Ein 48-jähriger Mann hat im Main-Kinzig-Kreis aus einem blauen Transporter mit serbischen Kennzeichen Hundewelpen verkauft.
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Ein 48-jähriger Mann hat im Main-Kinzig-Kreis aus einem blauen Transporter mit serbischen Kennzeichen Hundewelpen verkauft.

Boom in Corona-Pandemie

Main-Kinzig-Kreis: Illegaler Welpen-Handel auf Supermarkt-Parkplatz - Polizei greift ein

  • Sebastian Reichert
    vonSebastian Reichert
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  • Alina Hoßfeld
    Alina Hoßfeld
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Auf einem Supermarkt-Parkplatz im Main-Kinzig-Kreis hat Mann Hundewelpen verkauft. Der 48-Jährige hatte die kleinen Hundebabys in einem blauen Transporter mit serbischen Kennzeichen transportiert. Eine Frau rief die Polizei.

Maintal/Dörnigheim - Aufgefallen war der Welpen-Händler m Samstag, 8. Mai 2021, um 12.15 Uhr, einer Frau auf dem Parkplatz eines großen Einkaufmarktes in der Wingertstraße in Dörnigheim im Main-Kinzig-Kreis, heißt es in einer Mitteilung des Polizeipräsidiums Südosthessen in Offenbach. Die Frau rief daraufhin die Beamten.

„Es stellte sich heraus, dass die Welpen erst vier Wochen alt waren und offensichtlich ohne das Muttertier aus dem Ausland nach Deutschland gebracht wurden“, erklärte Polizei-Sprecher Alexander Schlüter. „Die nötigen Impfungen für die Tiere waren aufgrund des Alters wohl auch noch nicht vorhanden.“

Main-Kinzig-Kreis: Illegaler Welpen-Handel auf Supermarkt-Parkplatz - Polizei greift ein

Es stellte sich heraus, dass die Welpen erst vier Wochen alt waren und offensichtlich ohne das Muttertier aus dem Ausland nach Deutschland gebracht wurden, heißt es in der Mitteilung weiter. Die nötigen Impfungen für die Tiere waren aufgrund des Alters laut Polizei auch noch nicht vorhanden.

„Die Hundewelpen wurden einzeln in Transportboxen im Kofferraum gehalten“, so der Sprecher der Polizei weiter. „Zwei Welpen waren bei Eintreffen der Streife bereits verkauft.“ Die anderen zwei Welpen stellten die Beamten nach eigenen Angaben sicher und übergaben sie an das Veterinäramt.

Auf den 48-Jährigen kommt nun laut der Polizei. Ein Strafverfahren wegen Verdachts des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz zu. Da er keinen Wohnsitz in Deutschland hat, musste er eine Sicherheitsleistung in Höhe von 1000 Euro hinterlegen. „Die Welpen werden nun aufgepäppelt“, heißt es in der Mitteilung abschließend. (Lesen Sie auch hier: 16-jähriger Autoknacker in Hanau festgenommen - Polizei sucht nach Komplizen)

Ein Hund im Homeoffice? Tierschützen melden Welpen-Boom in der Corona-Pandemie

Wie das Nachrichtenmagazin „Spiegel“ berichtete, hat indes die Corona-Pandemie die Geschäfte skrupelloser Welpen-Händler offenbar noch angekurbelt. Tausende Hunde werden demnach in sogenannten Welpenfabriken in Osteuropa gezüchtet. Mitunter würden die Welpen-Händler die kleinen Tiere auch über „EbayKleinanzeigen“ verkaufen.

Auch Tierschützer sehen zwischen der gestiegenen Nachfrage nach Haustieren und der Corona-Pandemie einen Zusammenhang. Unseriöse Angebote würden befördert. Allein in den ersten vier Monaten 2021 entdecke zum Beispiel die Polizei in Bayern nach Angaben des Landestierschutzverbandes bisher etwa 400 Hundewelpen und Katzenjungen

Video: Welpenhandel - So können Sie illegale Händler erkennen

So fand die Polizei bei Nürnberg Mitte März in einem Transporter mit ungarischen Kennzeichnen 101 Hundebabys. Diese sollten den Papieren zufolge in Belgien in den Handel kommen. Nach Angaben des Nürnberger Ordnungsamtes handelte es sich um einen illegalen Transport. Die Altersangaben der Hunde waren demnach alle gefälscht.

Die Hundebabys waren eigentlich zu jung, um aus dem Ausland einreisen zu dürfen. Die Hündchen kamen wegen fehlender Impfungen in Tollwut-Quarantäne ins Tierheim Nürnberg. Der Händler reichte daraufhin Beschwerde gegen die Quarantäne der jungen Hunde ein. Das Verwaltungsgericht Ansbach wies die Anträge des Züchters aus Ungarn 6. Mai 2021 im Eilverfahren zurück.

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