Zu viel Material wurde aus der Jossa ausgeräumt.
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Zu viel Material wurde aus der Jossa ausgeräumt.

„Sehr ärgerlich“

Kahlschlag an Bachbett - Bürger und Kommunalpolitiker wütend über Arbeiten an Jossa

Nur einzelne Steine und etwas Bewuchs sollte entfernt werden. Dann aber kam der Kahlschlag – und danach die Empörung: Die Arbeiten im Bachbett der Jossa sind so gar nicht nach dem Geschmack vieler Bürger in der Gemeinde Jossgrund verlaufen.

Jossgrund - Auch die Kommunalpolitiker sind alles andere als glücklich über den Fauxpas, der vor dem Rat- und Bürgerhaus in Oberndorf für ein unschönes Bild gesorgt hat. Nun soll der entstandene Schaden ausgebessert werden. Auch Bürgermeister Rainer Schreiber (parteilos) will mithelfen – in Gummistiefeln.

In der jüngsten Sitzung der Gemeindevertreter zeigte sich der Rathauschef zerknirscht angesichts der Arbeiten im Bachbett der Jossa (Main-Kinzig-Kreis). Mit der Unteren Wasserbehörde sei vereinbart worden, dass lediglich kleinere Steine und etwas Bewuchs entnommen werden sollten, um gerade an Brücken einen besseren Durchfluss zu erreichen. „Doch es wurde deutlich mehr Material entnommen als vereinbart“, sagte Schreiber. 

Besonders vor dem Rathaus sei die Situation „sehr ärgerlich“, weil dieses Areal vor wenigen Jahren unter großer ehrenamtlicher Beteiligung der Dorfgemeinschaft angelegt wurde. Ob es möglich sei, die ausführende Firma für den Schaden in Regress zu nehmen, müsse noch geklärt werden. (Lesen Sie hier: Mysteriöse Zettel im Sinntal - Polizei widerspricht Gerüchten)

Main-Kinzig-Kreis: Bach ruiniert - Ärger über Arbeiten an der Jossa

Per Verwaltungsvorlage hatte Schreiber vorgeschlagen, dass das Bachbett gemeinsam mit der zuständigen Behörde wiederhergestellt werden solle; mit Hilfe des Gemeindebauhofs. Die Kosten seien auf 5000 Euro zu deckeln.

Matthias Bien (FWG) machte aus seinem Ärger keinen Hehl, weil er selbst einer der Bürger war, die an der Gestaltung des Bachbetts mitgewirkt hatten. Er schlug vor, erneut eine Bürgeraktion zur Schadensbehebung zu organisieren, wenn zwei Personen freiwillig in Gummistiefeln mit in die Jossa stiegen: Bürgermeister Schreiber und der Chef der Baufirma.

Schreiber erklärte dazu, er könne nur für sich sprechen: „Ich habe Gummistiefel und auch nichts dagegen, mich schmutzig zu machen.“ (dno)

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