Foto: Barbara Kruse

Magdalena Schocker eröffnet einen „Unverpackt“-Laden in Hausen

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Bad Soden-Salmünster - Magdalena Schocker (25) strahlt über das ganze Gesicht. „Ich kann‘s kaum noch erwarten, auszupacken und zu erleben, wie die Kunden das finden, was ich mir ausgedacht habe.“ Magdalena Schocker lebt ihren Traum. Am 4. April öffnet sie ihren „Elanie Naturmarkt – Unverpackt“ in der Zehntscheune im Bad Soden-Salmünsterer Stadtteil Hausen.

Neben Magdalena Schocker werden acht weitere Mitarbeiter, nicht alle in Vollzeit, im „Elanie Naturmarkt“ arbeiten. Sie sollen für die Kunden für gute Beratung verfügbar sein. Denn sowohl Kunden als auch Mitarbeiter sollen sich im Naturmarkt wohlfühlen. „Ich wünsche mir als Kunde auch, gut beraten zu sein“, begründet Magdalena Schocker.

Chance für Mütter

Das Personal solle zwar ausgelastet sein, sich am Ende des Arbeitstages aber nicht völlig kaputt fühlen. Wichtig sei es ihr insbesondere, Müttern eine Chance zum Arbeiten zu bieten, weil es für diese auf dem Arbeitsmarkt besonders schwierig sei.

Mit ihrem Sortiment möchte Schocker den Kunden die Möglichkeit geben, biologisch produzierte Waren nachhaltig einkaufen zu können. Als Beispiel nennt sie in Österreich hergestellten Reis, der nicht auf gefluteten Reisterrassen wächst. Denn die dauerhafte Flutung von Reisfeldern habe neben einigen Vorteilen auch gravierende Nachteile.

Teamleiterin in Linsengericht

So seien geflutete Reisfelder einer der größten biogenen Methangas-Emittenten, was direkte Auswirkungen auf den Treibhauseffekt habe. Auch nähmen die dauerhaft mit Wasser bedeckten Wurzeln Schwermetalle aus dem Boden stärker auf, weshalb dieser Reis teilweise mit Arsen belastet sei.

Ihre Berufsausbildung im Einzelhandel sieht die junge Frau als Lehrpfad, was etwa die Abfallkonzeption oder effizientes Arbeiten angehe. Während ihrer Ausbildung habe sie sich überlegt, wie sie selbst mit Menschen umgehen wolle. Die Arbeit in einem Geschäft in Linsengericht – zuerst als Praktikantin, später als Teamleiterin – sieht sie als gute Schule für den Stil, den sie in der Mitarbeiterführung sowie der Kundenansprache pflegen möchte. Auch im 2018 gegründeten Berufsverband der Unverpackt-Läden gebe es einen regen Austausch.

„Elanie“ ist hawaiianisch

Die junge Gründerin stammt aus Brachttal-Schlierbach und fühlt sich sehr naturverbunden, was sie auf den Namen „Elanie-Naturmarkt“ brachte: „Elanie“ ist hawaiianisch und bedeutet „Baum“.

Magdalena Schocker empfindet die Gründung ihres Naturmarktes nicht als mutig. „Ich kann mir nichts anderes vorstellen“, erklärt sie selbstbewusst. Allerdings hat sie in der Gründerphase auch negative Erfahrungen gemacht, die sie darauf zurückführt, dass es immer noch nicht selbstverständlich sei, im Alter von Mitte 20 als Frau ein Unternehmen zu gründen.

Magdalena Schocker lebt seit vier Jahren mit ihrem Partner in Salmünster. Ihre ganze Familie stehe hinter ihr, ist sie sicher.

Jetzt freut sich die junge Frau darauf, dass ihr Traum wahr wird – mit der offiziellen Eröffnung ihres „Elanie-Naturmarktes“ am 4. April.

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