich, Nicole Pfahls, Heinrich Hausmann, Jürgen Kröckel, Hartwin Noll, Stefan Zengerle, Ulrike Sehn, Cornelius Buck, Franz Pfahls, Michael Buchhold

SPD: Godehard Goralewski, Gudrun André, Roland Parthey, Matthias Schöppner, Jennifer Diederichs, Michael Ziegler, Dennis Korn, Claus Peter Stock, Axel Uhl

GWL: Hans-Georg Schiesser, Birgit Enders-Jacob, Christian Stelting, Sebastian Brasch, Daniel Solero, Christoph Becker, Heike Pfudel-Schwarz, Winfried Kirchner, Alexandra Springer, Clemens Michel, Helga Weber, Werner Wolf

Dass sich die sechs zusätzlichen Prozentpunkte der GWL nicht in einer größeren Fraktion niederschlagen, liegt an der künftig kleineren Stadtverordnetenversammlung. Diese zählte bisher 37 Sitze, in der kommenden Wahlperiode, die am 1. April beginnt, sind es nur noch 33 Sitze. Analog dazu verliert die SPD-Fraktion auch einen Sitz, obwohl ihr Stimmenanteil fast unverändert geblieben ist. Die CDU hat künftig zwei Sitze weniger als bisher und hat mit zwölf Mandaten genauso viele wie die GWL-Fraktion

Die Zusammensetzung der Fraktionen wird sich durch die noch ausstehende Magistratswahl noch geringfügig ändern. Bei der GWL stehen die bisherigen Stadtverordneten Erhard Weber und Marco Rohatsch (beide Romsthal) zusammen mit dem Neuling Jochen Bulling ganz oben auf der Nachrückerliste. Die Wähler haben Bulling von Platz 25 der GWL-Liste auf Rang 14 befördert. Bei der Kurstadt-CDU bilden das Nachrücker-Spitzentrio Christiane Schreiber, der bisherige Stadtverordnete Christian Müller und Maximilian Muth, den die Wähler um zehn Plätze auf Platz 15 gehievt. An erster Stelle der potenziellen SPD-Nachrücker findet sich der Neuling Sebastian Eichenauer, der um 14 Plätze auf Rang 10 nach oben gewählt worden ist. Hinter ihm rangieren die bisherigen SPD-Stadtverordneten Tobias Müller und Denis Hartwig.

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