Foto: Kuki-Verein

„Kompromisse? Fehlanzeige!“: Große Aufregung um Kuki nach Auflösungsentscheidung

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
    schließen

Schlüchtern - Nachdem der Kuki-Verein verkündet hat, sich auflösen zu wollen, beziehen nun Schlüchterns Fraktionensvorsitzende Helmut Meister (SPD), Jürgen Heil (CDU), Hans Konrad Neuroth (BBB), Gerd Neumann (Grüne) und Dr. Peter Büttner (FDP) in einer gemeinsamen Pressemitteilung aller Fraktionen Stellung.

Und weiter: „Der Aufwand für Auf-und Abbau an wechselnden Standorten kann den Kuki-Leuten nicht mehr zugemutet werden. Das Kuki ist ein wichtiger Kulturträger unserer Stadt – nun muss man leider sagen: gewesen. Weil es Kuki-Vorstand, dem Bürgermeister und den Stadtpolitikern nicht gelungen ist, einen von Allen getragenen Kompromiss zu verwirklichen.“

Auch am Kuki-Vorstand üben sie Kritik: Mehr als einmal habe eine Lösung in Aussicht gestanden. Das Angebot der Stadt, Kuki möchte sich von Anfang an in das Kultur- und Begegnungszentrum mit einbringen, sei erst gar nicht beantwortet, vereinbarte Treffen im Rathaus ohne Angabe von Gründen abgesagt worden.

„Im Anspruch unerbittlich“

Es habe sich der Eindruck verfestigt, an der Maximalforderung, eine eigene Spielstätte in der Innenstadt mit zwei Projektionsräumen, kompromisslos festhalten zu wollen, so die Fraktionsvorsitzenden. Das Kuki habe durch die hoch engagierten und in ihrem Anspruch unerbittlich agierenden Hans-Peter Haeseler und Heide Buhmann gelebt.

Es sei jedoch auch getragen gewesen von Mitgliedern und Unterstützern, die viel Herzblut und Engagement in diesen Kulturmagneten gesteckt hätten. Beim Versuch des Kuki, in Steinau Fuß zu fassen, habe die Problemlage „verblüffend der in Schlüchtern geglichen“, so die Mitteilung. Zurück in Schlüchtern habe der Gemeindesaal der evangelischen Kirche bald nicht mehr zur Verfügung gestanden.

Alte Synagoge scheide als Spielstätte aus

„Viele wollten helfen. Alle Parteien. Die Stadt. Der Wito. Der Kreis. Das kostete viel Energie und führte in der Kommunikation der beteiligten Akteure, statt zu Kompromissen, leider immer wieder zu keinen produktiven, gemeinsam getragenen Ideen. Das ist mehr als schade, weil ein lebendiges Schlüchtern auch diese kulturelle Bereicherung braucht – und weiter brauchen wird“, bedauern die Mandatsträger.

Das Kuki habe zurecht immer eine besondere Stellung in der Stadt eingenommen. Festzuhalten sei aber, dass auch andere Akteure im Schlüchterner Vereinswesen ein überragendes kulturelles Engagement aufwiesen. Haesslers Absage an ein Pop-Up-Kino wird als unverständlich bezeichnet. Denn: Die alte Synagoge scheide als Spielstätte aktuell – aber auch nach einem eventuellen Ankauf durch die Stadt – wegen der zu erwartenden Sanierungsleistungen für die nächsten Jahre aus. Das sei dem Kuki bekannt.

„Erst das Ende, dann Neustart“

Kritik gibt es auch für „die Verweigerung, sich als Kuki weder am Helle Markt noch am geplanten Kultursommer auf dem Stadtplatz zu beteiligen“. Die Fraktionsvorsitzenden sind überzeugt: „Gegenüber tausenden Besuchern jährlich haben Stadt und Kuki einen gemeinsamen kulturellen Auftrag.“ Die Idee des Bürgermeisters den kleinen Saal der Stadthalle multifunktional anzubieten, könne in einer Zeit großer infrastruktureller Umbrüche in Schlüchtern gerade auch modernem Kino gerecht werden, finden sie.

Und weiter: Alle Fraktionen würden die Schließung des Kuki sehr bedauern und hätten ihre Hoffnung noch nicht aufgegeben. Allerdings sei auch von den Machern des Kuki Offenheit, Kompromissbereitschaft und Fairness zu erwarten. Das Fazit der Pressenotiz: „Vielleicht muss man aber erst ein Ende finden, um dann einen Neustart zu wagen: in einer anderen Konstellation und mit einem offenen Blick in die Zukunft.“ / lq

Das könnte Sie auch interessieren