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Künstlerin Gerti Hartmann lädt zur Ausstellung „Seelenhäuser“ ein

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Von: Redaktion Fuldaer Zeitung

Schwarzenfels - „Es ist toll, etwas mit seinen eigenen Händen zu erschaffen“, sagt Künstlerin Gerti Hartmann aus Schwarzenfels. Ihr künstlerisches Augenmerk liegt vor allem auf Arbeiten mit Ton und Beton. Am Wochenende lädt sie zu der Ausstellung „Seelenhäuser“ in ihr Atelier ein.

Wenn Gerti Hartmann in ihrer Werkstatt arbeitet und Figuren aus Ton oder Skulpturen aus Beton herstellt, kann sie alles um sich herum vergessen. In ihrem verwinkelten Garten findet man in jeder Ecke Zeugnisse ihres künstlerischen Schaffens. Bereits im Kindesalter hat ihr Vater es ihr ermöglicht, Künstler und deren Ausstellungen kennenzulernen. Im Alter von 14 Jahren fand sich bereits eine dicke Mappe mit gesammelter Kunst in ihrem Zimmer. „Kunst war für mich kein Fremdwort. Mein Vater war musikalisch sehr aktiv und so bin ich ein wenig in die Künstlerbranche hineingewachsen“, erzählt die Schwarzenfelserin. Gerti Hartmann kann sich noch gut an ihre Jugend erinnern. So bleibe ihr etwa der Berufsschullehrer immer in Erinnerung. „Er kam mir immer vor wie ein preußischer Offizier, war aber sehr nett. Mit ihm sind wir ständig unterwegs gewesen – haben Bäume und Landschaften gezeichnet“, sagt Hartmann rückblickend. „Meine Tochter“ habe er immer zu ihr gesagt.

Ihr künstlerisches Augenmerk liegt heute besonders auf Arbeiten mit Ton und Beton. Bereits während ihres Studiums der angewandten Kunst habe sie sich darauf spezialisiert. „Wir haben uns viel mit Design beschäftigt, hatten aber dennoch alle Freiheiten in anderen Bereichen – ich habe mir damals die Keramik ausgesucht“. Später hat Gerti Hartmann eine Töpferei in einem Heim für geistig und körperlich behinderte Menschen aufgebaut. „Das war eine meiner schönsten Zeiten. Künstlerisch konnte ich mich richtig entfalten. Und ich habe gemerkt, wie die Seele heilt“, erzählt sie. Formen aus Gips wurden erstellt oder Gefäße wie Schüsseln, Vasen oder Tassen aus Ton gebrannt. Warum die Künstlerin eine so starke Verbindung zu den Baustoffen hat, kann sie selbst nicht genau in Worte fassen. Jedoch habe man etwas „Handfestes und Beständiges“ in der Hand. Nach zehn Jahren in der Töpferei verspürte sie den Drang, wieder freiberuflich aktiv zu werden. „Ich hatte mir einen kleinen Brennofen gekauft und los ging es“, sagt Hartmann und lacht.

Ihre Werke hat sie unter anderem in Frankfurt ausgestellt. Dort habe sie viele Menschen kennengelernt, die sie heute noch regelmäßig in ihrem Atelier in Schwarzenfels besuchen. Mit der kommenden Ausstellung „Seelenhäuser“ verfolgt Gerti Hartmann ein ganz bestimmtes Ziel. Sie möchte einen Einblick in die Seelen der Menschen geben. „Diese werden nur durch Taten sichtbar, und genau das versuche ich zu ermöglichen. Ich möchte den Seelen ein Zuhause geben – in Form von Kunst“, erklärt Hartmann. Ihr neuestes Kunstwerk ist ein Phoenix, gemacht aus Metall, Beton und Acrylfarbe in verschiedenen Rottönen. Imposant steht der „Seelenvogel“ inmitten ihres Gartens. Für solch eine aufwendige Arbeit benötige die Künstlerin viel Ruhe und Konzentration. „Mal eben schnell“ gehe so etwas nicht. Dennoch verspüre sie immer wieder Freude mit jedem neuen Kunstwerk. Seit vielen Jahren bietet sie in ihrer Werkstatt Kurse für Interessierte an. „Mit bis zu sechs Personen entwerfen wir kleine Tonmodelle nach Wunsch. Jeder darf das machen, was er gerne möchte, und natürlich mit nach Hause nehmen.“ Trotz der vielen Kraftarbeit, die die Kunst mitbringt, möchte sie ihre Leidenschaft nicht missen. „Es ist schließlich das Einzige, was ich habe“, sagt sie augenzwinkernd. / kra

Öffnungzeiten:

Samstag, 31. Mai von 11 bis 18 Uhr

Sonntag, 1. Juni von 10 bis 17 Uhr

Anfahrt:

Am Güntershof 4, Schwarzenfels

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