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Künstlerin Annegret Droste wird heute 80 – Ideengeberin der „Kunsttreppe“

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Schlüchtern/Madeira - Die Malerin und Kunsttherapeutin Annegret Droste ist in der Region durch ihre kreative Arbeit in der „Kunsttreppe 34“ gut bekannt. Heute feiert sie ihren 80. Geburtstag, allerdings nicht in Schlüchtern, sondern gemeinsam mit Sohn Jan in der Wärme der Insel Madeira.

Von Barbara Kruse

Die Eröffnung der „Kunsttreppe“ war für die Künstlerin und Therapeutin selbst ein Signal für das eigene Leben. Gerade war ihre kunsttherapeutische Arbeit in der „Heil- und Lebensstätte Friedrich Daumer“ in Sinntal-Schwarzenfels, wo sie mit drogenabhängigen jungen Menschen arbeitete, mit der Pensionierung beendet, da machte sich Annegret Droste zu neuen Ufern auf.

Seit 2001 eröffnet sie Menschen über vier Generationen ab sechs Jahren Möglichkeiten für künstlerische Erfahrungsfelder und kreative Abenteuer in Farbe, Form, Klang und Wort. Sie freut sich über den Zuspruch von Jugendlichen, Kindern und Erwachsenen und blickt nach beinahe 20 Jahren auf mehr als 460 Teilnehmer zurück.

Freiwillige Teilnahme an ihren Angeboten

„Immer wieder kommen erwachsene ‚Malkinder‘ in den Semesterferien in der Kunsttreppe vorbei und schauen, ob’s sie noch gibt. Zumeist nehmen sich die Zeit, um mal eben schnell ‚Etwas‘ auszuprobieren“, freut sich die Künstlerin, die bei ihren Angeboten generell auf freiwillige Teilnahme setzt. Droste organisierte Seminare für Erzieher, Frauenvereine und verband Literatur mit Farben, Mineralien und Erde aus dem Garten. Die Arbeit mit Menschen aus dem Behindertenwerk Main-Kinzig mündete in Ausstellungen.

Bevor sie 22-jährig heiratete, hatte Annegret Droste eine kaufmännische Lehre im Eisen- und Stahlgroßhandel absolviert. Sie beschreibt die erste Hälfte ihres Lebens als geprägt von einem konventionellen Elternhaus und dem Geist der Nachkriegszeit. Die Familie lebte mit beiden Söhnen in Bremen, Berlin und acht Jahre in der Schweiz.

Nachdenkliche, lebensfrohe, offene Art

Droste war bereits 50, als sie ihr Studium der Kunstpädagogik und Kunsttherapie in der freien Kunststudienstätte Ottersberg mit Schwerpunkt Malerei abschloss und als Berufsanfängerin die Arbeit mit drogenabhängigen jungen Menschen aufnahm. Zuvor hatte sie in dem Jahr, in dem auch die Söhne ihr Abitur ablegten, die Fachhochschulreife erreicht. Fragen nach dem Sinn des Lebens, nach Ewigkeit und Vergänglichkeit, der Suche nach der Wahrheit, stellten sich für sie insbesondere während ihrer Aufgaben, die eine Wiedereingliederung von Drogenabhängigen in einer vorurteilsbehafteten Gesellschaft zur Aufgabe hatte.

Natürlich freut sich die Künstlerin über Anerkennung von außen. Allerdings male sie selbst um des Malens Willen. Sie geht mit ihrer nachdenklichen, lebensfrohen, offenen Art auf ihre Mitmenschen zu und ist vielen eine gute Freundin geworden.

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