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Ärger um Bauarbeiten an B 276: Vollsperrung bei Biebergemünd sorgt für 40 Kilometer Umweg

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Die Strecke bei der B 276 bei Biebergemünd wird wegen einer Baustelle voll gesperrt. Das hat kilometerlange Umwege zur Folge.
Die Strecke bei der B 276 bei Biebergemünd wird wegen einer Baustelle voll gesperrt. Das hat kilometerlange Umwege zur Folge. (Symbolfoto) © Julian Strate/dpa

An der Bundesstraße 276 zwischen Roßbach und Bieber sollen im Main-Kinzig-Kreis während der Ferien Erneuerungsarbeiten stattfinden. Das hat eine Vollsperrung und damit satte 40 Kilometer Umweg zu Folge. Die Bürger sind verärgert.

Main-Kinzig-Kreis - Die Bauarbeiten, konkreter Deckenerneuerungsarbeiten, an der B 276 zwischen den Biebergemünder Ortsteilen Roßbach und Bieber sollen auf einer Länge von etwa 1,5 Kilometer in den hessischen Sommerferien stattfinden. Dies mache laut Hessen Mobil eine Vollsperrung der Bundesstraße notwendig. Der Umweg für die Bürger ist dadurch allerdings immens - etwa 40 Kilometer soll er betragen.

Wie der Main-Kinzig-Kreis nun in einer Pressemitteilung mitteilt, hätten die Gemeinde sowie eine Bürgerinitiative eine lediglich halbseitige Straßensperrung als Alternative vorgeschlagen, was Hessen Mobil jedoch offenbar mit dem Hinweis auf Sicherheitsvorschriften abgelehnt hatte.

Main-Kinzig-Kreis: Gegen Vollsperrung bei Biebergemünd - Bürger planen Demo

„Gestützt wird die Forderung nach einer halbseitigen Straßensperrung durch eine ähnliche Straßenbaumaßnahme auf der gleichen Strecke vor einigen Jahren, die damals über ein Ampelsystem realisiert wurde“, erinnert Landrat Thorsten Stolz nun in seinem Schreiben an den Verkehrsminister Hessens, Tarek Al-Wazir (Grüne). Der Landrat hat sich wegen der geplanten Vollsperrung persönlich an den Verkehrsminister gewandt.

„Ich kann den Unmut der Biebergemünder gut verstehen, denn durch die Vollsperrung müssen während der Bauzeit zwingend derart lange Umwege gefahren werden. Die Situation in der Spessartgemeinde ist eine besondere, weil es hier keine halbwegs vertretbaren Streckenalternativen gibt. Und noch könnte die Planung angepasst werden“, begründet Stolz den Vorstoß.

„Mir geht es dabei ausdrücklich nicht darum, die Arbeit von Hessen Mobil abzuwatschen, sondern vielmehr um die eindringliche Bitte zu überlegen, ob vielleicht noch etwas geht und die bisherigen Planungen angepasst werden können“, wird er in einer Pressemitteilung des Kreises zitiert.

Landrat Stolz wendet sich an Verkehrsminister

Es gehe beim Biebergemünder Vorschlag um den Nahverkehr, den man über Ampelsysteme und Geschwindigkeitsbegrenzungen ungefährlich an der Baustelle vorbeileiten könne, betont Stolz. „Dass eine solche Lösung den Schwerlastverkehr nicht einbeziehen kann, wird vor Ort verstanden“, so der Landrat.

Doch nicht einmal der schnelle Besuch bei Freunden oder Verwandten im Nachbarort, noch dazu in der Ferienzeit, seien möglich, sollte die Vollsperrung kommen. Die Verärgerung über die geplante Vollsperrung bringen die Biebergemünder Bürgerinnen und Bürger über eine entsprechende Petition wie auch über eine geplante Großdemonstration am 15. Mai zum Ausdruck. (Lesen Sie hier: Straßensperrung in Bad Soden-Salmünster sorgte für viel Ärger - Ein Bauarbeiter wurde gar mit einem Messer bedroht)

Thorsten Stolz verbindet sein Schreiben an Tarek Al-Wazir mit der eindringlichen Bitte, mit den Verantwortlichen von Hessen Mobil noch einmal intensiv über Alternativen zu sprechen. „Wir sollten alles unternehmen, Biebergemünd diese Vollsperrung zu ersparen. Noch gibt es diesen Spielraum auf Landesseite, das zu entscheiden“, so Stolz. (akh)

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