Nach der Wahl von Armin Laschet zum CDU-Bundesvorsitzenden rechnet Anne Höhne-Weigl mit der Partei ab.
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Nach der Wahl von Armin Laschet zum CDU-Bundesvorsitzenden rechnet Anne Höhne-Weigl mit der Partei ab.

Main-Kinzig-Kreis

Armin-Laschet-Wahl der „Tropfen zum Überlauf“: Ex-Kreisgeschäftsführerin rechnet mit CDU ab

Die Ex-Kreisgeschäftsführerin der CDU Anne Höhne-Weigl teilt ihre Kündigung der Parteimitgliedschaft mit. Sie begründet diesen Schritt mit der Wahl Armin Laschets zum neuen Bundesvorsitzenden – und rechnet mit der CDU Main-Kinzig ab.

Region - Sie sei vor fast 47 Jahren Mitglied der CDU geworden, weil „mir das Programm und die Werteeinstellung der CDU gefallen haben“, schreibt Anne Höhne-Weigl. Und sie habe sich ein Engagement für Familien und Frauen in der CDU vorstellen können und sich deshalb auch „intensiv in die Parteiarbeit eingebracht“. Die heute in Nidderau lebende Höhne-Weigl war von 1999 bis 2014 hauptamtliche Kreisgeschäftsführerin des CDU-Kreisverbands Main-Kinzig. Dort habe sie dann ab 2006 „die Tiefen der politischen Arbeit kennenlernen müssen“. (Lesen Sie hier: Ex-Bürgermeisterkandidat tritt nach Armin Laschets Wahl aus CDU aus)

Der damalige Kreisvorsitzende Tom Zeller habe damals gemeinsam mit dem seinerzeitigen Landesvorsitzenden der Jungen Union (JU), Dr. Peter Tauber, und dem damaligen JU-Landesgeschäftsführer ein „menschenverachtendes Mobbingpapier“ verfasst, das den Titel „Operation Kaninchenjagd“ getragen habe, behauptet Höhne-Weigl erneut. Allein die Erstellung dieses Papiers zeige „die tiefe menschliche Verachtung der jungen Politiker der Zukunft“, meint Höhne Weigl. Auch mit der CDU-Kreisvorsitzenden Dr. Katja Leikert geht die Ex-Kreisgeschäftsführerin hart ins Gericht. Diese sei nur durch die Protektion Taubers „in ihre Positionen gekommen“.

Main-Kinzig-Kreis: Nach Armin-Laschet-Wahl rechnet Ex-Kreisgeschäftsführerin mit CDU ab

Die Einstellung im zwischenmenschlichen Bereich habe sich in der CDU wohl nicht geändert. Dies zeige ihr die Wahl Armin Laschets zum Vorsitzenden der CDU Deutschlands. „Es ist für mich unerträglich, dass Kungelei, Machtanspruch und Postenerhalt noch immer das Maß aller Dinge sein sollen“, schreibt Höhne-Weigl. Die 1001 Delegierten des Bundesparteitags seien allesamt Mandatsträger oder Funktionäre. Wie Laschet selbst „sind sie Bundestags- und Landtagsabgeordnete, Landes- oder Kreisvorsitzende der CDU, die alle um ihre Reputation fürchten müssen, wenn sie nicht spuren“.

Mit der Bundesvorsitzenden der Frauen-Union, Annette Widmann-Mauz, habe eine Vertraute von Kanzlerin Angela Merkel im Vorfeld der Wahl Armin Laschet ihre Unterstützung öffentlichkeitswirksam zugesagt. „Ob diese Unterstützung von den restlichen weiblichen Mitgliedern der CDU Deutschlands auch so stattgefunden hätte, wurde einfach unter den Tisch gekehrt“, glaubt Höhne-Weigl.

Video: Armin Laschet wird zum neuen CDU-Vorsitzenden gewählt

Angela Merkel habe „den gesamten Bundesvorstand und die Bundestagsfraktion in ihren Händen“. Außerdem entspreche es nicht dem Willen der Parteibasis in Hessen, dass CDU-Landesvorsitzender Volker Bouffier Armin Laschet als Bundesvorsitzenden vorgeschlagen habe. „Ich bin mir sicher, dass eine reine Mitgliederwahl ein deutlich anderes Ergebnis erbracht hätte.“

Für Höhne-Weigl wäre „nur mit Friedrich Merz ein erfolgreicher Neuanfang möglich gewesen“. Mit ihm als CDU-Parteichef „hätten wir wieder richtige Ränder rechts und links von der CDU erhalten. Werte und inhaltlich gute Politik wären wieder wichtig (...) geworden, Bürger hätten wieder eine richtige Wahl erhalten“. Armin Laschets Wahl sei „der Tropfen zum Überlauf“ gewesen, so Höhne-Weigl. (tmb, sh)

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