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Kriminalitätsschwerpunkte im Visier: Polizei zeigt in „Kontrollwoche“ Präsenz

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Schlüchtern/Sterbfritz - Verstärkte Polizeipräsenz im Bergwinkel: Am Mittwoch starteten insgesamt acht Beamte der Schlüchterner Station eine Kontrollwoche in der Region. Zu unterschiedlichen Tages- und Nachtzeiten wollen die Ordnungshüter besondere Gefahren- und Kriminalitätsschwerpunkte ins Visier nehmen.

Von Ulrich Schwind

Zum Abschluss des ersten Einsatztages gibt es einen Zwischenfall. In der Fuldaer Straße in Schlüchtern haben die Beamten einen 19-jährigen Autofahrer kontrolliert. Da bei ihm der Verdacht auf Drogenkonsum besteht, wird er zur Polizeiwache in der Lotichiusstraße gebracht, wo ihm Blut abgenommen werden soll.

Doch dagegen wehrt sich der junge Mann laut einem Polizeisprecher hartnäckig. Ein erster Versuch, ihn mit mehreren Beamten festzuhalten, schlägt fehl. Ein Polizist wird dabei wohl leicht verletzt. Am Ende sind vier Beamte nötig, um den jungen Mann so weit ruhig zu stellen, dass ihm Blut abgenommen werden kann.

Kinder sind angeschnallt

Zum Auftakt am Morgen gibt es Verkehrskontrollen an verschiedenen Stellen. Erste Station ist der Seemeweg in Sinntal-Sterbfritz. Dort, wo jeden Morgen viele Kinder und Jugendliche von Kindergarten und Mittelpunktschule Kinzigquelle zum Straßenbild gehören, sollten Autofahrer mit maximal 30 Stundenkilometer vorsichtig fahren.

An diesem Morgen wird binnen 45 Minuten von rund 90 Autos mittels Lasergerät das Tempo gemessen: Sechs fahren zu schnell. Spitzenreiterin ist eine Frau mit 47 km/h. Erfreulich aber, dass alle Kinder ordnungsgemäß in den Fahrzeugen gesichert sind.

Zwei Dutzend Autos in anderthalb Stunden

Nächste Station ist die Brückenauer Straße in Schlüchtern-Herolz. Dichter Verkehr wälzt sich am Vormittag durch den Ort. Auch hier gilt vor der Grundschule 30 als Maximalgeschwindigkeit. Rund zwei Dutzend Autos werden in eineinhalb Stunden erfasst.

Erstaunlicherweise nur drei sind zu schnell und werden zur Kasse gebeten, außerdem fahren drei ohne angelegten Sicherheitsgurt und einer ist ein „Handysünder“. Auch dort beträgt die Spitzengeschwindigkeit 47 km/h.

Langsamfahrer sind das Problem

Und doch mutet die Situation nicht real an. Hunderte Autos passieren in dieser Zeit den Abschnitt und nur drei Verkehrsteilnehmer fahren zu schnell? Das kann der hohen Verkehrsdichte geschuldet sein, es liegt aber der Verdacht nahe, dass die Autofahrer den Gegenverkehr mittels Lichthupe warnen.

Jedenfalls sind das Problem an diesem Vormittag nicht etwa die Raser, sondern die Langsamfahrer. Viele fahren kaum mehr als 20 km/h. Manche schleichen derart daher, dass die Polizisten ihnen sogar deuten müssen, etwas schneller zu fahren, um nicht zum Verkehrshindernis zu werden.

Gurtmuffel in der Gartenstraße

In der Schlüchterner Gartenstraße positionieren sich die Beamten vor Verbrauchermärkten – und stellen viele Ordnungswidrigkeiten fest. In einer Stunde gehen den Polizisten 20 Gurtmuffel ins Netz – Fahrer wie auch Beifahrer. Der überwiegende Teil sind erstaunlicherweise Frauen.

Und erstaunlich sind auch die Ausreden: „Ich bin doch gerade erst losgefahren“ oder „Ich wollte nur ein paar Meter bis zum nächsten Markt fahren“. Doch das alles zählt nicht: 30 Euro sind pro Gurtverstoß fällig. Ein Fahrer fällt wegen des Zustands seines Autos auf. Seit elf Monaten ist die Tüv-Prüfung fällig.

Zwei Fahrer unter Drogeneinfluss

In der Fuldaer Straße wird das Tempo zwei Stunden lang überprüft. Von den 120 gemessenen Fahrzeugen waren 19 zu schnell. Der Spitzenwert liegt hier innerorts bei 76 Stundenkilometern. Außerdem werden drei Handyverstöße geahndet. Zwei Fahrer fahren mutmaßlich unter Drogeneinfluss, einer erweist sich später als renitent.

Polizeioberkommissar Daniel Reitz zeigt sich als Einsatzleiter erfreut über die positiven Ergebnisse vor Schulen und Kindergarten. Auf der anderen Seite steht die Widerstandshandlung, die aber laut Reitz hierzulande „nicht so häufig“ vorkomme.

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