Michael Schmitt spricht in einem Youtube-Stream über seinen Wildschwein-Unfall auf der A45.
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Michael Schmitt spricht in einem Youtube-Stream über seinen Wildschwein-Unfall auf der A45.

Wildunfall auf Testfahrt

Rhöner Youtuber nach Wildschwein-Crash auf A45: „Audi E-Tron GT hat mir das Leben gerettet“

  • Leon Schmitt
    VonLeon Schmitt
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Nach dem Wildschwein-Unfall auf der A45 im Main-Kinzig-Kreis hat sich der Fahrer, bei dem es sich um einen Youtuber aus dem Kreis Fulda handelt, zum Crash geäußert. Der Wagen habe ihm das Leben gerettet, sagte der 48-Jährige in einem Stream auf dem Videoportal.

Langenselbold/Hofbieber - Der Mann war am Samstagabend auf der A45 bei Langenselbold mit einem Audi E-Tron GT in zwei Wildschweine gekracht. Während die Tiere die Kollision nicht überlebten, blieb Michael Schmitt, ein 48-jähriger Youtuber aus Hofbieber im Kreis Fulda, bei dem Unfall im Main-Kinzig-Kreis weitestgehend unverletzt. Das geht aus einem Polizei-Bericht von Sonntag hervor. Darin war fälschlichterweise von einem 49-jährigen Fahrer die Rede.

Der Mann, der den Unfall einem OsthessenNews-Bericht zufolge live gestreamt hatte, hat tags darauf in einem anderen Youtube-Stream den Hergang aus seiner Sicht geschildert. Schmitts eigenen Angaben zufolge sei er kurz vor dem Zusammenprall mit mehr als 130 Stundenkilometern - wie schnell genau, wisse er nicht - auf der Autobahn unterwegs gewesen. Laut OsthessenNews hatte der Tacho in diesem Moment 247 Stundenkilometer angezeigt.

Wildschwein-Crash auf A45: „Audi E-Tron GT hat mein Leben gerettet“

Nachdem Michael Schmitt einen Mercedes überholt hatte, seien ihm plötzlich die beiden Wildschweine vor das Auto gelaufen. „Das ging so schnell. Innerhalb von einem Augenzwinkern waren die plötzlich da“, sagte der 48-Jährige, der in dem Livestream Plüschpantoffeln in Wildschwein-Optik trug.

Entgegen dem Bericht der Polizei, demzufolge beide Wildschweine erfasst und getötet wurden, glaubt Schmitt, nur mit einem Tier kollidiert zu sein. Nach seiner Kenntnis müsse die zweite Sau wohlauf sein. Die andere sei sofort tot gewesen.

Zahlreiche Mails und WhatsApp-Nachrichten hätten den Rhöner, der auch eine Webseite mit Beiträgen zu Elektroautos betreibt, erreicht. Nicht alle seien positiv gewesen. Kritikern, die dem Unfallfahrer vorwerfen, er hätte die Tiere mit einem Ausweichmanöver verschonen können, entgegnete er: „Wenn dir auf der Autobahn eine Wildsau vor das Auto läuft, dann machst du einfach nichts mehr.“ Selbst bei Tempo 100 hätte er den Wildschweinen seiner Ansicht nach nicht ausweichen können - „nur der Schaden am Auto wäre dann geringer gewesen“.

Video: Wildunfall - So verhält man sich richtig

Infolge des Zusammenpralls lösten in dem Wagen alle Airbags aus. Als er zum Stehen kam, setzte der Audi über die „Emergency-Call“-Funktion sofort einen Notruf ab. Schmitt ist sich sicher: „Der Audi E-Tron GT hat mir das Leben gerettet.“ Er spricht von einem Riesen-Glück, dass das Auto ihn durch die große Knautschzone im Frontbereich so gut gesichert habe. Bis auf ein paar Verletzungen durch Glassplitter sei er unversehrt geblieben.

Schwerer getroffen hat es den Audi E-Tron GT, der laut dem Youtuber etwa ein halbes Jahr und 18.000 Kilometer auf dem Buckel hatte. Der Autohersteller habe dem Mann das Elektroauto treuhänderisch zur Verfügung gestellt. Auch wenn er die Schuld für den Unfall nicht bei sich sieht, hat Schmitt offenbar ein schlechtes Gewissen: „Die geben mir ein 100.000-Euro-Auto und ich gebe denen Matsch zurück“, sagt der 48-Jährige, der für seine knapp 20.000 Youtube-Abonnenten regelmäßig Auto-Videos hochlädt. „Ich gehe nicht davon aus, dass man den reparieren kann“.

Youtuber befürchtet nach Wildunfall auf A45 Stress mit Audi

Wie die Schadensabwicklung ablaufe, wisse er noch nicht. „Ich weiß auch nicht, wie Audi die Sache sieht. Ich könnte mir fast vorstellen, dass die mir den ‚Kopf abreißen‘“, sagte Michael Schmitt in dem Livestream. Er mache sich außerdem Sorgen, dass andere Autohersteller ihn nach dem Wildschwein-Unfall im Main-Kinzig-Kreis möglicherweise keine Autos mehr geben. „Da hängt ja zum Teil auch eine berufliche Zukunft dran.“

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