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Lech Kowalewski wurde vor 25 Jahren zum Priester geweiht

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Von: Redaktion Fuldaer Zeitung

Schlüchtern - Heute vor 25 Jahren ist Dr. Lech Kowalewski, langjähriger Pfarrer der katholischen Kirchengemeinde St. Bonifatius in Schlüchtern, von Bischof Juliusz Paetz im polnischen Łomża zum Priester geweiht worden. Der Festgottesdienst anlässlich seines silbernen Priesterjubiläums findet am Sonntag, 1. Juni, statt.

Lech Kowalewski ist, wie er sagt, „Pfarrer mit Leib und Seele“. Dabei hatte der am 19. Januar 1963 in Kolno im Nordosten Polens geborene Geistliche zunächst einen anderen Berufsweg eingeschlagen. Nach dem Gymnasium studierte er drei Jahre lang Lebensmitteltechnologie an der Landwirtschaftlich-Technischen Akademie in Olsztyn (Allenstein). Den Abschluss in der Tasche entschloss er sich aber 1984, seinem älteren Bruder nachzufolgen, der das Bischöfliche Priesterseminar in Łomża besuchte.

Aufgewachsen „im Schatten des Kirchturms seiner Heimatstadt“, in einer tiefgläubigen Familie, war es für ihn schon als Kind eine Selbstverständlichkeit, sich aktiv am kirchlichen Leben zu beteiligen, etwa als Messdiener. Nach sechs Semestern Theologiestudium im Priesterseminar von Łomża setzte er – auf Einladung des damaligen Fuldaer Erzbischofs Johannes Dyba – ab Oktober 1986 seine theologischen und philosophischen Studien in der Barockstadt fort. Am 27. Mai 1989 weihte ihn der Bischof von Łomża, Juliusz Paetz, zum Priester. Kurze Zeit später bekam Kowalewski die Kaplanstelle in der Pfarrei St. Jakobus in Hünfeld übertragen. Im November 1991 wurde er in die Diözese Fulda inkardiniert.

Von 1993 an wirkte er als Pfarrer in Großenlüder, bis er am 1. August 2000 die Pfarrei St. Bonifatius in Schlüchtern übernahm. Seit Februar 2009 ist er zudem Moderator des Pastoralverbundes St. Maximilian Kolbe Schlüchtern-Sinntal.

„Besonders am Herzen liegt mir, dass das Zwischenmenschliche immer stimmt“, sagt Kowalewski. „Ich möchte den Menschen als Seelsorger nahe sein.“ Deshalb habe er auch keine Sprechstunden. „Ich bin immer da, Tag und Nacht.“

Wichtig ist ihm auch „eine schöne Liturgie“. „Ich möchte den Menschen vermitteln, dass Glaube etwas Schönes ist und sie miteinbeziehen“, erklärt er. Denn ermutigende Worte am Sonntag gäben Kraft für die ganze Woche.

Wie ein roter Faden zieht sich die Begeisterung fürs Lernen durch sein Leben. Schon mit fünf Jahren wollte er unbedingt zur Schule gehen. Und nach seiner Priesterweihe hegte er den großen Wunsch, weiterzustudieren. Diesen setzte er 1997 in die Tat um, zunächst an der Päpstlichen Theologischen Fakultät in Warschau, später an der dortigen Katholischen Theologischen Akademie.

Ab 2000 widmete er sich dem Schreiben seiner Dissertation zum Thema „Die mystische Vereinigung nach Johannes van Ruysbroek“ und wurde 2004 an der Kardinal-Wyszyński-Universität zum Doktor der Theologie promoviert. „Es war eine harte, aber sehr schöne Zeit“, erinnert sich Kowalewski. Tagsüber leitete er die Pfarrei, nachts lernte, schrieb und korrigierte er. Vier- bis fünfmal im Jahr fuhr er zur Uni nach Warschau. Als er dort in einer Feierstunde seine Promotionsurkunde entgegennahm, waren auch seine Eltern dabei, die ihn stets auf seinem Weg unterstützt und bestärkt hatten. „Es war ein wunderschöner Moment für uns alle.“

Termin: Der Festgottesdienst anlässlich des silbernen Priesterjubiläums von Pfarrer Dr. Lech Kowalewski findet am Sonntag, 1. Juni, um 13.30 Uhr in der katholischen Kirche St. Bonifatius in Schlüchtern statt. Die Festpredigt hält der Generalvikar des Bistums Fulda, Prof. Dr. Gerhard Stanke. / kat

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