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Das Ehepaar aus dem Main-Kinzig-Kreis war nur kurz verheiratet, als es zu ersten Spannungen kam. Die Streitigkeiten führten das Paar schließlich vor Gericht.

35-Jähriger muss Geld zahlen

Kurz nach der Hochzeit vor Gericht: Hat Ehemann seine Frau im Streit verletzt?

Das Ehepaar aus Bad Soden-Salmünster im Main-Kinzig-Kreis war erst kurze Zeit verheiratet, als es zu ersten Spannungen kam. Die Streitigkeiten mündeten in eine Auseinandersetzung am 10. April dieses Jahres, bei der sogar die Polizei einschreiten musste.

Bad Soden-Salmünster - Dieser Streit war jetzt Thema einer Verhandlung vor dem Amtsgericht Gelnhausen (Main-Kinzig-Kreis), bei der sich der 35-jährige Ehemann wegen vorsätzlicher Körperverletzung verantworten musste.

Laut Anklage der Staatsanwaltschaft Hanau war es in den späten Nachmittagsstunden zwischen den Eheleuten in der gemeinsamen Wohnung zunächst zu einem verbalen Streit wegen des Umgangs mit der gemeinsamen kleinen Tochter gekommen.

Main-Kinzig-Kreis: Ehepaar kurz nach Hochzeit vor Gericht

Weil er vermutete, dass seine 27-jährige Frau die Diskussion heimlich mit ihrem Handy aufzeichnete und sie dieses nicht herausgeben wollte, soll er sie gestoßen und ihren Kopf auf den Boden geschlagen haben. Anschließend entwendete er ihr das Mobiltelefon – auf dem allerdings gar keine Aufnahmen abgespeichert waren.

Der Angeklagte wollte keine Angaben zu dem Tatvorwurf machen. Auch die Geschädigte machte als direkte Verwandte vom Aussageverweigerungsrecht Gebrauch. Bei der Auseinandersetzung hatte sie nach einem Arztbericht eine Schädelprellung und ein Schleudertrauma davongetragen. (Lesen Sie hier: Tür von Nachbarin aus Eifersucht angezündet? Frau (46) steht vor Gericht)

Gesprächiger war da der Schwiegervater des Angeklagten. Er war von seiner Tochter angerufen und um Hilfe gebeten worden. Nach seiner Beobachtung hatte das junge Paar öfters Streit, an diesem Tag jedoch erstmals handgreiflich. Seine Tochter sei komplett verweint gewesen und habe Blut an den Händen gehabt. Auch sie als Schwiegereltern habe der Beschuldigte in dieser Zeit mit Telefonanrufen terrorisiert.

Streit um angebliche Handy-Aufnahmen: 35-Jähriger muss 500 Euro zahlen

Ein 56-jähriger Polizeibeamter berichtete, nicht die Frau, sondern der Angeklagte habe die Polizeistation Bad Orb informiert. Er wisse sich nicht mehr zu helfen, soll er am Telefon erklärt haben. Auch ein anderes Ehepaar, Nachbarn der Familie, war als Zeugen am Amtsgericht erschienen. Sie berichteten von den heftigen Schreien der Frau. Kurz danach klopfte sie an ihre Terrassentür und bat um Hilfe.

In Absprache mit Verteidigung und Anklage stellte Richter Wolfgang Ott das Strafverfahren ein – auch weil die Verletzungen nicht so erheblich waren und das Paar mittlerweile getrennte Wege geht. Der Beschuldigte muss allerdings 500 Euro an das Frauenhaus Wächtersbach bezahlen. (ls)

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