Häusliche Gewalt Symbolbild Faust
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Ein Ehemann soll seine Frau geschlagen und ihr gedroht haben, sie vom Balkon zu stoßen. Der 44-Jährige musste sich deshalb nun vor Gericht verantworten. (Symbolfoto)

Fall vor Amtsgericht Gelnhausen

Zerrüttete Ehe: Hat 44-Jähriger seiner Frau gedroht und sie geschlagen?

Die Beziehung der Eheleute ist zerrüttet, ihr Umgang mittlerweile strafrechtlich relevant. Jetzt musste sich der 44-jährige Mann wegen dreier Vorfälle vor dem Amtsgericht Gelnhausen verantworten.

Schlüchtern - Die Staatsanwaltschaft Hanau warf dem Mann aus Schlüchtern im Main-Kinzig-Kreis Körperverletzung und Bedrohung vor. So soll er Mitte Juli vergangenen Jahres auf einem Spielplatz seine Ehefrau verbal angegangen haben, anschließend am Arm gepackt und sie weggestoßen haben.

Anfang September gab es demnach eine Konfrontation in der Küche der Wohnung, bei der er sie fest im Nacken gegriffen und mit dem Tode bedroht haben soll. (Lesen Sie auch: Angeklagter tanzte vor brennendem Obdachlosen-Container - 31 Monate Haft)

Main-Kinzig-Kreis: Wollte 44-Jähriger seine Frau vom Balkon werfen?

Trauriger Höhepunkt war dann in den Mittagsstunden des 22. November. Da soll der Angeklagte seine Frau auf der Couch im Wohnzimmer mit der rechten Hand gegen den Kopf geschlagen haben. Außerdem drohte er, ihre Familie zu töten und sie vom Balkon zu werfen. Die Eheleute haben mittlerweile getrennte Wohnungen, sahen sich nun aber vor Gericht wieder. Dort bestritt der 44-Jährige einen Großteil der Vorwürfe. Lediglich im jüngsten Fall räumte er Teile der Taten ein. Das verwunderte nicht, schließlich hatte das Opfer von dieser Auseinandersetzung eine Filmaufnahme mit dem Handy angefertigt, die nun im Gerichtssaal abgespielt wurde. Dabei war überwiegend die Frau mit lauter Stimme zu hören.

Im Zeugenstand berichtete sie von heftigen Verletzungen nach dem Vorfall, so Ohrenschmerzen und einer ausgekugelten Schulter. Von letzterer war laut Gericht im damaligen Arztbericht aber keine Rede. Streitpunkt waren offenbar Pläne der Ehefrau, wonach Familienmitglieder von ihr zu Besuch kommen sollten. Der Angeklagte betonte, sie sei bei der Begegnung im Wohnzimmer aggressiv ihm gegenüber gewesen. Er habe sie beruhigen wollen, auch mit der Androhung, sie vom Balkon zu werfen.

Ehemann muss 500 Euro an seine Frau zahlen

Um die Lage zwischen den Eheleuten zu befrieden, stellte Richterin Sarah Lehmann das Strafverfahren ein. Allerdings muss er 500 Euro an die Ehefrau zahlen. Ihre Reaktion: Das Geld bedeute ihr nichts, sie sei durch den Vorfall psychisch verletzt. (ls)

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