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Sensation im Main-Kinzig-Kreis: Kuh „Liana“ bringt Drillinge zur Welt

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Das sind die drei Sensations-Kälbchen der Schmitts.
Das sind die drei Sensations-Kälbchen der Schmitts. © Familie Schmitt

Drillinge erblickten auf der „Eingeriede“ von Helmut und Waltraud Schmitt das Licht der Welt. Nein, nicht die Eheleute und Betreiber des landwirtschaftlichen Betriebes nahe der Gerzmühle bei Schlüchtern-Gundhelm bekamen einen Kindersegen, sondern ihre Kuh „Liana“.

Update vom 5. April, 10.24 Uhr: Inzwischen haben die Kälbchen-Drillinge auf dem Hof der Schmitts in Schlüchtern-Gundhelm Namen bekommen - und für überregionalen Medienrummel gesorgt.

Erstmeldung vom 31. März, 20.29 Uhr:

Gundhelm - Einfach nur süß sind die drei quirligen und neugierigen Kälbchen, die am 13. März geboren wurden und schon auf ihren wackeligen Stelzenbeinen in Einzelboxen des Stalls stehen.

Die Wahrscheinlichkeit für solch eine Drillingsgeburt ist äußerst selten. Normalerweise bekommen Kühe jeweils nur ein Kalb, manchmal zwei, aber drei sind eine kleine Sensation. Die Bayerische Anstalt für Landwirtschaft hat die Wahrscheinlichkeit für eine solche Drillingsgeburt errechnet: 0,007 Prozent. (Lesen Sie hier: Zwei Hochlandrinder büxen aus: Bürger sichern Straße ab)

Main-Kinzig-Kreis: Sensations-Geburt - Kuh „Liana“ bekommt Drillinge

Ein liebestoller Zuchtbulle hat sich übrigens nicht auf den Wiesen der „Eingeriede“ im Main-Kinzig-Kreis vergnügt. Den Nachwuchssegen leitete vielmehr eine künstliche Befruchtung ein. Rund 280 Tage dauert eine Schwangerschaft bei Kühen. Kuh „Liana“ gebar die Drillinge bei ihrer zweiten Kalbung: Zwei Jungen und ein Mädchen beziehungsweise je ein braun-weiß geflecktes Kalb und zwei Stiere. Die Freude bei Landwirtepaar Schmitt überwiegt, obwohl die weiblichen Rinder nach solchen gemischten Drillingsgeburten meist unfruchtbar sind.

Malerisch im Schwarzbachtal zwischen Gundhelm und Elm liegt die „Eingeriede“ von Helmut und Waltraud Schmitt. Nach dem Dreißigjährigen Krieg (1618 bis 1648) soll das historische Gehöft inmitten der Natur erbaut worden sein. 20 Hektar Land (acht Hektar gepachtet), das unmittelbar um das 1991 umgebaute Wohnhaus und die Stallungen liegt, wird bewirtschaftet.

Das Landwirteehepaar Helmut und Waltraud Schmitt bewirtschaftet rund 20 Hektar Land.
Das Landwirteehepaar Helmut und Waltraud Schmitt bewirtschaftet rund 20 Hektar Land. © Walter Dörr

Helmut Schmitt hat bei den Umbauarbeiten selbst Hand angelegt. Und zwar so gut, dass ihm spontan ein Job als Maurer angeboten wurde. Aber er ist Landwirt mit Leib und Seele. Zwölf Kühe und 24 Rinder stehen zurzeit im Stall. Auch ein sieben Jahre alter Auerochse mit schwarzem Fell, den Schmitt mit der Flasche aufgezogen hat. „Alle zwei Stunden das Fläschchen, rund um die Uhr“, erinnert er sich. Schmitt und sein Auerochse haben deshalb eine besondere Beziehung.

Kompakte und muskulöse Kraftpakete sind Auerochsen (Rinder aus Anatolien und dem Nahen Osten), die auch gefährlich sein können – weshalb ihnen oft die Hörner entfernt werden.

Video: Seltene Geburt: Oberpfälzer Kuh bringt Drillinge zur Welt

Auf einer Wiese des Hofs grasen zurzeit auch Shrophire-Schafe, da sie geschoren werden müssen. Normalerweise ist die Herde als Landschaftspfleger in der Weihnachtsbaumkultur im Einsatz. Die Schafsrasse, die pro Tier jährlich 2,5 bis 3,5 Kilogramm Wolle produziert, eignet sich für diese Aufgabe besonders, da sie die Nadelbäume nicht verbeißt.

Glückliche Hühner gibt es auch auf dem Gehöft. Ein altes Zugpferd genießt seinen Lebensabend auf einer Hauswiese – vier Pferde besaß Schmitt einst. Aber mit Traktoren und mechanischen Gerätschaften wird heutzutage einfacher Landwirtschaft betrieben, weiß Schmitt.

In große Rundballen gewickelte Silage lagert auf dem Hof, ebenso wie gepresste Heuballen in einer großen Rundbogenhalle. Zum Mehrgenerationenhaus – aber ohne Zugangsberechtigung in das Haus – gehören auch vier Border-Collies. Die Hütehunde sind intelligente Helfer beim Viehtrieb und aufmerksame Hausbewacher. (von Walter Dörr)

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