In Schlüchtern gibt es aktuell zahlreiche Bauprojekte. Hier: Das Wohnbauprojekt „Generationenwohnen“ in der Krämerstraße.
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In Schlüchtern gibt es aktuell zahlreiche Bauprojekte. Hier: Das Wohnbauprojekt „Generationenwohnen“ in der Krämerstraße.

Hohen Baukosten zum Trotz

Bauprojekte in Schlüchtern - Mehr als 50 neue Wohnungen entstehen

  • Alexander Gies
    VonAlexander Gies
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Über Schlüchtern drehen sich die Baukräne – und das nicht nur über der neuen Dependance der Kreissparkasse in der Obertorstraße. Reihum wird in der Innenstadt Wohnraum errichtet – den explodierenden Materialkosten zum Trotz.

Schlüchtern - In der Lotichiusstraße werden im Moment zehn Wohnungen gebaut, 24 in der Fuldaer Straße 24 sowie 20 in der Krämerstraße. Hinzu kommen die vier Wohngebäude auf dem ehemaligen Knothe-Areal, für die jetzt endlich der Spatenstich erfolgt ist. Quasi „in der Pipeline“ sind die Bebauung der Frohnwiesen in Herolz und die des ehemaligen Norma-Geländes in der Hanauer Straße, wo ebenfalls Wohnraum geschaffen werden soll. (Lesen Sie hier: Anwohner Kurt Beck geht gegen das Projekt auf die Barrikaden)

Thorsten Zills steht auf der Terrasse seines jüngsten Projekts in der Lotichiusstraße 19a in Schlüchtern (Main-Kinzig-Kreis) und kann zufrieden sein. Die sieben Wohnungen in seinem Projekt „Wohnen am Riedbach“ sind längst verkauft. Der Rohbau strebt seiner Vollendung entgegen: Die Fertigstellung soll Mitte nächsten Jahres sein. Von der Terrasse des Gebäudes, das in der Lotichiusstraße gleichsam in zweiter und damit sehr ruhiger Reihe steht, hat der künftige Besitzer einen weiten Blick über den Westen der Stadt mit den Schulen und Kindergärten zu Füßen.

Main-Kinzig-Kreis: Bau-Boom in Schlüchtern - Mehr als 50 neue Wohnungen

„Schlüchtern ist ein Mittelzentrum mit guter Infrastruktur, und die Preise sind im Vergleich attraktiv“, sagt Zills. Dies gilt trotz der teilweise exorbitanten Preissteigerungen bei Baumaterialien. „Die Käufer zahlen so um die 3000 Euro pro Quadratmeter, und dabei bleibt es auch. Die Kostensteigerungen verteilen wir zwischen den Partnern“, sagt der Bauträger, der schon den alten Kornspeicher „wiederbelebt“ hat und im Februar vergangenen Jahres 25 neue Eigentumswohnungen in der Kurfürstenstraße 34 a und b übergeben hat. Käufer seien oft ältere Menschen, die ihr großes Anwesen verkaufen und – auch aus dem Rhein-Main-Gebiet kommend – sich zentral ansiedeln wollen.

Neben dem Neubau wird Thorsten Zills ein inzwischen abgerissenes Drei-Familienhaus aus dem Jahr 1907, das direkt an der Lotichiusstraße lag, wieder aufbauen – auf dessen Grundmauern. Im August soll der Rohbau für die drei Wohnungen starten, die bereits neue Eigentümer gefunden haben. Im Blick hat Zills schon ein weiteres Projekt: Den Bau eines Wohn- und Geschäftshauses im Auftrag eines Kunden, ebenfalls in der Innenstadt.

Ehemalige Likörfabrik in Schlüchtern - Wohnungen zwischen 57 und 92 Quadratmetern

Ein paar hundert Meter weiter in der Fuldaer Straße sind die Bauarbeiter noch nicht so weit. Dort, auf dem Gelände der ehemaligen Likörfabrik Daub & Koch, errichtet Architekt und Bauherr Hans Bien aus Birstein derzeit 24 barrierefreie Wohnungen, aufgeteilt auf drei Mehrfamilienhäuser. Die Zwei- und Drei-Zimmer-Mietwohnungen, die provisionsfrei angeboten werden, sind zwischen 57 und 92 Quadratmeter groß. Es gibt einen Aufzug sowie Garagen und Stellplätze. Die Fertigstellung ist für Herbst 2022 geplant. (Lesen Sie hier: Baugebiete reichen nicht - Kommunen wollen Ortskerne stärken)

Ebenfalls in der Fuldaer Straße, aber in Höhe der Metzgerei Ludwig, soll auf der Brache ein Wohn- und Geschäftshaus entstehen. Bekannt sind die Pläne seit 2015, getan hat sich bislang aber nichts. Nun erklärt Birgit Tiyaworabun, dass die Ausschreibung laufe und es ihr Wunsch sei, noch dieses Jahr mit den Arbeiten zu beginnen.

Generationenwohnen in der Krämerstraße - 60 Prozent der Rohbauten fertiggestellt

Beim Projekt „Generationenwohnen in der Krämerstraße 29 bis 37“, das der Petersberger Architekt Rolf Krüger auf den Weg gebracht hat, ist wie an anderen Baustellen gerade Sommerpause. Ende August geht’s weiter, sagt Krüger. Hier ist eine wichtige Etappe geschafft: 60 Prozent der erweiterten Rohbauten sind fertig und alles Komplizierte wie das Unterfangen von Nachbargebäuden ist erledigt.

Im Sommer 2022 sollen die neuen Eigentümer einziehen können. „Zum Glück“, so Krüger, hätten der Zimmermann und der Rohbauer, mit denen er schon lange zusammen arbeite, vor der großen Preiswelle viel Holz und Baustahl gekauft. Trotzdem komme die Bauherrengemeinschaft „um das ein oder andere Prozent Kostensteigerung nicht herum“. Krüger stellt aber fest, dass die Bauherren trotzdem „deutlich günstiger als beim schlüsselfertigen Bauen fahren“, zumal Eigenleistungen bei Fliesen, Boden und Wänden möglich seien.

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