Foto: Kuki-Verein

163 Länder: Zwei Männer reisen seit 30 Jahren gemeinsam um die Welt

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Schlüchtern - 163 Länder erkundet, dabei mehr als 200.000 Kilometer auf dem Fahrrad zurückgelegt: Axel Brümmer und Peter Glöckner tun vor allem eines – gemeinsam um die Welt reisen. Und das seit 30 Jahren. Auf Einladung des Kuki gastierten die Abenteurer mit ihrem Multivisionsvortrag „Südamerika querdurch“ nun in der Stadthalle.

Nach drei Jahrzehnten auf Achse haben die beiden Ostdeutschen wohl so ziemlich alles erlebt, was man erleben kann. Gleich nach dem Mauerfall brachen Axel Brümmer und Peter Glöckner zu ihrer ersten großen Tour auf: Fünf Jahre waren sie per Rad unterwegs um den Globus – eine Reise ohne Zeitlimit, ohne genaue Vorstellungen von der Welt, ohne Fremdsprachenkenntnisse, ohne Geld in der Tasche. Besonders fasziniert hat sie Südamerika und Brasilien. Unzählige Male waren sie inzwischen dort, haben freundschaftliche und familiäre Bande geknüpft.

Start auf den Galapagosinseln

In ihrem lebendigen Multivisionsvortrag berichteten sie in der gut gefüllten Schlüchterner Stadthalle über ihre verschiedenen Reisen quer durch den südamerikanischen Kontinent – zu Fuß, auf dem Rad und einem selbstgebauten Floß oder im Hängemattendampfer, entlang des Äquators und auf den Spuren großer Entdecker und Wissenschaftler wie Charles Darwin und Alexander von Humboldt. Ausgangspunkt waren die weit abgelegenen Galapagosinseln im Pazifik mit ihrer einzigartigen Tierwelt. Von dort aus führte ihr Weg über vergessene Inka-Pfade in die eisigen Höhen der Anden, in denen die Luft dünn und das Leben karg ist.

Bizarre Steppen und kaum bekannte Länder

Vom höchsten Berg Ecuadors, der inaktive Vulkan Chimborazo, ging es anschließend tausende Höhenmeter steil hinunter ins Amazonas-Becken, „auf der gefährlichsten Straße der Welt“. Auf dem Fluss treibend und durch den Dschungel radelnd, setzte sich die Reise in Richtung Manaus fort. Über bizarre Steppen und die kaum bekannten Länder Guyanas erreichten Axel Brümmer und Peter Glöckner schließlich die traumhafte Atlantikküste und ihre schönste Insel: Fernando de Noronha.

Kaktusstacheln im Po

Ihre zweistündige Live-Reportage wartete nicht mit durchkomponierten Hochglanzaufnahmen und glatter Präsentation auf, sondern gefiel dem Publikum gerade wegen ihrer manchmal etwas wackeligen Videoeinspieler und den oft wie Schnappschüsse wirkenden Fotos. Diese illustrierten die abwechslungsreiche, locker vorgetragene Mischung aus Abenteuergeschichten, spannenden und interessanten Fakten, witzigen Anekdoten, beispielsweise über Maniokbier und Indianerpartys, den berüchtigten Eierbeißer-Fisch oder Kaktusstacheln im Po, beleuchteten aber auch kritische Themen, darunter Armut, Umweltzerstörung, Verstöße gegen den Tierschutz oder Kriminalität, und verliehen dem Ganzen Authentizität und eine sehr persönliche Note.

Lebensfreude und Gastfreundschaft

Und immer wieder wurde deutlich: Nicht allein die paradiesische Natur und die beeindruckenden Landschaften sind es, die Axel Brümmer und Peter Glöckner an Südamerika fesseln, sondern vor allem die Menschen, die teils unter einfachsten Bedingungen leben und eine unbändige Lebensfreude und Gastfreundschaft ausstrahlen. Mehr als einmal wurden die Besucher an diesem Abend Zeugen berührender Begegnungen, etwa mit einer 108-Jährigen, die das erste Mal ihre tragische Lebensgeschichte preisgab.

Umwelt- und Bildungsnetzwerk mitgegründet

In der Pause und nach dem kräftigen Schlussapplaus nutzten die Gäste die Gelegenheit, sich am Büchertisch das Gekaufte signieren zu lassen und mit den Weltenbummlern, die das Kuki bereits zu zweiten Mal beehrten, ins Gespräch zu kommen.

Vielfältige Informationen gab es hier auch über das von Axel Brümmer und Peter Glöckner initiierte Weltsichten-Festival, das Angebot an begleiteten Reisen und nicht zuletzt über die internationalen Hilfsprojekte des von ihnen mitbegründeten Umwelt- und Bildungssnetzwerks Global.Social, für die eine Spendenbox bereitstand. / tim

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