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Nur Kurstadt-CDU unterstützt Leikert – Litzinger will gegen Kreisvorsitzende kandidieren

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Region - In der CDU Main-Kinzig hat Christian Litzinger, Chef der CDU Gelnhausen, nach mehreren Niederlagen bei Bürgermeisterwahlen und dem Verlust des kreisweit letzten Rathauses unter CDU-Leitung die Führungsfrage gestellt. Er kandidiert am 20. März gegen die seit Mai 2018 amtierende Kreisvorsitzende Dr. Katja Leikert.

Zu Litzingers geplanter Kampfkandidatur auf dem Kreisparteitag in Nidderau befragte unsere Zeitung CDU-Funktionsträger aus dem Bergwinkel. Namens der Schlüchterner CDU sagte deren Stadtverbandsvorsitzender Heiko Kirchner, dass die hiesigen Christdemokraten die Kandidatur Litzingers „positiv zur Kenntnis nehmen“.

Es sei erfreulich, dass in einem schwierigen politischen Umfeld, in dem die Volksparteien wie CDU und SPD um jede Stimme hart kämpfen müssten, Menschen für ihre Partei Verantwortung übernehmen wollten. Gerade die CDU im Main-Kinzig habe „hier in der Vergangenheit viele Federn lassen müssen“. Dieser Trend sei aber „fern von jeglicher Verantwortlichkeit von einzelnen Personen zu sehen, sondern vielmehr als eine aktuelle Entwicklung, insbesondere im Bereich der Besetzung von Chefposten in unseren Rathäusern, durch junge und keiner politischen Gruppierung zuzuordnende Kandidaten“.

Es gelte nun, diesen Trend zu stoppen, und „wir sind uns sicher, dass wir mit dieser Meinung auf Stadtebene nicht allein sind, sondern jeder Mandats- und Würdenträger diese Aussage gleichermaßen unterstützen würde“.

Kandidaturen „mit Interesse verfolgen“

Die CDU Schlüchtern erlebe Katja Leikert „stets als nette und hilfsbereite Person. (...) Wenn wir ihre Unterstützung benötigt haben, so hatten wir sie immer. Die in der Presse kolportierten Aussagen über angebliche Arroganz, Dünnhäutigkeit oder mangelnde Sachorientierung können wir in keiner Weise feststellen“.

Natürlich könne eine Berufspolitikerin wie Leikert, die als Bundestagsabgeordnete und Kreisvorsitzende tätig ist, Terminüberschneidungen nicht vermeiden. Aber dies „hat sie auch nie in Abrede gestellt und von Anfang an mit offenen Karten gespielt“, so Kirchner. Der CDU-Stadtverband Schlüchtern werde beide Kandidaturen „mit großem Interesse verfolgen und beiderseitige Argumente und Programme anhören“. Jetzt schon eine Empfehlung auszusprechen „halten wir für unfair und wäre wesentlich verfrüht“.

Kurze Antwort von Frenz

Die Antwort des Sinntaler CDU-Vorsitzenden Günter Frenz fällt sehr kurz und inhaltsarm aus: „Der CDU-Gemeindeverband Sinntal wird am 9. März im Rahmen einer Vorstandssitzung den Kreisparteitag beraten und vorbereiten.“ Zu einer Konkretisierung ließ sich Frenz auch auf Nachfrage nicht bewegen, obwohl sein Gemeindeverband von Christian Litzinger als einer jener Verbände benannt worden ist, die ihn unterstützen würden. Aus CDU-Kreisen war hierzu zu erfahren, dass Frenz über Mitglieder der CDU Sinntal erzürnt sei, weil sie ohne Absprache derlei Signale ausgesandt hätten.

CDU Bad Soden-Salmünster unterstützt Leikert

Für die CDU Bad Soden-Salmünster hält Stadtverbandschef Johannes Wiegelmann fest, dass deren Vorstand sich kürzlich einstimmig für Dr. Katja Leikert im Amt der Kreisvorsitzenden der CDU Main-Kinzig ausgesprochen hat. „Mit dieser Entscheidung unterstützen und honorieren wir die Arbeit von Katja Leikert.“

Sie habe den Kreisverband „2018 in einer schwierigen Situation übernommen, seitdem für die Mitglieder viele äußerst attraktive Angebote zur inhaltlichen Mitarbeit unterbreitet, welche von den Mitgliedern auch angenommen wurden. Zugleich wenden wir uns als CDU Stadtverband mit dieser Nominierung gegen die unsachlichen und persönlich motivierten Angriffe auf Katja Leikert. Ohne Not wird der Kreisverband von Michael Reul und Christian Litzinger nun in eine Auseinandersetzung geführt, welche der Partei großen Schaden zufügt.“

Ottmann hält sich diplomatisch zurück

Arnold Lifka, Vorsitzender der Steinauer CDU, reagierte auf die entsprechende Anfrage unserer Zeitung nicht.

Der hauptamtliche Kreisbeigeordnete Winfried Ottmann (CDU) aus Salmünster hält sich diplomatisch zurück: „Ich werde weiterhin mit allen beteiligten Kreistagsabgeordneten vertrauensvoll zusammenarbeiten.“ Litzinger und Leikert sind auch Kreistagsmitglieder, der Landtagsabgeordnete Reul ist dort ihr Fraktionschef. / hgs

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