Polizeiauto mit Blaulichtsirene. (Symbolbild)
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Die Schlüchterner Polizei ist mit dem vergangenen Jahr zufrieden. (Symbolbild)

Grüne Broschüre

Kriminalitätsbelastung im Main-Kinzig-Kreis sinkt rapide

Die Schlüchterner Polizisten können mit ihrer Arbeit des Jahres 2019 zufrieden sein. Denn aus Sicht der Schlüchterner Polizeistation war es kein schlechtes Jahr. Das geht aus der „Grünen Broschüre“ des Polizeipräsidiums Südosthessen hervor.

Schlüchtern - Die „Grüne Broschüre“ ist eine auf die Kommunen heruntergebrochene Statistiksammlung, in der alle polizeirelevanten Fälle zusammengezählt, erfasst und mittels erhobener Daten des Statistischen Landesamtes ausgewertet sind.

So geht aus der Statistiksammlung nicht nur etwas über die Kriminalitätsentwicklung hervor, sondern auch über die demographische Situation: In Schlüchtern lebten demnach im Jahr 2019 insgesamt 15941 Menschen. Darunter 1773 Kinder (11,1 Prozent), 673 Jugendliche und 523 Heranwachsende. Der Anteil derer, die in Schlüchtern leben und keinen deutschen Pass haben, liegt bei gut zehn Prozent.

Die Schlüchterner Polizei – im vergangenen Jahr ist die Besatzung der Polizeistation in die Container-Anlage umgezogen, weil das alte Gebäude renoviert wird – hatte „nur“ 526 Straftaten zu bearbeiten. 2018 waren es 652.

Aufklärungsquote gesunken

Im Vergleich mit den vergangenen zehn Jahren konnte so die geringste Kriminalitätsbelastung registriert werden (siehe Grafik unten). Die „statistische Sicherheit“ wird mit der Häufigkeitszahl (in der Grafik „HZ“) angegeben. Diese errechnet sich auf Straftaten je 100.000 Einwohner.

Einziger Wermutstropfen: Die Aufklärungsquote ist im vergangenen Jahr gesunken. Wurden im Jahr 2018 noch 424 der 652 Fälle geklärt (65 Prozent), sind es nunmehr noch 288 der 526 Fälle (Aufklärungsquote: 54 Prozent).

Ein Kind unter 253 Tatverdächtigen

Unter den insgesamt 253 Tatverdächtigen waren im Jahr 2019 insgesamt ein Kind, 16 Jugendliche und 27 Heranwachsende. Den Bärenanteil von 82,6 Prozent bilden hier die Erwachsenen.

Wie in der oberen Grafik zu sehen ist, sind in allen erfassten Straftat-Bereichen in der Stadt Schlüchtern Rückgänge zu verzeichnen – mit einer Ausnahme: Die „Straftaten gegen das Leben“ sind konstant geblieben (wie 2018 zwei Fälle). Diese umfassen nicht nur Mord und Totschlag, sondern auch die Versuche.

Zwei Fälle sorgte für Einsatz des Spezialkommandos

Wie Henry Faltin, Leiter der Polizeipressestelle Südosthessen, zu berichten weiß, ereignete sich der erste Fall „gleich zu Jahresbeginn an den Obdachlosen-Containern“. Dort hatte sich ein verwirrter Mann (29) verschanzt und schließlich den Einsatz eines Spezialkommandos ausgelöst, nachdem er im Vorfeld mit einer Schere bewaffnet, auf einen Stadtpolizisten losgegangen war und sich dann verbarrikadierte.

Im zweiten Fall geht es laut Faltin um eine Verkehrssituation während des Kalten Marktes. Dort sei ein Mann auf eine Fußgängergruppe zugesteuert und habe diese gefährdet. Beide Fälle gehen „aufgeklärt“ in die Statistik ein. Im Vorjahr tauchte übrigens nochmals der „Augenstecher-Fall“ auf. Grund war hierfür, dass der Prozess neu aufgerollt werden musste.

Aufklärungsquoten der Sexualstrafdelikte positiv

Positiv sind die Aufklärungsquoten im Bereich der Sexualstrafdelikte zu sehen. Von neun Fällern (Vorjahr: 31) wurden acht aufgeklärt (88,9 Prozent). In einem Fall wurde ein Heranwachsender als Tatverdächtiger ermittelt.

Jedes der 73 erfassten Rohheitsdelikte (Raub, räuberische Erpressung, Körperverletzung) wurde auch aufgeklärt. Unter den 73 Tatverdächtigen waren 13 Jugendliche oder Heranwachsende.

Einzig bei den Diebstahl-Delikten (35 Prozent) und Vermögens- sowie Fälschungsdelikten (49,3 Prozent) liegt die Aufklärungsquote hinter der des Vorjahreswertes zurück.

Rauschgiftdelikten gingen zurück

Positiv zu vermerken ist die zurückgehende Anzahl an Rauschgiftdelikten in Schlüchtern. Waren es 2018 noch 55 Fälle (52 aufgeklärt), sind es ein Jahr später nur noch 25 Fälle (22 aufgeklärt).

Von den registrierten sieben Brandstiftungen im Bereich der Bergwinkelstadt sind vier aufgeklärt worden (drei Tatverdächtige). Die Anzahl der Sachbeschädigungen stieg von 51 auf 60. / tim

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